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Familie auf Hallig Süderoog weiter vom Eis eingeschlossen

Veröffentlicht von am 11. Februar 2026

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Leben am Eisrand: Familie auf Hallig Süderoog weiter abgeschnitten.

Eis, Ostwind und winterliche Ruhe: Auf Hallig Süderoog ist der Winter aktuell allgegenwärtig. Rund um die kleine Hallig hat sich durch anhaltenden Ostwind dickes Eis zusammengeschoben – Bootfahren ist unmöglich, auch der sonst mögliche Weg durchs Watt nach Pellworm ist derzeit nicht passierbar. Damit ist die einzige ganzjährig dort lebende Familie weiter von der Außenwelt abgeschnitten.

„Fahren geht nicht, laufen auch nicht“, sagt Holger Speer-Wree, der gemeinsam mit seiner Frau Nele, den beiden Töchtern Fenja und Ilvi sowie einer Hofhelferin auf der Hallig lebt. Regelmäßig wird geprüft, ob sich vielleicht ein Zeitfenster öffnet: Holger blickt von Süderoog aus über die Eisflächen, während Wattpostbote Knut vom Deich auf Pellworm aus die Lage beobachtet. Doch aktuell gibt es kein Durchkommen.

Vorbereitung ist auf Süderoog kein Ausnahmezustand

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So außergewöhnlich die Situation klingt – für die Familie ist sie kein Grund zur Panik. Auf Halligen gehört Vorbereitung zum Alltag. Vorräte für Wochen, teilweise sogar Monate, sind Standard. Lebensmittel, Brennstoffe, Wasserreserven: Alles ist vorhanden.

Besonders wichtig ist die Energieversorgung. Süderoog hat keinen externen Stromanschluss. Der Strom kommt aus Solarpanels – im Winter allerdings nur sehr begrenzt. Ergänzend läuft ein Dieselgenerator, der täglich die Batterien lädt. Dass dabei Improvisation gefragt ist, zeigte sich kürzlich, als der Kraftstoff wegen fehlendem Frostschutz flockte. Mit Föhn, Werkzeug und Schiffsdiesel konnte der Generator schließlich wieder in Gang gesetzt werden.

Wasser, Tiere, Alltag – alles im Blick

Auch die Wasserversorgung wird genau beobachtet. Eine schmale Leitung führt von Pellworm zur Hallig. Sollte sie bei längerem Frost einfrieren, ist vorgesorgt: Kanister, Schneeschmelze und Wasserfilter stehen bereit – notfalls auch für die Versorgung der Schafe.

Die Tiere sind gut untergebracht, die Schafe stehen geschützt im Stall. Für die Kinder läuft der Schulalltag digital weiter: Unterricht per Internet, direkt aus dem Wohnzimmer auf der Hallig. Einzig der verpasste Fasching auf Pellworm sorgte für etwas Enttäuschung – hielt sich aber in Grenzen.

Eis bleibt, Gelassenheit auch

Zwar setzt aktuell leichtes Tauwetter ein, doch nördlich lauert weiterhin Kälte. Sollte sich die Wetterlage wieder drehen, könnte das Eis erneut zulegen. Selbst wenn Süderoog irgendwann wieder erreichbar ist, bleiben Häfen wie Pellworm oder Nordstrand kritisch: Süßwasser in den Sielen friert besonders schnell und macht Anläufe schwierig.

Trotzdem bleibt Holger gelassen: „Uns geht’s gut. Wir haben alles da, was wir brauchen – bis Ostern auf jeden Fall.“

Und so wird der Winter auf Süderoog weiter gemeinsam gemeistert: mit Planung, Ruhe und dem Wissen, dass Isolation hier zum Leben dazugehört.

Fotos: Holger Speer-Wree 

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