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Meldeschein-Statistik 2025

Veröffentlicht von am 11. März 2026

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Über 200.000 Gäste auf Föhr: Warum 2025 ein echtes Mutmach-Jahr für die Insel ist

Der Tourismus ist und bleibt das Rückgrat der Insel. Und gerade weil in den vergangenen Monaten viel diskutiert wurde – über Gastronomie, Leerstände, Social-Media-Stimmungen und wirtschaftliche Unsicherheiten – lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Zahlen.

Fotos: Stefan Gaul 

Denn die Meldeschein-Statistik 2025 der Föhr Tourismus GmbH sendet ein klares Signal: Föhr wächst wieder. 4,6 Prozent mehr Gäste, 1,9 Prozent mehr Übernachtungen und über 200.000 Ankünfte im Jahr 2025.

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Unsere Redaktion war zu Besuch bei der Tourismus GmbH und hat mit Tourismuschef Jochen Gemeinhardt und Pressesprecherin Ann-Kathrin Meyerhoff ausführlich über diese Entwicklung gesprochen – über Hintergründe, Einordnung und darüber, wie es weitergehen soll.

„Es ist ein gutes Signal – und das darf man auch so sagen.“

„Wir hatten die letzten Jahre fast durchweg ein Minus“, sagt Jochen Gemeinhardt gleich zu Beginn unseres Gesprächs. „Insofern ist es natürlich schön, dass wir es wieder hinbekommen haben, ins Plus zu rutschen.“

4,6 Prozent mehr Gästeankünfte – das sind über 200.000 Menschen, die 2025 ihren Urlaub bewusst auf Föhr verbracht haben.

Bei den Übernachtungen steht ein Plus von 1,9 Prozent. „Das ist ein gutes Signal, dass die Gäste gerne auf die Insel kommen“, betont Gemeinhardt. Und fügt mit einem leichten Seitenhieb in Richtung öffentlicher Debatten hinzu: „Es macht keinen Sinn, positive Nachrichten künstlich schlechtzureden.“
Ein Satz, der hängen bleibt.

Beitrag Meldeschein-Statistik 2025 (1)

Warum diese Zahlen so aussagekräftig sind

Ann-Kathrin Meyerhoff erklärt, warum die Meldeschein-Statistik für Föhr besonders relevant ist: „In unserer Statistik tauchen auch die nicht gewerblichen Betriebe auf. Das macht sie für unsere Insel genauer.“ Während andere Erhebungen nur größere Betriebe erfassen, bildet diese Statistik die typische Föhrer Struktur ab – mit vielen kleineren Anbietern.

Der Nachteil: Die Zahlen sind immer erst im Nachhinein vollständig verfügbar. „Wir würden natürlich gerne schon im Sommer ganz genau wissen, wo wir stehen“, sagt Meyerhoff, „aber bei Papiermeldescheinen dauert es einfach, bis alles ausgewertet ist.“

Beitrag Meldeschein-Statistik 2025 (2)

Kürzere Aufenthalte – ein bundesweiter Trend

Ein Punkt, der auffällt: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sinkt leicht. 2025 liegt sie bei 8,31 Tagen. „Früher gab es den einen großen Jahresurlaub“, erklärt Gemeinhardt. „Heute teilen viele Menschen ihren Urlaub auf mehrere Reisen auf.“ Das sei kein Föhr-Phänomen, sondern ein struktureller Wandel. Und dennoch bleibt die Insel im Vergleich stark – viele Festlandsdestinationen liegen inzwischen deutlich unter acht Tagen. „Wir profitieren immer noch von der Insellage“, sagt Gemeinhardt. „Wer hier ist, bleibt in der Regel auch hier.“

Schleswig-Holstein wird wichtigste Gästegruppe

Eine interessante Verschiebung zeigt sich bei den Herkunftsregionen. Schleswig-Holstein liegt vor Nordrhein-Westfalen.
„Die Zeiten ändern sich“, sagt Gemeinhardt schmunzelnd. „Vielleicht spielt die kürzere Anreise eine Rolle. Weniger Fahrtzeit, weniger Kosten – mehr Urlaub vor der Haustür.“ Auch Niedersachsen habe stark zugelegt. Die Nähe scheint in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein entscheidender Faktor zu sein.

Beitrag Meldeschein-Statistik 2025 (3)

Tagesgäste mit starkem Plus

Besonders deutlich ist der Anstieg bei den Tagesgästen – rund 29 Prozent mehr.

„Wir wissen aber auch, dass die Grauziffer höher ist“, sagt Meyerhoff. Kontrollen, Automaten, Online-Ticketshop – die Erfassung ist präziser geworden.

Gemeinhardt sieht darin vor allem eine Chance: „Meine Hoffnung ist, dass der Tagesgast die Insel kennenlernt, sich verliebt und als Übernachtungsgast zurückkommt.“

Diskussionen um Gastronomie und Leerstand

Trotz positiver Zahlen werden Themen wie Gastronomie-Rückgänge oder Leerstand – insbesondere in Wyk auf Föhr – intensiv diskutiert.

„Natürlich bemerken wir das“, sagt Gemeinhardt. „Aber man muss immer den Einzelfall betrachten. Nicht jede Schließung hat mit mangelnder Nachfrage zu tun.“ Mietverträge, Nachfolge, persönliche Entscheidungen – vieles spiele eine Rolle. Und trotzdem: „Es wäre schön, wenn das eine oder andere Lokal zur Saison wieder besetzt ist.“

Beitrag Meldeschein-Statistik 2025 (4)

Ferien auf Föhr meldet starkes Wachstum

Ein besonders positives Signal kommt von der Ferien auf Föhr GmbH. Geschäftsführer Robert Weber berichtet von einem „durchwachsenen, aber insgesamt sehr erfolgreichen Jahr“. „Wir konnten mit einer Steigerung von 14 Prozent bei den gebuchten Übernachtungen abschließen. Beim Umsatz lagen wir sogar noch darüber.“

Gerade die Nebensaison habe sich positiv entwickelt. Flexible Mindestaufenthalte und dynamische Preisgestaltung hätten zusätzliche Buchungen ermöglicht. „Wenn wir einen Strich drunter machen, sind wir wirklich sehr zufrieden“, so Weber.

Wie bleibt Föhr attraktiv?

Für die Zukunft setzen Gemeinhardt und Meyerhoff auf klare Themen:

Familien – Natur – Radfahren – Entschleunigung.

„Wir definieren weniger Zielgruppen, sondern eher Themen“, erklärt Gemeinhardt. „Föhr ist und bleibt Familieninsel.“

Meyerhoff ergänzt: „Wir müssen uns als Insel gut vernetzen und transparent miteinander arbeiten. Nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen.“ Ein schönes Beispiel sei das Winterkino – eine Kooperation mit lokalen Partnern. „Welches Kino kann man verlassen und sieht direkt das Meer?“, fragt Meyerhoff lachend.

Der Blick nach 2026

Was wäre ein erfolgreiches Jahr 2026? Gemeinhardt antwortet ruhig: „Wenn wir wieder gute Zahlen haben – und sich die Stimmung insgesamt verbessert hat.“

Und genau das ist vielleicht der entscheidende Punkt.
2025 zeigt: Föhr ist gefragt. Föhr entwickelt sich. Föhr hat Potenzial.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Und sie machen Mut.

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