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Berufsorientierung auf Föhr

Veröffentlicht von am 20. März 2026

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Berufsorientierung auf Föhr: Rettungsdienst begeistert Schüler – Inselbetriebe werben um Nachwuchs.

Welche Möglichkeiten gibt es nach der Schule – Ausbildung, Studium oder vielleicht sogar ein Auslandsjahr? Antworten auf diese Fragen bekamen Schülerinnen und Schüler der Eilun Feer Skuul in Wyk beim diesjährigen „Tag des Berufes“. Rund 30 Betriebe, Institutionen und Organisationen von Föhr und aus der Region stellten sich in der Aula der Schule vor und warben um den Nachwuchs von morgen.

Die Berufsmesse, die inzwischen bereits zum neunten Mal stattfand und alle zwei Jahre organisiert wird, gehört zu den wichtigsten Veranstaltungen zur Berufsorientierung auf der Insel. Mehr als 200 Jugendliche aus den Klassenstufen 8 bis 11 nutzten in zwei Gruppen die Gelegenheit, sich an den verschiedenen Ständen zu informieren, Fragen zu stellen oder einzelne Tätigkeiten selbst auszuprobieren.

Viele Gespräche und großes Interesse

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Schon am Vormittag herrschte in der Schule reges Treiben. Schülerinnen und Schüler bewegten sich von Stand zu Stand, führten Gespräche mit Auszubildenden und Unternehmensvertretern oder nahmen an Vorträgen teil.

Für Lehrer Daniel Brauer, der die Veranstaltung mit organisiert, zeigt der große Andrang, wie wichtig der „Tag des Berufes“ für die Jugendlichen ist. „Wir haben hier wirklich sehr geschäftiges Treiben“, sagt er. „Im ersten Block waren etwa 95 Schülerinnen und Schüler da, im zweiten noch einmal über hundert. Das wird sehr gut angenommen.“ Die Veranstaltung richtet sich bewusst an alle Schulzweige der Eilun Feer Skuul – vom Gemeinschaftsschüler bis zum angehenden Abiturienten. „Wir versuchen wirklich jedem etwas zu bieten“, erklärt Brauer. „Hier gibt es sowohl Informationen zu Ausbildungsberufen als auch zu Studiengängen oder Auslandsaufenthalten.“

Besonders stark nachgefragt waren in diesem Jahr unter anderem Vorträge über den Polizeiberuf sowie Programme für Auslandsaufenthalte und Work-and-Travel-Angebote.

Hebamme als Berufswunsch

Viele Jugendliche kamen mit ganz konkreten Fragen zu den Ständen. Für Elli aus der 11. Klasse war vor allem der Stand des Klinikums Nordfriesland interessant.
„Ich habe mir vorher schon Gedanken gemacht, wie ich nach dem Abitur weitermachen möchte“, erzählt sie. „Ich würde gerne Hebamme werden und habe mich deshalb auch schon nach Praktikumsplätzen umgeschaut.“
Der Beruf habe sie schon länger interessiert. „Ich arbeite gern mit Menschen und auch mit Kindern. Ich möchte Frauen bei der Geburt unterstützen und ihnen helfen, dass dieser Moment so schön wie möglich wird.“

Noch offen für verschiedene Wege

Ihr Mitschüler Philipp nutzt den Tag dagegen eher, um verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen. Besonders interessieren ihn Berufe im wirtschaftlichen Bereich. „Ich könnte mir vorstellen, später im Management zu arbeiten“, sagt er. „Vielleicht im Einzelhandel oder auch bei einer Bank.“ Eine endgültige Entscheidung müsse er noch nicht treffen. „Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber man hat ja auch noch ein bisschen Zeit.“

Verwaltung als vielseitiger Ausbildungsort

Auch das Amt Föhr-Amrum nutzte den „Tag des Berufes“, um über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Verwaltung zu informieren. Anni Christiansen, die ihre Ausbildung kürzlich abgeschlossen hat und inzwischen im Ordnungsamt arbeitet, kennt den Weg selbst aus eigener Erfahrung. „Ich habe meine Ausbildung auf zweieinhalb Jahre verkürzt und im Januar meine Stelle im Ordnungsamt angetreten“, berichtet sie.
Ihr Kollege Thorben Luley, der sich derzeit im ersten Ausbildungsjahr befindet, beschreibt die Ausbildung als besonders vielseitig. „Man lernt eigentlich jede Abteilung einmal kennen“, sagt er. „Ich war zum Beispiel schon im Bauamt, in der Personalabteilung, im Bürgerbüro und im Sozialzentrum.“ Besonders spannend sei für ihn bislang die Arbeit im Bürgerbüro gewesen. „Dort hat man viel Kontakt mit den Menschen und kann auch als Azubi schon viel mitarbeiten.“

