Seenotretter retten Kitesurfer in letzter Minute
Veröffentlicht von Pit am 5. Februar 2026
Ins Eis eingebrochen: Seenotretter retten Kitesurfer in letzter Minute.
Was nach perfekten Bedingungen für Wassersport aussah, wurde innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich: Auf dem Großenbroder Binnensee ist am Mittwoch, den 5. Februar, ein Kitesurfer ins Eis eingebrochen und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Nur das schnelle Eingreifen der Seenotretter verhinderte Schlimmeres.
Starker Ostwind mit sechs bis sieben Beaufort sorgte auf dem zur Ostsee hin offenen Großenbroder Binnensee zunächst für ideale Bedingungen zum Kitesurfen.

Zwei Männer aus Lübeck nutzten den Wind – beobachtet von der Besatzung des Seenotrettungskreuzers BREMEN, der dort stationiert ist.
Zunächst schien alles unter Kontrolle. Beide Kiter bewegten sich bereits über den zugefrorenen Bereich in Richtung Ufer. Doch dann kippte die Situation plötzlich.
Eis, das keines ist
Einer der beiden Männer drehte noch einmal um, offenbar um sein verlorenes Kiteboard zu bergen. Genau in diesem Moment wurde es kritisch. Denn was auf den ersten Blick wie eine feste Eisfläche aussah, entpuppte sich als trügerisch.

Wie Antke Reemts, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), schildert, handelt es sich derzeit nicht um tragfähiges Eis, sondern um sogenanntes Eisgries: eine dicke, schlammartige Masse ohne festen Zusammenhalt. „Man kann darauf weder stehen noch darin schwimmen. Man sinkt ein – und kommt aus eigener Kraft kaum wieder heraus“, erklärt Reemts.
Genau das passierte dem Kitesurfer: Er brach ein und blieb im Eis stecken. Bei einer Wassertemperatur von rund null Grad und minus drei Grad Lufttemperatur war die Gefahr einer schnellen Unterkühlung extrem hoch.
Schnelle Reaktion rettet Leben
Die Seenotretter reagierten sofort. Das Tochterboot VEGESACK wurde zu Wasser gelassen, zwei Einsatzkräfte machten sich umgehend auf den Weg zu dem Mann. Sie fuhren so weit wie möglich in die brüchige Eis-Schlamm-Schicht hinein.
Der Kiter, der einen Neoprenanzug trug, konnte sich mit letzter Kraft in Richtung des Bootes bewegen. Die Seenotretter zogen ihn an Bord, nahmen auch das Kiteboard mit und brachten den Mann sicher an Land.
Der Gerettete blieb glücklicherweise unverletzt und musste nicht weiter medizinisch behandelt werden. Doch klar ist: Ohne die schnelle Hilfe wäre eine Selbstrettung kaum möglich gewesen.
Eindringliche Warnung der Seenotretter
Im Gespräch mit unserer Redaktion warnt die DGzRS noch einmal ausdrücklich davor, vereiste oder teilvereiste Gewässer zu betreten – egal, wie stabil das Eis auf den ersten Blick wirkt. „Gerade auf offenen Gewässern wie der Ostsee oder ihren Bodden- und Binnenseen kann man die Eisqualität überhaupt nicht einschätzen“, betont Antke Reemts.
Wind, Strömung und Salzwasser machen das Eis besonders tückisch. Eine solche Situation könne jederzeit unmittelbar lebensgefährlich werden.
Der Einsatz zeigt eindrücklich, wie schnell aus sportlicher Leichtigkeit eine dramatische Lage werden kann – und wie wichtig Aufmerksamkeit, Erfahrung und schnelle Hilfe sind. Die Seenotretter appellieren an alle Wassersportler: Eis auf dem Meer ist kein Spielplatz.
