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Zukunft des Flugplatzes Wyk auf Föhr 

Veröffentlicht von am 24. März 2026

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Investoren fordern Gespräche mit Stadt und Betreibern – „Mit den Bürgern, für die Bürger“.

Die Zeit drängt – und der Ton wird deutlicher. Beim Flugplatz Wyk auf Föhr ist die Situation wenige Monate vor der entscheidenden Frist am 30. Juni 2026 angespannter denn je. Erstmals gehen die möglichen Investoren jetzt geschlossen an die Öffentlichkeit – mit einem klaren Appell an Politik und Gesellschafter: Endlich Gespräche führen.

Bei einer großen Presserunde direkt am Flugplatz machten die Beteiligten deutlich, worum es ihnen geht: nicht um Konfrontation, sondern um Kommunikation. „Wir möchten einfach miteinander reden“, sagt Investor Dirk Lehmann. Doch genau das sei bislang nicht möglich gewesen.

Keine Gespräche trotz konkreter Angebote

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Nach Angaben der Investorengruppe wurden seit Ende 2025 insgesamt drei konkrete Angebote an die Stadt Wyk, die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) sowie die Flugplatzbetriebsgesellschaft übermittelt – nachweisbar und schriftlich. Eine Reaktion darauf habe es bis heute nicht gegeben.

„Das fortgesetzte Schweigen wirkt wie eine Aussitzstrategie“, so Lehmann. Man habe zwar vereinzelt telefonischen Kontakt gehabt, aber keine Einladung zu Gesprächen, keine strukturierte Rückmeldung, keine Verhandlungen. Dabei ist der Zeitplan klar: Bis zum 30. Juni soll entschieden werden, ob der Flugplatz in seiner jetzigen Form weiterbesteht – oder ob es zur Herabstufung und zur Schließung der zentralen Ost-West-Bahn kommt.

Drei Investoren – klare Pläne

Aus ursprünglich zwei Interessenten ist inzwischen eine dreiköpfige Investorengruppe geworden: Unternehmer Dirk Lehmann, Prof. Dr. Frederik Paulsen sowie Dr. Matthias Redlefsen. Gemeinsam haben sie inzwischen die Wyker Aviation GmbH gegründet – mit dem Ziel, den Flugplatz langfristig zu übernehmen und weiterzuführen.

Beitrag Flugplatz Wyk Presserunde Investoren Interview Dirk Lehmann (1)

Der Plan: Ein Pachtvertrag über 60 Jahre mit der Stadt, Übernahme des laufenden Betriebs und gezielte Investitionen in Infrastruktur, Sicherheit und Service. „Wir sind bereit, mit versteuertem Kapital in den Standort zu investieren“, sagt Lehmann. Die Investitionen bewegen sich im siebenstelligen Bereich. Gleichzeitig würde die Stadt Wyk sofort finanziell entlastet, da die laufenden Defizite entfallen würden.

Beitrag Flugplatz Wyk Presserunde Investoren Interview Dirk Lehmann (2)

„Mit den Bürgern – für die Bürger“

Ein zentraler Punkt des Konzepts ist Transparenz. Die Investoren betonen mehrfach, dass sie die Bürger aktiv einbinden wollen. Anfang Mai ist eine öffentliche Informationsveranstaltung im Museum Kunst der Westküste geplant. „Wir spielen mit offenen Karten“, so Lehmann. Die Absichtserklärung sei bereits an alle Stadtvertreter verschickt worden. Ziel sei es, offen über Chancen, Risiken und konkrete Maßnahmen zu sprechen.

Auch Dr. Andreas Müller, Sprecher des Luftsportclubs Föhr, der Pilotengemeinschaft und der Bürgerinitiative, unterstützt diesen Ansatz. Für ihn ist klar: „Das ist eine große Chance für die Insel – wirtschaftlich, infrastrukturell und für die Bürger.“

Beitrag Flugplatz Wyk Presserunde Interview Dr. Andreas Müller

Bedeutung weit über den Tourismus hinaus

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Flugplatzes. Zwischen 2014 und 2023 wurden jährlich durchschnittlich rund 3.200 Flugbewegungen und etwa 12.000 Passagiere abgefertigt. Trotz Rückgängen in den letzten Jahren sehen die Beteiligten hier großes Potenzial.

Als Gründe für den Rückgang werden unter anderem strukturelle Veränderungen genannt: Die Schließung der Tankstelle im Jahr 2017 habe zu rund 30 Prozent weniger Flugbetrieb geführt, fehlende Gastronomie zu weiteren Einbrüchen. „Das ist in Teilen selbstverschuldetes Herunterwirtschaften“, sagt Lehmann deutlich.

Kritischer Punkt: Rettungsflüge und Infrastruktur

Besonders brisant ist die Diskussion um die Ost-West-Landebahn. Sie ist aus Sicht der Investoren und Piloten unverzichtbar. Lehmann betont: „70 Prozent der Zeit brauchen wir diese Flugrichtung wegen der Windverhältnisse.“ Ohne diese Bahn wäre der Flugplatz in seiner aktuellen Form nicht mehr genehmigungsfähig.

