Schweinswal gerettet
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 23. März 2026
Dramatische Strandung auf Föhr: Schweinswal „Quinn“ gerettet und erfolgreich zurück ins Meer gebracht.
Ein Einsatz, der dramatisch begann – und am Ende für große Erleichterung sorgte:
Am vergangenen Sonntag, 22. März, ist am Außendeich auf Föhr ein Schweinswal in Not geraten.
Eine Spaziergängerin hatte das Tier entdeckt und sofort einen Notruf abgesetzt. Der kleine Wal steckte in einer flachen Bucht fest, das Wasser war bereits weit abgelaufen – für Meeressäuger eine lebensbedrohliche Situation.

Schnelles Handeln entscheidet
Für das Team vom Robbenzentrum Föhr und dem Tierhuus Insel Föhr e.V. war sofort klar: Jetzt zählt jede Minute. „Bei einem Schweinswal muss es sehr schnell gehen“, erklärt Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert. Anders als Seehunde sind die Tiere dauerhaft auf Wasser angewiesen – auch ihre Haut darf nicht austrocknen. Vor Ort wurde der Wal zunächst gesichert und vorsichtig feucht gehalten. Dabei ist besondere Vorsicht nötig: Kein Wasser darf in das Atemloch gelangen.

Rettung aus der Bucht
Anschließend wurde der Schweinswal geborgen und so schnell wie möglich an eine Stelle mit ausreichend Wasser gebracht. Offenbar war das Tier zuvor durch die Tide in der Bucht eingeschlossen worden und hatte es nicht mehr rechtzeitig zurück ins tiefere Wasser geschafft. Zum Glück lag es noch in einer kleinen Mulde mit etwas Restwasser – ein entscheidender Faktor für sein Überleben. Bis auf kleinere Hautschrammen wirkte der Wal stabil.
Happy End nach bangen Stunden
Beim Zurücksetzen ins Wasser reagierte das Tier sofort: Es schwamm eigenständig los und tauchte ab. Allerdings zeigte sich schnell, dass es Zeit brauchte, um sich zu orientieren. Im Hafenbecken drehte der Schweinswal zunächst mehrere Runden, bevor er schließlich mit auflaufender Tide wieder Richtung offene Nordsee schwamm. Das Team taufte ihn auf den Namen „Quinn“.

Bedrohte Tiere in der Nordsee
Der Einsatz zeigt einmal mehr, wie sensibel Schweinswale auf ihre Umgebung reagieren. Die Tiere sind auf ein funktionierendes Ökosystem angewiesen und stehen zunehmend unter Druck – unter anderem durch Lärm, Schiffsverkehr und Veränderungen im Lebensraum. Umso größer ist die Freude über den gelungenen Einsatz auf Föhr.

Für „Quinn“ bleibt am Ende ein Happy End – und die Hoffnung auf ein langes Leben zurück in der Nordsee.
