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Warnung der Luftretter

Veröffentlicht von am 26. April 2026

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Luftrettung in Gefahr? Große Organisationen schlagen Alarm – „Existenz bedroht“

Die drei großen Luftrettungsorganisationen in Deutschland – ADAC Luftrettung, DRF Luftrettung und Johanniter Luftrettung – schlagen gemeinsam Alarm. In einer aktuellen Presseerklärung warnen sie eindringlich vor den Folgen eines neuen Gesetzentwurfs zur Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach ihrer Einschätzung könnte der Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums weitreichende Konsequenzen haben – bis hin zur Gefährdung der gesamten Luftrettung in Deutschland.

„Finanzielle Grundlage wird entzogen“

Die Kritik der Organisationen ist deutlich. Sollten die geplanten Regelungen unverändert umgesetzt werden, drohe der Luftrettung schrittweise die wirtschaftliche Basis zu entziehen. Wörtlich heißt es, die schnelle Hilfe aus der Luft sei dadurch „in ihrer Existenz bedroht“.

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Besonders problematisch sei die geplante Orientierung an der sogenannten Grundlohnrate. Diese bilde zwar die allgemeine Lohnentwicklung ab, werde aber den realen Anforderungen der Luftrettung nicht gerecht. Denn der Betrieb von Rettungshubschraubern sei hochkomplex, streng reguliert und mit erheblichen Kosten verbunden.

Hohe Anforderungen – steigende Kosten

Die Organisationen machen deutlich, dass hinter jedem Einsatz ein enormer personeller und technischer Aufwand steckt. Pilotinnen und Piloten, Notärztinnen und Notärzte sowie Notfallsanitäter müssen hochqualifiziert sein und jahrelange Erfahrung mitbringen. „Wettbewerbsfähige Vergütungen sind unabdingbar“, betonen die Luftretter – auch, um Personal langfristig zu sichern.

Hinzu kommen langfristige Investitionen: Rettungshubschrauber haben eine Abschreibungszeit von rund 20 Jahren. Eine Deckelung der Finanzierung auf Basis schwankender wirtschaftlicher Kennzahlen gefährde daher die Planungssicherheit erheblich.

Besonders kritisch: weitere Kürzungen geplant

Für besonders brisant halten die Organisationen eine zusätzliche Maßnahme im Gesetzentwurf: In den Jahren 2027 bis 2029 sollen Kostensteigerungen sogar unterhalb der ohnehin kritisierten Grundlohnrate begrenzt werden. Aus Sicht der Luftretter ist das ein klares Problem: Bereits die aktuelle Begrenzung reiche nicht aus – eine weitere Absenkung mache eine wirtschaftliche Sicherung „unmöglich“.

„Es geht um Leben und Tod“

Die Organisationen weisen darauf hin, dass die Diskussion nicht nur eine finanzielle Dimension hat. In der Praxis entscheide eine funktionierende Luftrettung oft über Leben und Tod. Schnelle Hilfe aus der Luft sorge nicht nur für bessere Überlebenschancen, sondern auch für geringere Folgekosten im Gesundheitssystem – etwa durch schnellere Genesung und Rückkehr ins Arbeitsleben. Allein im vergangenen Jahr wurden die drei Organisationen zu rund 90.000 Einsätzen alarmiert.

Widerspruch zur geplanten Notfallreform

Zusätzlich sehen die Luftretter einen klaren Widerspruch zur geplanten Reform der Notfallversorgung. Während politisch eine bessere und effizientere Versorgung angestrebt werde, könnten die geplanten Einsparungen genau dieses Ziel untergraben. Gerade mit Blick auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft werde die Bedeutung der Luftrettung sogar noch steigen – etwa durch mehr Verlegungsflüge zwischen Kliniken.

Klare Forderung an die Politik

ADAC Luftrettung, DRF Luftrettung und Johanniter Luftrettung fordern daher eine deutliche Nachbesserung des Gesetzentwurfs. Konkret verlangen sie, dass die besonderen Anforderungen der Luftrettung gesetzlich berücksichtigt werden. Dazu gehört auch ein Ausnahmetatbestand, um unvorhersehbare Kostensteigerungen – etwa durch steigende Treibstoffpreise – abfedern zu können.

Bedeutung auch für Inselregionen wie Föhr

Gerade für Inseln wie Föhr und Amrum hat das Thema eine besondere Relevanz. Hier ist die Luftrettung ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung – oft dann, wenn jede Minute zählt und der Transport über den Landweg keine Option ist. Die aktuelle Diskussion könnte somit weit über Berlin hinaus Auswirkungen haben – bis direkt in den Alltag der Menschen an der Küste.

Fotos: Stefan Gaul u. DRF Luftrettung 

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