Foto: Stefan Gaul 

Noch schwerer wiegt ein anderer Punkt: die medizinische Versorgung. „Rettungshubschrauber brauchen sichere Start- und Landebedingungen – rund um die Uhr“, erklärt Lehmann. DRF, ADAC, Northern Helicopter und SAR würden die Insel regelmäßig anfliegen – Tendenz steigend.

Sollte die Ost-West-Bahn entfallen, könnte das erhebliche Auswirkungen auf diese Einsätze haben. „Dann wäre ein gewerblicher Rettungsflugbetrieb in dieser Form nicht mehr möglich“, so Lehmann.

Auch aus dem Luftsportclub kommt Unterstützung für diese Einschätzung. Zusätzlich wird sogar die Möglichkeit in den Raum gestellt, neue Verfahren wie das sogenannte „Point-in-Space“-System der DRF künftig auf Föhr zu testen.

Zustand vor Ort sorgt für Kritik

Beim Rundgang über das Gelände wurde auch der aktuelle Zustand des Flugplatzes thematisiert. Besonders ein Detail sorgte für Symbolkraft: die Flaggen am Mast. Diese hingen teilweise beschädigt oder auf halbmastähnlicher Position. Für Lehmann ein deutliches Zeichen: „Das ist ein öffentlicher Platz. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihr Eigentum in einem ordentlichen Zustand ist.“ Auch der Tower steht in der Kritik. Laut Investoren entspricht dieser aktuell nicht den arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen.

Foto: Stefan Gaul 

Sicherheit, Lärm und Perspektiven

Ein häufig diskutiertes Thema bleibt die Sicherheit. Hier verweist Dr. Müller auf die Fakten: In 100 Jahren sei kein Flugzeug auf die Stadt gestürzt. Einzelne Vorfälle seien aufgearbeitet und behoben worden.

Auch das Thema Lärm wurde angesprochen. Laut Lehmann zeigen Messungen, dass die Belastung objektiv nicht höher sei als bei einer Straße – die Wahrnehmung sei jedoch subjektiv anders, da Fluglärm von oben komme.

Foto: Stefan Gaul 

Klarer Appell – Entscheidung rückt näher

Trotz aller Kritik betonen sowohl Investoren als auch Luftsportclub: Es geht nicht darum, jemanden anzugreifen. Die Presserunde sei bewusst als öffentlicher Appell gedacht. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Lehmann. „Aber dafür müssen wir miteinander sprechen.“

Mit Blick auf das 100-jährige Jubiläum des Flugplatzes im Jahr 2026 formuliert er einen klaren Wunsch: ein voller Platz, Flugzeuge, Familien, Leben – und eine gesicherte Zukunft. Ob es dazu kommt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Fest steht: Die Investoren haben ihre Position deutlich gemacht – nun liegt der Ball bei Stadt, Betriebsgesellschaft und W.D.R.

Von offizieller Seite bleibt die Situation bislang ohne öffentliche Stellungnahme. Unsere Redaktion hat sowohl die Stadt Wyk als auch die Flugplatzbetriebsgesellschaft bereits vorab um eine aktuelle Einschätzung zum Stand der Gespräche sowie zur weiteren Entwicklung gebeten. Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag hierzu jedoch keine Rückmeldung vor.

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Deine Meinung
  1. Wilhelm Regier   am   25. März 2026 at 0:30

    Es ist bald Ostern. Und ohne blasphemisch zu sein (ich glaube an Gott und an Jesus Christus !!), sage ich ganz klar: Die Stadt wird spätestens bis zum Termin im Museum Kunst der Westküste oder danach ‘zu Kreuze kriechen’. Sich seit Dezember zu verstecken und das bis zum 30. Juni durchziehen zu versuchen…. So ein armseliges Verhalten.. .. und das aktuelle Defizit des Flughafens zahlen wir Bürger deswegen, und nicht die Investoren!! Danke für nichts, in dem konkreten Fall, Bürgermeister Hetz und Amtsdirektor Stemmer !!

  2. Familie_Reese   am   25. März 2026 at 0:24

    Wir können nicht glauben was wir lesen. Danke für den Bericht und hoffentlich bleibt uns dieser schöne Flugplatz erhalten

  3. Walter M. Goritz   am   25. März 2026 at 0:24

    Was soll die Stadt denn jetzt machen ?! Handshake und Einigung muss jetzt sein. !! So ein Angebot ist doch genau das, was der Bürgermeister und die Stadt bis zum 30. Juni 2026 haben wollte. Oder haben die Stadtoberen gelogen und gehofft, es meldet sich kein Investor ?!???? Anders kann man sich das nicht erklären.. .. Lächerlich zudem ! Meint die Stadt wirklich, damit durchzukommen ?????

  4. Andreas Trotzke   am   24. März 2026 at 22:55

    der Bericht ist stark hatten auch den SHZ Artikel gelesen ihr wieder einmal ausführlicher in der Berichterstattung das echt super. Und die Stadt und WDR = Armutszeugnis

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