Infektlage auf Föhr
Veröffentlicht von Pit am 27. Februar 2026
Mehr Krankmeldungen – aber keine Welle: Hausarzt ordnet Influenza A und Magen-Darm-Infekte ein.
Auf Sylt steigen aktuell die Krankmeldungen deutlich an – Magen-Darm-Infekte, Influenza A, viele Ausfälle in Schulen und Betrieben. Doch wie sieht die Lage auf Föhr aus?
Die Schulen auf Föhr und Amrum melden bislang „unauffällige Zahlen“. Aber was sagen die Arztpraxen? Hausarzt Christoph Meyer-Schillhorn gibt Entwarnung – zumindest teilweise. „Keine außergewöhnliche Erhöhung, aber schon ein wenig Vermehrung der Krankmeldungen seit zweieinhalb Wochen“, erklärt er. Von einer dramatischen Welle könne jedoch keine Rede sein.

Influenza A häufiger – aber keine Massenfälle
Auffällig sei derzeit vor allem Influenza A. „Wir haben vermehrt Influenza A, aber jetzt auch keine Riesenwelle“, so Meyer-Schillhorn. Besonders betroffen seien Kinder und Jugendliche, die die Grippe zum ersten Mal durchmachen – und entsprechend stark erkranken.
In den vergangenen zwei Wochen seien rund fünf bestätigte Influenza-Fälle in seiner Praxis aufgetreten, darunter auch ein bis zwei Erwachsene. Zusätzlich gebe es klassische Atemwegsinfekte wie Rachen- oder Mandelentzündungen, meist virusbedingt und nur selten behandlungsbedürftig mit Antibiotika. Magen-Darm-Erkrankungen gebe es ebenfalls – „aber nicht ungewöhnlich viele“.
Wann sollte man zum Arzt?
Entscheidend sei der Allgemeinzustand, betont der Hausarzt. Wer länger als drei oder vier Tage hohes Fieber habe, kaum essen oder trinken könne oder sich extrem abgeschlagen fühle, sollte zumindest telefonisch Rücksprache mit der Praxis halten.
„Nicht, dass sich zusätzlich noch etwas eingenistet hat“, erklärt Meyer-Schillhorn. Gerade bei anhaltenden Beschwerden müsse ausgeschlossen werden, dass sich eine bakterielle Infektion dazugesellt hat.
Grippe oder nur Erkältung?
Die echte Influenza unterscheide sich deutlich von einem normalen grippalen Infekt. „Die Virusgrippe A oder B beginnt oft sehr plötzlich – von einer Stunde auf die andere mit starken bis stärksten Kopf- und Gliederschmerzen.“ Viele Patienten beschrieben das Gefühl, noch nie so krank gewesen zu sein.
Im Gegensatz dazu verlaufe ein gewöhnlicher Atemwegsinfekt meist langsamer und milder. Ein Magen-Darm-Virus wiederum zeige sich typischerweise durch gleichzeitiges Erbrechen und wässrigen Durchfall, häufig begleitet von Bauchschmerzen. Diese Symptomkombination sei relativ eindeutig.
Was jetzt wichtig ist
Panik sei nicht angebracht, wohl aber Vernunft. „Wenn ich wirklich Fieber habe oder mich stark krank fühle, dann sollte ich zu Hause bleiben“, sagt Meyer-Schillhorn. Nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zum Schutz anderer.
Besonders in Schulen, Kitas und Betrieben verbreiten sich Viren schnell. „Infektionsketten kann man unterbrechen, indem man krank nicht zur Arbeit oder zu Veranstaltungen geht.“
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen weiterhin konsequente Handhygiene, Abstand bei akuten Symptomen und das Vermeiden von Berührungen im Gesicht nach Kontakt mit Oberflächen.
Hausmittel statt Panik
Bei leichten Infekten helfen vor allem Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine vitaminreiche Ernährung. Bei Bedarf könne ein Schmerzmittel gegen Kopf- oder Gliederschmerzen sinnvoll sein. „Flüssigkeit ist der beste Schleimlöser“, erklärt der Hausarzt. Abschwellendes Nasenspray könne kurzfristig helfen, solle aber nur gezielt eingesetzt werden.
Grippeimpfung – jetzt zu spät?
Für eine Grippeschutzimpfung sei es derzeit eher spät. „Es gibt kaum noch Impfstoff, und man braucht etwa zwei Wochen, bis ein Immunschutz aufgebaut ist“, erklärt Meyer-Schillhorn. Für die aktuelle Saison sei das Zeitfenster nahezu geschlossen.
Empfohlen werde die Impfung künftig wieder im Zeitraum Ende Oktober bis Ende November. Dann halte der Schutz in der Regel durch die gesamte Wintersaison.
Familienalltag bleibt Realität
Gerade in Familien lasse sich eine vollständige Isolation kaum umsetzen. „Wer separiert seine Kinder schon zu Hause in eigenen Räumen?“, fragt Meyer-Schillhorn. Drastische Maßnahmen seien im normalen Alltag weder realistisch noch sinnvoll.
Sein Fazit: Die Infekte gehören zur Jahreszeit dazu. Die Lage auf Föhr ist leicht erhöht, aber nicht außergewöhnlich. Wichtig seien Besonnenheit, Hygiene und ein verantwortungsvoller Umgang mit Krankheitssymptomen.
