Kundgebung zum Frauentag
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 17. März 2026
„Es geht um mehr als Blumen“ – Rund 40 Menschen demonstrieren zum Frauentag in Wyk.
Anlässlich des Internationalen Frauentags hat es einen Tag später eine kleine Kundgebung in Wyk auf Föhr gegeben. Rund 50 Frauen und Männer versammelten sich vor dem Amt Föhr-Amrum, um gemeinsam ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Organisiert wurde die Aktion von Caro und Chrissi Tussing. Neben Redebeiträgen gab es auch Musik und einen gemeinsamen Zug zur Mittelbrücke.

„Gewalt gegen Frauen darf kein Alltag sein“
Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen zu teilen. So sagte Karin aus Wyk, sie habe „die Schnauze voll“ von sexualisierter Gewalt gegen Frauen und von Beleidigungen oder Herabsetzungen, die Frauen häufig in der Öffentlichkeit oder in sozialen Medien erleben. Besonders erschütternd sei für sie die Situation von Frauen in Krisengebieten und Kriegen
„Frauen werden gedemütigt, vergewaltigt und umgebracht. Das darf so nicht weitergehen“, sagte sie.

Als positives Beispiel nannte sie die Frauenbewegung in Island, die in den 1970er-Jahren durch gemeinsamen Protest gesellschaftliche Veränderungen angestoßen habe – etwa gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.
Aufruf zu mehr Gleichgewicht in der Gesellschaft
Auch Inga Thivolle sprach bei der Kundgebung. Für sie stand in ihrer Rede das Thema Gleichgewicht in der Gesellschaft im Mittelpunkt. „Wenn Menschen dauerhaft ausgeklammert werden – Frauen oder andere Gruppen – gerät die Welt in eine Schieflage“, sagte sie. Wichtig sei deshalb, dass Menschen ihre eigene Stimme finden und sich gegenseitig stärken.

Seit rund sechs Monaten organisiert Thivolle auf Föhr einen Frauenkreis, in dem Frauen sich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Interessierte können sich direkt bei ihr melden unter 04681-7482998 oder per Mail an inga.thivolle@hotmail.de.
Inspiration aus der internationalen Frauenbewegung
Die Organisatorinnen Caro und Chrissi Tussing erklärten, dass sie unter anderem durch den Film „Ein Tag ohne Frauen“ über die isländische Frauenbewegung inspiriert wurden.
Der Film zeigt, wie Frauen in Island durch einen landesweiten Streik in den 1970er-Jahren politische und gesellschaftliche Veränderungen angestoßen haben. „Wenn man sich mit feministischen Themen beschäftigt, ist dieser Tag einfach wichtig“, sagte Caro Tussing.

„Es geht um Menschenrechte“
Kritisch äußerten sich die Organisatorinnen auch über den Umgang mit dem Frauentag in sozialen Medien. „Viele posten Blumen zum Frauentag – aber darum geht es nicht“, sagte Chrissi Tussing. „Es geht um Menschenrechte und darum, dass Frauen weltweit noch immer nicht gleichgestellt sind.“ Auch Themen wie häusliche Gewalt oder die schwierige Situation von Hebammen wurden bei der Kundgebung angesprochen.

Kleine Demo – großes Thema
Mit rund 50 Teilnehmern blieb die Kundgebung überschaubar, dennoch zeigten sich die Organisatorinnen zufrieden. „Wir haben es nicht für die große Menge gemacht“, sagte Caro Tussing. „Uns war wichtig, dass darüber gesprochen wird.“ Und genau das sei gelungen: Menschen kamen miteinander ins Gespräch, hörten Redebeiträge und sangen gemeinsam. Für die Organisatorinnen steht deshalb fest: Der Frauentag soll auch künftig auf Föhr sichtbar bleiben.

Fotos: Stefan Gaul
