Parkkonzept deutlich entschärft
Veröffentlicht von Pit am 20. Februar 2026
Große Erleichterung: Heymannsparkplatz bleibt unangetastet – Wyk setzt auf Augenmaß
Was im Vorfeld als weitreichender Umbau der Parkraumbewirtschaftung in Wyk diskutiert wurde, endete nach fast zwei Stunden intensiver Beratung mit einem deutlich moderateren Ergebnis. Rund 25 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr im Sitzungssaal der Amtsverwaltung – zusätzliche Stühle mussten hereingetragen werden. Die Stimmung war angespannt, die Wortmeldungen klar – doch am Ende überwog Erleichterung.
Vor allem eine Entscheidung sorgte für hörbares Aufatmen: Der Heymannsparkplatz bleibt unangetastet.

Parkraumbewirtschaftungskonzept vor
Weitere Informationen zum Thema:
– Die Vorlage der Stadt Wyk
– PDF zum Konzept zur Optimierung der Parkraumbewirtschaftung
Deutlicher Gegenwind in der Einwohnerfragestunde
Bereits in der Einwohnerfragestunde wurde klar, wie sensibel das Thema Parken in Wyk ist. Nicht nur Wyker, auch Insulaner aus anderen Orten waren erschienen.
Die Wyker Kauffrau Dörte Bohn stellte die grundsätzliche Stoßrichtung des Konzepts infrage. Die Tendenz auf der Insel sei ohnehin nicht positiv, sagte sie. Ob es da sinnvoll sei, durch höhere Parkgebühren oder zusätzliche Beschränkungen weitere negative Faktoren zu schaffen? Wie solle der Einzelhandel in der Fußgängerzone mit steigenden Parkkosten umgehen – insbesondere in der Nebensaison, wenn viele Insulaner selbst in die Stadt kommen? Sie stellte die Frage, ob dadurch nicht Gäste und Kunden abgeschreckt würden. Ein Urlaubsgast könne bei längerer Parkdauer schnell auf rund 90 Euro kommen. „Geht es doch um Geld?“, fragte sie offen. Und: „Wäre es nicht besser, eine wirkliche Willkommenskultur zu pflegen?“

Auch Henning Dambach wollte Details wissen – insbesondere zur Ablöse von Stellplätzen. Ausschussvorsitzender Holger Frädrich erklärte, die Ablösesumme liege bei 8.500 Euro einmalig. Bürgermeister Uli Hess ergänzte, die Zahl der abgelösten Stellplätze sei stark begrenzt. Werde der festgelegte Anteil überschritten, sei keine weitere Ablöse mehr möglich.
Auch Rewe-Kaufmann Lukas Müller äußerte in der Einwohnerfragestunde konkrete Sorgen. Sollte der Heymannsparkplatz oder auch der Koogskuhlparkplatz kostenpflichtig werden, befürchte er eine Verlagerung des Parkdrucks auf die umliegenden Supermärkte. Kundinnen und Kunden könnten dann vermehrt auf die Parkplätze von Rewe oder Edeka ausweichen, um Gebühren zu umgehen.
Das hätte unmittelbare Folgen für die Betriebe selbst. Müller machte deutlich, dass er sich in einem solchen Fall gezwungen sehen könnte, seinen eigenen Parkplatz ebenfalls kostenpflichtig zu machen und stärker zu kontrollieren – eine Entwicklung, die eigentlich niemand wolle. Man müsse verhindern, dass sich die Problematik lediglich verschiebe und neue Konflikte entstünden.
Björn „Rolli“ Roeloffs, Anwohner am Sandwall und Mitarbeiter bei Edeka Knudsen, schilderte konkrete Alltagssorgen. Wer eine Ablösesumme gezahlt habe, brauche Planungssicherheit. Zudem stellte er praktische Fragen: Wo parken Anwohner ohne eigenen Stellplatz? Wie kommen Mitarbeiter künftig in die Innenstadt? „Ich darf doch nicht zusätzlich Miete zahlen müssen, nur um irgendwo zu parken“, machte er deutlich. Außerdem brachte er die Idee ins Spiel, perspektivisch über ein Parkhaus – etwa am Lidl-Standort – nachzudenken.
