Ein Ort zum Durchatmen im Klinikalltag
Veröffentlicht von Pit am 7. Februar 2026
Licht, Ruhe und Rückzug: Neuer „Raum der Stille“ am UKSH Campus Lübeck eröffnet
Mitten im oft hektischen Klinikalltag ist am Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein ein besonderer Ort entstanden: Ein neuer, lichtdurchfluteter Raum der Stille, der allen Menschen offensteht – unabhängig von Glauben, Konfession oder persönlicher Lebenssituation.

Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde der Raum am Donnerstag, 5. Februar, feierlich eröffnet. Er befindet sich gut sichtbar am Nebeneingang West des Zentralklinikums (Haus A) und ersetzt den bisherigen Andachtsraum der Klinikseelsorge. Patientinnen und Patienten, Angehörige, Mitarbeitende sowie Studierende können hier zur Ruhe kommen, innehalten oder Kraft schöpfen.
Ein bewusstes Zeichen für Menschlichkeit
Für Kultur- und Wissenschaftsministerin Dr. Dorit Stenke ist der neue Raum ein wichtiges Signal: Krankenhäuser seien Orte medizinischer Spitzenleistung, aber ebenso Orte, an denen Menschen emotionale und seelische Unterstützung brauchen. Der Raum der Stille sei daher Ausdruck von Wertschätzung – gegenüber Erkrankten ebenso wie gegenüber den Beschäftigten, die täglich große Verantwortung tragen.

Auch Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, betont die Bedeutung des neuen Rückzugsortes. Im Rahmen des Baulichen Masterplans habe man bewusst einen Raum geschaffen, der gut erreichbar undjederzeit zugänglich ist – als Einladung, einen Moment Abstand vom Klinikbetrieb zu gewinnen.
Kunst, Licht und Atmosphäre
Der rund 60 Quadratmeter große und über fünf Meter hohe Raum lebt vor allem von seiner außergewöhnlichen Lichtwirkung. Eine etwa 20 Quadratmeter große Fensterfront, gestaltet vom schleswig-holsteinischen Glaskünstler Jörgen Habedank, taucht den Raum in warme Rot-, Gelb- und Orangetöne, durchzogen von blauen Akzenten. Das Ergebnis ist ein lebendiges, zugleich beruhigendes Lichtspiel, das je nach Tageszeit immer neue Stimmungen erzeugt.
Die Planung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg sowie den Klinikseelsorgerinnen beider Konfessionen. Die Kosten für die bauliche Ausstattung in Höhe von 172.000 Euro tragen gemeinsam das UKSH, das Land Schleswig-Holstein sowie die evangelische und katholische Kirche.

Pastor Jochen Schultz, der das Projekt über mehrere Jahre begleitet hat, zeigt sich überzeugt: Die ästhetische Gestaltung werde vielen Menschen guttun, Trost spenden und neue Perspektiven eröffnen.
Raum für Seelsorge, Musik und Begegnung
Der Raum der Stille ist zugleich Wirkungsstätte der Klinikseelsorge. Die evangelischen Seelsorgerinnen Dr. Anne Wehrmann-Kutsche und Cordula Zimmer-Kirchhoff sowie die katholische Seelsorgerin Petra Fiebelmann sehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Neben der individuellen stillen Nutzung sind hier künftig auch wöchentliche Mittagsimpulse geplant – immer mittwochs um 12.30 Uhr, mit Musik, Texten und Gebet. Auch Gottesdienste, Trauungen oder Ausstellungen sollen möglich sein.
Für muslimische Gläubige bleibt zusätzlich ein eigener Gebetsraum, ein sogenannter Mescit, bestehen. Dieser wurde ebenfalls neu gebaut, ist 13 Quadratmeter groß und befindet sich direkt neben dem Raum der Stille.
Ein Ort, der zeigt: Zwischen Medizin, Technik und Zeitdruck braucht es auch Räume für Ruhe, Menschlichkeit und Besinnung.
Fotos: UKSH
