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Veröffentlicht von am 11. Mai 2026

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Erstes „Leather & Fetish Social Föhr“ – Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz treffen sich auf der Insel.

Ein ungewöhnliches Treffen auf der Wyker Mittelbrücke: Zum ersten Mal findet auf Föhr das „Leather & Fetish Social Föhr“ statt. Teilnehmer aus verschiedenen Regionen Deutschlands und sogar aus der Schweiz verbringen gemeinsam ein Wochenende auf der Insel – mit Gesprächen, gemeinsamen Unternehmungen und dem Wunsch nach Offenheit und Akzeptanz.

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Aussicht auf die Nordsee wurde auf der Wyker Mittelbrücke schnell deutlich: Im Mittelpunkt dieses Wochenendes stehen vor allem Gemeinschaft, Austausch und gegenseitiger Respekt.

Organisiert wird das Treffen von Ralf Brodersen aus Süderende. Die Idee dazu entstand nach seinem persönlichen Outing im Jahr 2025. „Leder als Fetisch hat mich schon immer interessiert“, erzählt er im Gespräch mit Inselradio Föhr. Über Kontakte in die Hamburger Fetisch-Community entwickelte sich schließlich die Idee, ein solches Treffen auch einmal auf Föhr zu organisieren.

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Wenn du mit sechs Leuten am Lagerfeuer sitzt, hast du schon gewonnen“

Anfangs habe er selbst gezweifelt, ob ein solches Event auf der Insel überhaupt funktionieren könne. „Im ersten Moment habe ich gedacht: Ihr seid doch verrückt“, sagt Ralf lachend. Freunde aus Hamburg hätten ihn schließlich ermutigt, es trotzdem zu versuchen.

Heute steht er mit sieben Teilnehmern auf der Mittelbrücke in Wyk – und ist zufrieden. „Wenn du mit sechs Leuten und einer Flasche Bier am Lagerfeuer sitzt, hast du schon gewonnen“, habe man ihm damals gesagt. „Heute sind wir sieben.“ Die Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen Regionen – unter anderem aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen und sogar aus Zürich in der Schweiz.

Teilnehmer aus der Schweiz reist extra nach Föhr

Die weiteste Anreise hatte Teilnehmer „Fu“ aus Zürich. Vor seinem Kontakt zu Ralf habe er von Föhr noch nie gehört, erzählt er offen. „Ich musste tatsächlich erstmal googeln, wo Föhr überhaupt liegt.“ Nach einem ersten Besuch im vergangenen Jahr sei die Begeisterung für die Insel aber schnell gewachsen. „Das ist jetzt tatsächlich das erste deutsche Meer, das ich gesehen habe“, erzählt er lachend. Auch Teilnehmer Maui aus der Nähe von Bielefeld war zum ersten Mal auf Föhr. „Sehr schön hier – und natürlich perfektes Wetter“, sagt er.

„Wir sind ganz normale Menschen“

Für Organisator Ralf Brodersen geht es bei dem Wochenende aber um mehr als nur gemeinsame Unternehmungen oder Fetisch-Kleidung. Ihm sei vor allem wichtig zu zeigen, dass Vielfalt und Offenheit selbstverständlich zur Gesellschaft dazugehören. „Wir sind ganz normale Menschen“, sagt er deutlich. Das Treffen solle bewusst kein provokantes Event sein. „Es geht darum, Berührungsängste abzubauen.“ Deshalb sei auch der Dresscode bewusst alltagstauglich gewählt worden. Man bewege sich schließlich im öffentlichen Raum und wolle respektvoll auftreten. „Wir möchten einfach sichtbar sein“, erklärt Ralf. „Nicht im Schattendasein.“

Austausch statt Vorurteile

Im Gespräch auf der Mittelbrücke wurde auch deutlich, dass viele Teilnehmer gesellschaftliche Entwicklungen durchaus kritisch beobachten. Einige berichten von zunehmenden Vorurteilen oder negativen Erfahrungen gegenüber queeren Menschen und der Fetisch-Community. Teilnehmer Alex aus Hamburg sagt offen: „Die Stimmung kippt teilweise schon ein bisschen.“ Gerade deshalb seien persönliche Begegnungen wichtig. „Die besten Vorurteile baut man ab, wenn man Menschen persönlich kennenlernt“, sagt er. Auch innerhalb der Community selbst spiele gegenseitiger Respekt eine große Rolle. Unterschiedliche Fetische, Lebensweisen und Persönlichkeiten sollten akzeptiert werden. „Man lernt immer dazu“, so Alex.

Inselerlebnisse und Gemeinschaft

Zum Programm des Wochenendes gehören neben gemeinsamen Essen auch Ausflüge über die Insel und eine Whiskey-Tour. Genau dieses Gemeinschaftsgefühl sei wichtig, erklärt Ralf Brodersen. „Man erlebt gemeinsam etwas und nimmt schöne Erinnerungen mit nach Hause.“ Von den Reaktionen auf Föhr zeigt er sich bislang positiv überrascht. Viele Einheimische hätten das Treffen bereits über Social Media wahrgenommen und ihn darauf angesprochen. „Die Resonanz war bisher durchweg positiv“, erzählt er.

Wiederholung im kommenden Jahr geplant

Auch wenn das erste „Leather & Fetish Social Föhr“ noch bewusst klein gehalten wurde, denkt Organisator Ralf Brodersen bereits über eine Fortsetzung nach. „Stand jetzt würde ich sagen: Ja, ich möchte das 2027 wieder machen.“ Und so wurde aus einer zunächst verrückten Idee am Ende ein entspanntes Wochenende auf Föhr – mit Nordseeluft, Gesprächen, neuen Begegnungen und einem klaren Wunsch: mehr Offenheit und weniger Vorurteile.

Fotos: Stefan Gaul 

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