Ein weiterer Bürger verwies auf zugeparkte schmale Straßen und mögliche Probleme für Rettungsfahrzeuge.
Ungewöhnlicher Moment: FSV darf sprechen
Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Frerk Jensen, 1. Vorsitzender des FSV Wyk-Föhr. Obwohl er nicht in Wyk wohnhaft ist, ließ Ausschussvorsitzender Holger Frädrich seine Wortmeldung zu – da die Parkplatzregelungen auch den Bereich am Helu-Heim und Sportplatz betreffen.
Jensen äußerte deutliche Sorge um den Vereinsbetrieb. Wenn Spieler bei Auswärtsspielen zusätzlich Parkgebühren zahlen müssten, sei das schwer vermittelbar. Seine Wortmeldung spiegelte den Druck wieder, unter dem viele Institutionen die Debatte betrachteten.
Verwaltung wirbt für sachliche Grundsatzdiskussion
Ordnungsamtsleiter Dominik Schulz versuchte, das Konzept einzuordnen. Man suche zunächst eine Grundsatzentscheidung. Für jeden Parkplatz seien mehrere Optionen aufgezeigt worden – Scannertechnik, Parkscheinautomat oder Beibehaltung des Status quo. „Es ist nichts beschlossen“, betonte er. Ziel sei es nicht, Einnahmen zu maximieren, sondern auf Probleme wie Dauerparker, zweckfremde Nutzung oder fehlende Kontrollmöglichkeiten reagieren zu können.
Bürgermeister Uli Hess unterstrich, es gehe nicht um „Parken für Touristen“, sondern um eine umfassende Betrachtung der Parkraumsituation in der Stadt. Die umfangreiche Vorlage diene dazu, endlich strukturiert über jeden einzelnen Parkplatz zu sprechen.
Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick
Nach intensiver Beratung wurde jeder Parkplatz einzeln diskutiert und abgestimmt – mit teils klaren Mehrheiten.
In der Hafenstraße bleibt die sogenannte Brötchentaste bestehen. Künftig erfolgt sie jedoch per Parkscheibe statt per Papierlösung – im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie. Dieser Punkt wurde einstimmig beschlossen.
Am Sauermannsparkplatz bleibt es ebenfalls bei der Bewirtschaftung – künftig mit Scannertechnik zur Kennzeichenerfassung. Die kostenlose Kurzzeitregelung wird hier sogar auf 60 Minuten verlängert. Die Einführung der Bewirtschaftung erhielt 8 Gegenstimmen, bei der Brötchentaste gab es 8 Enthaltungen – dennoch wurde beides beschlossen.

Der Heymannsparkplatz bleibt vollständig unverändert. Die vorgeschlagene Bewirtschaftung wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt – 11 Gegenstimmen. Ein klares Signal des Ausschusses.

Auch in der Johannesstraße bleibt im Wesentlichen alles beim Alten. Nicht gebührenpflichtige Flächen werden künftig per Parkscheibe geregelt – einstimmig beschlossen.
Sandwall und Feldstraße erhalten neue Markierungen – ebenfalls einstimmig.
Industriegebiet: Koogskuhl bekommt Scanner – aber nur teilweise
Am Parkplatz Koogskuhl wurde differenziert entschieden: Der hintere Bereich erhält Scannertechnik. Die vordere Reihe bleibt für PKW weiterhin kostenfrei. Zwei Enthaltungen, ansonsten Zustimmung.

Im Kohharder Weg gibt es vorerst keine Änderungen. Die Situation soll beobachtet werden. Eine Enthaltung.