Viele Möglichkeiten im öffentlichen Dienst

Beim Amt Föhr-Amrum können junge Menschen derzeit unter anderem eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten oder zum Verwaltungsfachangestellten beginnen. Außerdem wird ein duales Studium im Bereich Bauingenieurwesen angeboten. Auch eine IT-Ausbildung gehört zum Angebot der Verwaltung. Die Voraussetzungen sind dabei unterschiedlich. „Grundsätzlich kann man bei uns mit dem mittleren Schulabschluss anfangen, viele haben aber auch Abitur“, erklärt Thorben Luley.

Rettungsdienst zieht viele Jugendliche an

Besonders groß war das Interesse am Stand des Rettungsdienstes des Kreises Nordfriesland. Vor der Schule stand ein Rettungswagen, der von vielen Schülerinnen und Schülern genau unter die Lupe genommen wurde.

Geeske Christiansen, die auf Föhr im Rettungsdienst arbeitet, berichtete von großem Andrang: „Die Nachfrage war wirklich sehr hoch. Wir hatten durchgängig Gruppen bei uns. Während einer erklärt hat, ist der andere schon mit den nächsten rausgegangen und hat den Rettungswagen gezeigt.“

Vor allem die Mischung aus Praxis und Einblicken in den Berufsalltag habe viele angesprochen. „Die häufigsten Fragen waren: Warum machst du den Job? Was ist daran so interessant? Aber auch ganz konkret: Was verdient man – und kann man das, was man erlebt, zu Hause einfach abschalten?“

„Ein sehr dankbarer Beruf“

Für Christiansen selbst ist die Antwort klar, warum sie sich für den Rettungsdienst entschieden hat: „Ich mache den Beruf unglaublich gerne, weil man den Menschen wirklich helfen kann – und die sind dafür sehr dankbar. Das ist ein sehr, sehr dankbarer Beruf.“

Gleichzeitig gehe es auch um persönliche Stärke in Extremsituationen: „Man lernt, ruhig zu bleiben und in Notfällen richtig zu reagieren. Man hat das Gefühl, vorbereitet zu sein und den Menschen in dem Moment wirklich etwas zurückgeben zu können.“

Zwei Wege in den Rettungsdienst

Vorgestellt wurden beim „Tag des Berufes“ sowohl der Notfallsanitäter als auch der Rettungssanitäter. „Der Notfallsanitäter ist eine dreijährige Ausbildung mit Staatsexamen und die höchste medizinische Qualifikation im Rettungsdienst ohne Studium“, erklärt Christiansen. „Man darf sehr viel eigenständig entscheiden und auch Medikamente geben.“

Der Rettungssanitäter hingegen sei ein kürzerer Einstieg: „Das ist eher eine Weiterbildung von etwa sechs Monaten. Man unterstützt im Team, fährt den Wagen, betreut Patienten und arbeitet eng mit dem Notfallsanitäter zusammen.“

Einstieg auch später möglich

Wer Interesse hat, muss einige Voraussetzungen mitbringen – etwa Volljährigkeit und einen Führerschein. Ein Einstieg ist aber auch später noch möglich. „Gerade den Rettungssanitäter machen viele als Quereinstieg. Manche haben vorher schon andere Berufe gelernt“, sagt Christiansen. „Das ist ein guter Weg, um überhaupt in den Rettungsdienst reinzukommen.“ Auch Praktika spielen eine wichtige Rolle: „Ich kann nur empfehlen, vorher ein Praktikum zu machen. So merkt man am besten, ob der Beruf wirklich zu einem passt.“

Wichtige Brücke zwischen Schule und Wirtschaft

Für die Eilun Feer Skuul ist der „Tag des Berufes“ eine wichtige Schnittstelle zwischen Schule und regionaler Wirtschaft. Schülerinnen und Schüler erhalten hier erste Einblicke in mögliche Berufsfelder – gleichzeitig können Betriebe frühzeitig mit potenziellen Auszubildenden ins Gespräch kommen. Gerade auf einer Insel wie Föhr spielt diese Verbindung eine große Rolle, denn viele Unternehmen suchen bereits heute intensiv nach Nachwuchskräften.

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Fotos: Stefan Gaul 

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