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Seenotretter im Einsatz

Veröffentlicht von am 19. März 2026

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Rauch im Maschinenraum: Fischkutter treibt manövrierunfähig vor Süderoogsand – Seenotretter im nächtlichen Einsatz.

Ein Fischkutter, Rauch im Maschinenraum – und plötzlich manövrierunfähig auf offener See: Vor der nordfriesischen Küste wurde es in der Nacht zu Mittwoch für die Besatzung eines 22 Meter langen Schiffes ernst. Gegen 21 Uhr am Dienstagabend (17. März) meldete sich der Kapitän bei der Rettungsleitstelle See in Bremen. Zuvor hatte die Maschine ungewöhnliche Geräusche gemacht und stark geraucht – die Crew stellte sie daraufhin ab. Das Problem: Der Kutter konnte nicht mehr manövrieren und befand sich rund acht Seemeilen südwestlich von Süderoogsand.

Gefahr durch Wind und Wellen

Was zunächst wie eine technische Panne klingt, kann auf See schnell zur ernsten Lage werden. „Wenn ein Schiff keine Fahrt mehr machen kann, wird es zum Spielball von Wind und Wellen“, erklärt DGzRS-Sprecher Patrick Testa-Kreitz im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Genau das drohte auch in diesem Fall:

Der Kutter hätte in Richtung flaches Wattwasser treiben und auf einer Sandbank festkommen können – mit möglichen schweren Schäden am Schiff.

Zwei Rettungskreuzer im Einsatz

Die Seenotretter reagierten umgehend.
Der Seenotrettungskreuzer EISWETTE von der Station Nordstrand lief aus, gleichzeitig wurde die THEODOR STORM aus Büsum in den Einsatz eingebunden.
Gegen 22.15 Uhr erreichte die EISWETTE den Havaristen und stellte eine Schleppverbindung her. Anschließend nahm der Verband Kurs in Richtung Büsum auf, wo der Fischkutter sicher in den Hafen gebracht werden sollte.

Stundenlange Schleppfahrt durch die Nacht

Trotz vergleichsweise ruhiger Wetterbedingungen zog sich der Einsatz über viele Stunden. Denn mit einem Fischkutter im Schlepp ist nur langsames Vorankommen möglich. „Schneller als etwa fünf Knoten – also rund neun Kilometer pro Stunde – geht es dann kaum“, so Testa-Kreitz. „Das zeigt, wie weit die Wege auf See sind.“ In der Nacht übernahm schließlich die THEODOR STORM den Schleppverband.Erst gegen 6 Uhr morgens erreichten die Seenotretter mit dem Kutter sicher den Hafen von Büsum.

Routineeinsatz – mit großem Risiko im Hintergrund

Auch wenn der Einsatz glimpflich verlief, macht er deutlich, wie schnell sich Situationen auf See zuspitzen können. „Anders als an Land kann man nicht einfach anhalten und warten“, betont Testa-Kreitz. „Auch zunächst harmlose Lagen können sich schnell entwickeln.“
Gerade deshalb ist das Zusammenspiel der Seenotretter entscheidend. Die enge Abstimmung zwischen den Stationen – wie hier zwischen Nordstrand und Büsum – sorgt für schnelle Hilfe im Ernstfall.

Rettungssystem mit Erfahrung

Koordiniert werden solche Einsätze von der Rettungsleitstelle See in Bremen.
Sie greift bei Bedarf auch auf andere Schiffe in der Nähe zurück – egal ob Behördenfahrzeuge oder private Schiffe. „Unsere Crews trainieren regelmäßig gemeinsam“, sagt Testa-Kreitz. „So weiß jeder, was der andere tut – das schafft Routine für den Ernstfall.“

Und genau diese Routine sorgte in dieser Nacht dafür, dass aus einer potenziell gefährlichen Situation kein Unglück wurde.

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