Südstrand, Waldstraße, Helu: Zeitlimits statt Gebühren
Am Südstrand (Badestraße/Südstrand) wird künftig eine 8-Stunden-Begrenzung eingeführt, zudem eine Beschilderung „nur PKW“.
Die Waldstraße erhält ebenfalls eine 8-Stunden-Regelung und PKW-Beschilderung – einstimmig beschlossen.
Am Parkplatz Helu-Sportlerheim gilt künftig ebenfalls eine 8-Stunden-Begrenzung und PKW-Regelung – ebenfalls einstimmig.
Beim Flugplatz bleibt es kostenfrei. Die vorgeschlagene Bewirtschaftung per Automat wurde einstimmig abgelehnt. Lediglich die Beschilderung „nur PKW“ wurde beschlossen.
Deutlich abgelehnt: Museumstraße und weitere Zeitlimits
In der Museumstraße sollte eine zeitliche Beschränkung auf 8 Stunden eingeführt werden. Der Ausschuss lehnte dies mit 11 Gegenstimmen klar ab.
Auch in der Friedrichstraße wurde eine zeitliche Beschränkung diskutiert – hier gab es 4 Enthaltungen, die Regelung wurde jedoch angenommen.
Der Rugstieg wird als reiner PKW-Parkplatz beschildert. Die vorgeschlagene 8-Stunden-Begrenzung wurde jedoch mit 11 Gegenstimmen abgelehnt.
Der Parkstreifen Badestraße wird künftig ohne Automaten auskommen, stattdessen mit 8- beziehungsweise 3-Stunden-Regelungen per Parkscheibe – einstimmig beschlossen.
Die Parkstreifen in der Parkstraße und im Stockmannsweg entsprechen der Beschlussvorlage – jeweils mit klarer Mehrheit beschlossen. Einzig die Bewirtschaftung der Parkscheinautomaten wurde einstimmig abgelehnt.
Aquaföhr ausgeklammert
Über den Parkplatz am Aquaföhr wurde gar nicht erst diskutiert. Aufgrund des geplanten Neubaus sah der Ausschuss aktuell keinen Sinn in einer Regelung.
Erleichterung nach Sitzungsende
Nach Ende der Sitzung war die Stimmung deutlich entspannter.
Der Föhrer Nils Twardziok sagte, es sei eine sehr interessante Sitzung gewesen, die von vielen Insulanern besucht worden sei. Seine größte Sorge habe dem Heymannsparkplatz gegolten, da dieser existenziell wichtig sei für Gastronomie, Handel und medizinische Versorgung. „Never touch a running system“, sagte er. Es sei gut, dass dieser Parkplatz unverändert bleibe.
Auch Rewe-Kaufmann Lukas Müller zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends. „Ich denke, wir können im Großen und Ganzen sehr zufrieden sein, wie abgestimmt wurde. Es wurde auf die genannten Punkte von uns Bürgern eingegangen. Und im Großen und Ganzen ändert sich eigentlich für uns alle nicht wirklich was – was wirklich positiv für alle Beteiligten ist.“
Politik zieht klares Fazit nach intensiver Debatte
Auch aus der Führung des Ausschusses wurde der Verlauf der Sitzung im Nachgang ausführlich eingeordnet.
Volker Stoffel (KG), stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr, sprach von einer insgesamt konstruktiven Diskussion, an deren Ende eine einvernehmliche Lösung gestanden habe. Besonders hervorzuheben sei aus seiner Sicht, dass der Heymannsparkplatz weiterhin allen Insulanern und Gästen kostenlos zur Verfügung stehen werde. Es sei zu keinem Zeitpunkt Ziel gewesen, neue Gebühren einzuführen oder bestehende zu erhöhen, stellte Stoffel klar. Die vielfach geäußerte Kritik am Ordnungsamt bedauerte er ausdrücklich. Dieses habe auf Bitten des Ausschusses ein Arbeitspapier erarbeitet, das bewusst verschiedene Optionen aufgezeigt habe und in alle Richtungen offen gewesen sei. Niemand habe dort eine Vorfestlegung betrieben. Für die Zukunft brachte Stoffel zudem eine weiterführende Idee ins Spiel: Gäste- und Insulanerkarten könnten technisch mit einem Parkbonus versehen werden, um einen echten Mehrwert zu schaffen. Abschließend wünschte er allen ein schönes Biikewochenende.
