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Ehrenamt auf Föhr

Veröffentlicht von am 6. April 2026

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„Ich wollte das schon immer“: 18-Jähriger Malte Hölter startet bei der Feuerwehr Wyk durch.

Während viele mit 18 gerade Führerschein machen, Abi planen oder den nächsten Urlaub im Kopf haben, entscheidet sich ein junger Wyker ganz bewusst für Verantwortung: Malte Hölter ist 18 Jahre alt, Schüler – und seit Kurzem neues Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Wyk. Ein Schritt, der für ihn irgendwie schon lange feststand. „Meine Mutter hat gesagt, das war schon im Kindergarten klar – das war nicht zu verhindern“, erzählt er im Gespräch und lacht.

Dabei wirkt Malte ruhig, reflektiert und gleichzeitig voller Begeisterung für das, was er tut. Neben der Schule – aktuell macht er sein Abitur über eine Fernschule – arbeitet er im Café und verbringt seine Freizeit inzwischen auch bei der Feuerwehr. Für ihn ist das mehr als nur ein Hobby.

Verantwortung statt Bequemlichkeit

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Der Moment, in dem er den Schritt wirklich gegangen ist, kam direkt zum 18. Geburtstag: „Ich habe sofort eine Mail geschrieben und versucht anzurufen – ich wollte direkt loslegen.“ Kurz darauf stand er dann zum ersten Mal in der Fahrzeughalle – vor 20 oder 30 Feuerwehrleuten. „Ich stand da erstmal ziemlich eingeschüchtert“, gibt er ehrlich zu. Doch genau diese Situation hat ihn gereizt.

Was ihn antreibt, ist eine Mischung aus Faszination und Haltung: „Feuerwehr ist vielseitig. Mal Öl auf der Straße, mal ein Hausbrand. Und man kann einfach anderen helfen – das ist ein gutes Gefühl.“

Zwischen Respekt und Begeisterung

Noch darf Malte nicht mit zu Einsätzen – die Ausbildung steht erst noch an. Trotzdem macht er sich natürlich Gedanken darüber, wie sich der erste Alarm anfühlen wird. Sein Vergleich ist typisch für ihn: ehrlich und mit einem Augenzwinkern. „Das ist wahrscheinlich wie eine Projektarbeit, die man in 24 Stunden abgeben muss, obwohl man erst bei Wort zwei ist.“

Respekt vor Einsätzen hat er – ganz klar. „Man bekommt viele Eindrücke auf einmal, da weiß ich, dass ich noch nicht immer richtig handeln würde.“ Gleichzeitig vertraut er auf die Struktur innerhalb der Feuerwehr: erfahrene Kräfte, klare Abläufe, Teamarbeit.

Ehrenamt unter Druck

Besonders nachdenklich wird Malte, wenn es um das Thema Ehrenamt in seiner Generation geht. Seine Einschätzung ist deutlich: „Es ist extrem wichtig – aber es machen leider viel zu wenige.“ In seinem Freundeskreis seien es nur wenige, die sich überhaupt engagieren. „Und zwei davon überlegen sogar aufzuhören.“

Vor allem die Jugendfeuerwehr sieht er kritisch: „Die ist aktuell ein bisschen am Aussterben.“ Ein Grund dafür könnten auch Hemmungen sein: Viele trauen sich schlicht nicht, den ersten Schritt zu machen. „Vor 30 Leuten zu stehen und sich vorzustellen – das hätte sich nicht jeder getraut.“

Kameradschaft, die trägt

Was ihn bei der Feuerwehr sofort überzeugt hat, ist das Miteinander. „Ich wurde direkt aufgenommen. Da sagt jemand: Komm mit runter, ich geb dir was aus, wir quatschen.“ Für ihn ist klar: Ohne Kameradschaft funktioniert Feuerwehr nicht. „Wenn die Truppe nicht passt, hast du irgendwann keinen Bock mehr. Aber hier – das ist einfach richtig gut.“

Auch die Verbindung zur Insel spielt eine Rolle. Malte sieht ganz klar, wie wichtig Engagement gerade auf Föhr ist: „Wenn keiner zur Feuerwehr geht – was passiert dann? Dann stehen da am Ende drei Leute bei einem Brand.“

Blick in die Zukunft

Seine Ziele sind klar: Erst die Grundausbildung, dann möglichst schnell aktiv mit raus zu Einsätzen. Besonders interessiert ihn die technische Hilfeleistung – also Einsätze mit schwerem Gerät, etwa bei Verkehrsunfällen. Auch Atemschutz könnte er sich vorstellen.

Langfristig geht sein Blick aber noch weiter: Medizin ist sein großes Ziel. „Ich will Arzt werden – am liebsten irgendwann Notarzt, vielleicht sogar auf dem Rettungshubschrauber.“ Die Feuerwehr ist für ihn dabei nicht nur ein Ehrenamt, sondern auch ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.

„Jeder sollte helfen, wenn er kann“

Was bleibt, ist eine Haltung, die beeindruckt – gerade in diesem Alter. Für Malte ist Helfen keine Pflicht, sondern selbstverständlich: „Jeder sollte helfen, wenn er kann.“ Ob es ein Gespräch am Strand ist oder ein Einsatz mit der Feuerwehr – es geht ihm darum, da zu sein, wenn jemand Unterstützung braucht.

Und genau das macht ihn zu einem der jungen Menschen, die zeigen: Ehrenamt lebt – wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Foto: Stefan Gaul 

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