Tierschutz im Inselalltag
Veröffentlicht von Pit am 7. Februar 2026
„Tierschutz Föhr – Alle“: Neue Radiosendung gibt Einblicke in den Insel-Tierschutz
Mit der neuen Radiosendung „Tierschutz Föhr – Alle“ ist auf Inselradio Föhr ein Format gestartet, das Tierfreunden eine Stimme gibt – direkt von der Insel, mitten aus dem Alltag der praktischen Tierschutzarbeit. Alle zwei Wochen, jeweils am ersten und dritten Mittwoch im Monat, sprechen Janine Bahr-van Gemmert vom Tierhuus Insel Föhr e.V. und dem Robbenzentrum Föhr gemeinsam mit wechselnden Gästen über Herausforderungen, Besonderheiten und Chancen des Tierschutzes auf Inseln und Halligen.

Die erste Sendung stand ganz im Zeichen der Frage: Wie funktioniert Tierschutz eigentlich auf einer Insel wie Föhr?
Zwei Einrichtungen, ein gemeinsames Ziel
In der Auftaktsendung stellten Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert und Tierpflegerin Katrine Hansen zunächst die Arbeit ihrer Einrichtungen vor. Das Tierhuus Insel Föhr ist längst mehr als eine klassische Wildtier-Notaufnahme. Neben verletzten oder verwaisten Wildtieren werden dort heute auch Heim- und Haustiere aufgenommen – rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche. Ergänzt wird die Arbeit durch das Robbenzentrum Föhr, das sich um Aufklärung, Schutz und Rettung von Meeressäugern kümmert.
Insel-Tierschutz: kurze Wege – große Hürden
Was romantisch klingt, bringt im Alltag ganz eigene Herausforderungen mit sich. Besonders der Transport von Tieren ist auf einer Insel nie selbstverständlich. Futterlieferungen können sich verzögern, Fähren fallen aus – und Tiere müssen trotzdem versorgt werden. Gerade wenn Tiere von anderen Inseln oder vom Festland Hilfe benötigen, ist Organisation gefragt.

Unterstützung kommt dabei häufig von engagierten Partnern wie der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.), die Tiertransporte möglich macht.
Auch tierärztliche Versorgung ist komplexer als auf dem Festland. Janine Bahr-van Gemmert fährt regelmäßig nach Amrum, um dort Tiere zu behandeln – stets mit dem Wissen, dass Wetter, Fähren oder Notfälle jeden Plan spontan ändern können. Flexibilität ist kein Bonus, sondern Voraussetzung.
Wenn Finder nicht helfen können
Ein zentrales Thema der Sendung war der Umgang mit akuten Notfällen. Das Tierhuus ist über ein 24-Stunden-Notfallhandy erreichbar. Viele Finder möchten helfen, können es aber nicht immer: fehlende Mobilität, Unsicherheit oder Berührungsängste spielen dabei eine Rolle. In diesen Fällen beraten die Mitarbeitenden telefonisch, geben klare Anweisungen – oder rücken selbst aus.
Auf Föhr ist das mit dem Stationsfahrzeug meist gut machbar. Doch auch hier zeigt sich der Inselalltag: Manche Orte haben keine Straßennamen, Treffpunkte müssen beschrieben, Wege erklärt werden. Tierschutz bedeutet hier oft Improvisation, Geduld und Ortskenntnis.
Nähe als großer Vorteil
Bei aller Herausforderung hat der Inseltierschutz auch klare Vorteile. Die Gemeinschaft ist überschaubar, Hilfsbereitschaft groß. Viele Menschen schauen hin, melden Fundtiere, helfen beim Transport oder bei der Erstversorgung. Genau diese Nähe macht es möglich, schnell zu reagieren – und ist einer der Gründe, warum das neue Radioformat bewusst den Austausch sucht.
Mit „Tierschutz Föhr – Alle“ soll genau das sichtbar werden: die tägliche Arbeit, die Hintergründe und die Menschen, die sich für Tiere einsetzen – auf Föhr, den Nachbarinseln und darüber hinaus.

Inselkind am 7. Februar 2026 at 17:58
Das Format gefällt uns super freuen uns schon auf die nächste Folge