Auch Bürgermeister Uli Hess (CDU) zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Der Ausschuss habe sich sehr intensiv, teilweise lange, aber stets sachlich mit der Parkraumbewirtschaftung beschäftigt. Zwar sei die Diskussion im Vorfeld – auch durch mediale Berichterstattung und soziale Netzwerke – emotional aufgeladen gewesen, doch in der Sitzung selbst habe ein konstruktiver Ton überwogen. Besonders wichtig sei ihm gewesen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner nicht nur Fragen stellen konnten, sondern auch Anregungen und Einwendungen in die Debatte einbrachten – und dass diese sichtbar in die Entscheidungsprozesse eingeflossen seien. Ziel der Vorlage sei es nicht gewesen, vorrangig Parkgebühren zu erhöhen, sondern grundlegend zu klären, wie Parkraum in Wyk künftig sinnvoll genutzt werden solle – zeitlich, organisatorisch und gegebenenfalls technisch. Das Ordnungsamt habe für jeden einzelnen Parkplatz Varianten vorgelegt, von Parkscheibe über Parkautomat bis hin zur Scannertechnik. Dass viele Anpassungen letztlich nur marginal ausfielen und häufig einstimmig beschlossen wurden, zeige, dass differenziert und nicht ideologisch entschieden worden sei. Beim Heymannsparkplatz sei man den deutlichen Einwendungen aus Bevölkerung und Gewerbe gefolgt. Unterm Strich bleibe es dort beim kostenlosen Parken. Das Ergebnis könne sich sehen lassen und werde am Ende viele wieder beruhigen.
Differenzierte Entscheidungen statt großer Umbruch
Die Sitzung hat gezeigt, wie sensibel das Thema Parken für Wirtschaft, Vereine, Anwohner und Gäste ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass öffentliche Diskussionen Wirkung entfalten können.
Von einem radikalen Umbau kann nach dieser Sitzung keine Rede mehr sein. Stattdessen entschied der Ausschuss Parkplatz für Parkplatz – mit Augenmaß. Der Heymannsparkplatz bleibt unangetastet. Und in Wyk kehrte nach einer emotionalen Debatte spürbar Ruhe ein.
Fotos: Stefan Gaul

Familie Aschau am 20. Februar 2026 at 12:33
Hat der Inselbote schon geschrieben 😀 Ach die sind ja nicht so schnell. Schön das es euer Medium mittlerweile auf Föhr gibt liebes Inselradio 🙂 Macht bitte weiter so
René Wallius am 20. Februar 2026 at 12:26
Der Bürgermeister schiebt den bösen Peter schön auf die Presse ist klar 😀 Das ist der Job der Pressevertreter Herr Hess das muss ihnen doch nicht erklärt werden als erfahrener Politiker. Ach ihr Ausschuss hätte es gerne ohne den grossen Pressebus über die Bühne bekommen
Dennis am 20. Februar 2026 at 10:51
Lese ich richtig jetzt werden an diversen Stellen Schilder angeschafft die dann ja auch wieder kosten ? Also Föhr ihr macht euch immer mehr selbst kaputt. Positiv der Heymannsparkplatz da hat die Presse im Vorfeld wohl auch Anteil mit ihrer Berichterstattung.
Anke Riemann am 20. Februar 2026 at 10:36
Sorry diese Lokalpolitiker sind für uns nur “Marionetten” peinlich peinlich