Föhr feiert das Biikebrennen 2026
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 6. Februar 2026
12 Feuer gegen den Winter: Föhr feiert das Biikebrennen 2026
Wenn am 21. Februar auf Föhr die Flammen in den Himmel lodern, verabschiedet sich die Insel mit einem der wichtigsten nordfriesischen Bräuche von der dunklen Jahreszeit. Beim Biikebrennen 2026 wird Föhr erneut zum leuchtenden Mittelpunkt Nordfrieslands – mit insgesamt zwölf Biikefeuern, so vielen wie auf keiner anderen Insel.

Ab den frühen Abendstunden kommen Insulanerinnen, Insulaner und Gäste zusammen, um gemeinsam den Winter symbolisch zu vertreiben. Treffpunkt ist jeweils das Biikefeuer im eigenen Ort – begleitet von heißem Punsch, Gesprächen unter freiem Himmel und einer ganz besonderen Atmosphäre.
Fackelumzug in Wyk: Ein Highlight für die ganze Familie
Ein besonderes Erlebnis, vor allem für Kinder, ist der Fackelumzug zum Wyker Biikefeuer. Um 17:45 Uhr startet der gemeinsame Marsch am Veranstaltungszentrum am Sandwall. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr geht es in Richtung Fehrstieg, wo der große Biikehaufen gegen 18:30 Uhr entzündet wird.

Die Fackeln sind direkt vor Ort erhältlich, das gemeinsame Anzünden findet unterwegs statt – ein Moment, der jedes Jahr für leuchtende Augen sorgt.
Grünkohl gehört einfach dazu
Nach dem Biikefeuer zieht es viele direkt weiter in die Restaurants der Insel. Traditionell steht an diesem Abend Grünkohl auf den Speisekarten – ein fester Bestandteil des Biikebrauchtums. Da die Nachfrage groß ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.

Biikewoche: Föhr stimmt sich gemeinsam ein
Schon in den Tagen vor dem 21. Februar lädt Föhr mit einem vielseitigen Programm zur Einstimmung auf das Winterfest ein. Besonders für Kinder gibt es kreative Angebote, bei denen kleine Biikefeuer gebastelt werden können.
Dazu kommen musikalische, kulturelle und friesische Veranstaltungen: vom Friesischen Abend über ein Live-Hörspiel, ein Orgelkonzert bei Kerzenschein bis hin zum Heimatabend mit Musik und Tanz. Viele Programmpunkte sind kostenfrei und richten sich ausdrücklich an Einheimische wie Gäste.
Ein Brauch mit jahrhundertealter Geschichte
Das Biikebrennen findet jedes Jahr am 21. Februar, dem Vorabend des Petritags, statt. Der Begriff „Biike“ stammt aus dem Friesischen und bedeutet so viel wie Feuerzeichen oder Bake.

Ursprünglich wurden die Feuer entzündet, um den ausfahrenden Seefahrern und Walfängern Glück zu wünschen. Später entwickelte sich daraus ein Winteraustreibungsritual, bei dem die Strohpuppe „Piader“ symbolisch für die kalte Jahreszeit verbrannt wird.
Bis heute steht das Biikebrennen für Gemeinschaft, Zusammenhalt und friesische Identität – ein Wert, der so bedeutend ist, dass der Brauch seit 2014 als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
Das Biikebrennen ist weit mehr als ein Feuer am Strand. Es ist ein Abend voller Begegnungen, Tradition und Emotionen – und ein starkes Zeichen dafür, wie lebendig das friesische Brauchtum auf Föhr bis heute ist. Mit zwölf Feuern, einem bunten Rahmenprogramm und ganz viel Herz verabschiedet die Insel auch 2026 gemeinsam den Winter.
