Neustart in Nieblum
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 13. März 2026
Zwei Brüder, ein Traum und syrische Küche: Hussain und Saif Tamr eröffnen Restaurant in Nieblum.
Nach einigen schwierigen Nachrichten aus der Gastronomie auf Föhr gibt es jetzt wieder eine positive Entwicklung: In der „Lohdeel to Huus“ in Nieblum zieht neues Leben ein. Die Brüder Hussain und Saif Tamr eröffnen dort ein Restaurant mit syrischer Küche – und erfüllen sich damit einen lange gehegten Traum.

Viele Insulaner kennen die beiden bereits. 2016 kamen sie als junge Geflüchtete nach Föhr, heute wagen sie den Schritt in die Selbstständigkeit. „Ich wollte schon immer ein eigenes Restaurant haben“, erzählt Hussain Tamr im Gespräch mit unserer Redaktion. „Vor zwei oder drei Jahren habe ich mir vorgenommen, dass wir irgendwann unser eigenes Restaurant eröffnen und für uns selbst arbeiten.“
Ein langer Weg bis zur eigenen Gastronomie
Der Weg bis zu diesem Moment war für die Brüder nicht immer einfach. Als sie damals nach Deutschland kamen, waren beide noch minderjährig. Erst nach einiger Zeit konnten ihre Eltern und ihr älterer Bruder nachkommen. „Das war eine schwere Zeit für uns“, erinnert sich Saif Tamr. „Aber als unsere Eltern hier waren, hat sich alles verändert. Man fühlt sich angekommen, man baut sich etwas auf.“ Heute, fast zehn Jahre später, steht die Familie kurz vor der Eröffnung ihres eigenen Restaurants auf Föhr.

Viel Arbeit hinter den Kulissen
Die letzten Monate waren geprägt von intensiver Vorbereitung. Nachdem die Brüder die Gelegenheit bekommen hatten, die Räume der „Lohdeel to Huus“ zu übernehmen, ging alles ziemlich schnell. „Wir sind hier spontan vorbeigefahren und haben einfach Besitzerin Holle Paulsen gefragt“, erzählt Saif Tamr. „Danach haben wir sofort angefangen zu arbeiten.“
Gemeinsam mit ihrer Familie renovierten sie das Restaurant. Der Boden wurde abgeschliffen und neu gestrichen, Möbel aufgearbeitet, Geräte ersetzt und die Küche gründlich gereinigt. Teilweise standen sechs oder sieben Familienmitglieder gleichzeitig im Restaurant und packten mit an. „Es waren lange Tage“, sagt Saif Tamr. „Manchmal haben wir von mittags bis abends gearbeitet.“
Syrische Küche – frisch, würzig und vielfältig
Kulinarisch möchten die Brüder den Gästen auf Föhr eine Küche näherbringen, die vielen bisher vielleicht noch nicht vertraut ist. Die syrische Küche gilt als besonders vielfältig und arbeitet mit vielen Gewürzen, frischen Zutaten und traditionellen Zubereitungsarten.

Zu den klassischen Gerichten gehören beispielsweise Falafel, Hummus oder Mutabbal, eine Auberginencreme. Auch verschiedene Grillgerichte mit Rind, Hähnchen oder Kebab stehen auf der Karte.
Ein besonderes Familiengericht, das Saif Tamr besonders empfiehlt, ist Fatha – ein Gericht aus frittiertem Fladenbrot, Joghurt-Sesam-Sauce, Kichererbsen, Granatapfel und verschiedenen Nüssen. „Das ist eines meiner Lieblingsgerichte“, sagt er. „Da steckt viel Geschmack und viel Tradition drin“, sagt Saif Tamr.
Auch bekannte Gerichte für vorsichtige Gäste und Kinder
Damit sich auch Gäste wohlfühlen, die vielleicht zum ersten Mal syrische Küche probieren, gibt es auf der Speisekarte auch einige bekannte Gerichte. Neben traditionellen Spezialitäten stehen deshalb unter anderem Schnitzel, Rumpsteak, Cheeseburger, Hähnchennuggets oder auch Fischstäbchen mit Pommes auf der Karte. „Wenn sich zwei Leute streiten, wo sie essen gehen wollen, dann findet bei uns jeder etwas“, sagt Saif Tamr mit einem Lächeln.

Probeessen kommt gut an
Kurz vor der Eröffnung luden die Brüder bereits zu einem Probeessen ein. Dabei konnten ausgewählte Gäste verschiedene Gerichte testen. Das Feedback fiel durchweg positiv aus. Besonders gut angekommen sei laut Hussain Tamr der gemischte Grillteller mit verschiedenen Fleischsorten sowie klassische Vorspeisen wie Falafel und Hummus. „Von unserem Lieblingsgericht ist am Ende auch nichts übrig geblieben“, erzählt Saif Tamr.
Platz für rund 60 Gäste
Im Restaurant stehen etwa 60 Sitzplätze im Innenbereich zur Verfügung. Im Außenbereich können zusätzlich rund 30 bis 35 Gäste Platz nehmen. Ein Teil der Einrichtung stammt noch aus dem bisherigen Restaurant, anderes haben die Brüder aus ihrem früheren Lokal mitgebracht. Das Ziel: eine familiäre und gemütliche Atmosphäre, in der sich Gäste willkommen fühlen. „Bei uns soll man sich wie zu Hause fühlen“, sagt Saif Tamr. „Gastfreundschaft gehört zu unserer Kultur.“

Eröffnung am 16. März
Die offizielle Eröffnung ist für Montag, den 16. März, geplant.
Geöffnet ist täglich:
Mittagstisch: 12 bis 15 Uhr
Abendessen: 17 bis 21 Uhr
Zwischen 15 und 17 Uhr bereitet das Team das Abendgeschäft vor, Gäste können aber trotzdem vorbeikommen und etwas trinken. Einen festen Ruhetag gibt es zunächst nicht – das Restaurant möchte sieben Tage pro Woche geöffnet haben.
Reservierungen sind derzeit noch nicht telefonisch möglich, da der Anschluss erst ab dem 1. April freigeschaltet wird. Wer abends reservieren möchte, kann zunächst direkt im Restaurant vorbeischauen.
Zwei Kulturen in einem Restaurant
Auch im Logo des Restaurants spiegelt sich die Verbindung zwischen alter und neuer Heimat wider. Es verbindet Elemente aus der syrischen Hauptstadt Damaskus mit Meereswellen, die für die Insel Föhr stehen. „Wir verbinden hier zwei Kulturen miteinander“, erklärt Saif Tamr.

Ein neues kulinarisches Angebot für Föhr
Mit ihrem Restaurant möchten die Brüder vor allem eines erreichen: den Menschen auf Föhr etwas Neues anbieten. „Hier gibt es viele gute Restaurants“, sagt Saif Tamr. „Aber wir wollten etwas Besonderes machen – etwas aus unserer Heimat hierher bringen.“ Und vielleicht wird die syrische Küche schon bald ein fester Bestandteil der Gastronomie auf der Insel Föhr. „Wir freuen uns riesig auf unsere Gäste“, sagt Hussain Tamr. „Kommt vorbei und probiert es einfach aus.“
Fotos: Stefan Gaul

J.Bechter am 13. März 2026 at 19:18
Wird im kommenden Urlaub definitiv probiert 😉