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Podcast „Mary Celeste“

Veröffentlicht von am 1. April 2026

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Geisterschiff mit Föhr-Spur: Neuer NDR-Podcast erzählt das Rätsel der „Mary Celeste“ – und führt direkt auf die Insel.

Ein verlassenes Schiff mitten im Atlantik, eine verschwundene Besatzung – und eine Spur, die direkt nach Föhr führt. Der neue Podcast „Mary Celeste – Das Geheimnis des Geisterschiffs“ erzählt eine der bekanntesten Seefahrergeschichten der Welt – und verbindet sie mit einer ganz persönlichen Spurensuche auf der Insel. Produziert wurde das Projekt vom NDR Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Ferring Stiftung und Honig & Gold – und das Ganze gleich zweisprachig auf Hochdeutsch und Friesisch.

Foto: Stefan Gaul 

Ein Rätsel, das bis heute ungelöst ist

Die Geschichte der Mary Celeste fasziniert seit über 150 Jahren. 1872 wurde das Schiff führerlos auf dem Atlantik entdeckt – ohne einen einzigen Menschen an Bord. „Man fragt sich bis heute: Was ist passiert?“, sagt Podcaster Bente Faust. Besonders spannend: Zwei der Crewmitglieder stammten von Föhr – die Brüder Folkert und Boje Lorenzen aus Utersum.

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Für Faust begann die Recherche eher zufällig – und entwickelte sich schnell zu einer intensiven Spurensuche, die bis in die eigene Familiengeschichte und über den Atlantik hinaus führte. „Dann fing die ganze Reise an“, beschreibt er den Moment, in dem aus einer Idee ein umfangreiches Projekt wurde.

Beitrag Mary Celeste Podcast (1)

Von Föhr in die Welt – und zurück

Auch für Robert Kleih wurde schnell klar, wie besonders diese Geschichte ist. „Auf einmal gab es Verbindungen nach Amrum, nach Amerika – und zurück nach Föhr“, erzählt er. Neben historischen Fakten standen dabei vor allem die Menschen im Mittelpunkt: die Seeleute, ihre Familien und ihre Geschichten.

Ein zentrales Element des Podcasts ist genau dieser persönliche Zugang. Anders als viele frühere Berichte über die Mary Celeste geht es hier nicht nur um das Rätsel selbst, sondern auch um das Leben der Hinterbliebenen – und die Frage, welche Spuren solche Ereignisse bis heute hinterlassen.

Zwischen Mythos und Wahrheit

Dass sich die Geschichte der Mary Celeste bis heute hält, liegt auch an den vielen Theorien rund um das Verschwinden der Crew. „Es gibt die wildesten Spekulationen“, sagt Faust. Weil der Fall nie vollständig geklärt wurde, bleibt viel Raum für Interpretationen – von Seemannsgarn bis hin zu frühen Formen von „Fake News“.

Schon damals verbreiteten sich Nachrichten erstaunlich schnell. „Auch vor 150 Jahren gingen Meldungen innerhalb weniger Tage um die Welt“, erklärt Kleih. Ein Aspekt, der zeigt: Die Mechanismen hinter Geschichten und Mythen sind heute oft die gleichen wie damals.

Beitrag Mary Celeste Podcast (2)

Zweisprachig – für mehr als nur Authentizität

Eine Besonderheit des Podcasts: Er erscheint sowohl auf Hochdeutsch als auch auf Friesisch. Für die Ferring Stiftung ist das ein wichtiges Signal. „Wenn wir die Geschichte erzählen wollen, müssen wir sie auch in der Sprache erzählen, in der sie stattgefunden hat“, sagt Kleih.

Denn die Seeleute von damals sprachen Friesisch – und genau diese Authentizität soll auch im Podcast spürbar sein. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass moderne Produktionen auch in kleineren Sprachen funktionieren können. Für Faust war die friesische Version sogar eine persönliche Herausforderung: „Ein echter Crashkurs – aber auch eine große Chance.“

Ein großes Projekt mit vielen Beteiligten

Hinter dem Podcast steckt ein umfangreiches Team. Mehr als 30 Beteiligte haben an Produktion, Recherche, Texten und Musik mitgewirkt. Besonders auffällig: Der Podcast verbindet klassische Geschichtsaufarbeitung mit Storytelling, persönlichen Einblicken und eigens produzierter Musik – darunter auch ein Shanty, der speziell für das Projekt entstanden ist.

Foto: Stefan Gaul 
Beitrag Mary Celeste Podcast (3)

Mehr als nur Unterhaltung

Neben Spannung und Unterhaltung geht es den Machern auch um etwas Grundsätzliches. „Vielleicht inspiriert der Podcast dazu, selbst in der eigenen Familiengeschichte zu forschen“, sagt Faust. Denn spannende Geschichten gebe es überall – man müsse sie nur entdecken.

Auch Kleih betont diesen Gedanken: „Geschichte lebendig zu halten, ist wichtig – und ein Podcast ist dafür ein besonders zugängliches Format.“

Jetzt in der ARD Audiothek verfügbar

Der Podcast „Mary Celeste – Das Geheimnis des Geisterschiffs“ ist seit dem 26. März in der ARD Audiothek verfügbar. Wer sich auf die Spur des Geisterschiffs begibt, entdeckt nicht nur ein jahrhundertealtes Rätsel – sondern auch ein Stück Föhrer Geschichte, das bis heute nachwirkt.

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