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Hybridmarkt in Nieblum

Veröffentlicht von am 21. März 2026

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Einkaufen bis 23 Uhr auf Föhr: Frischemarkt Hückstädt wird zum Hybridmarkt – mehr Freiheit für Insulaner und Gäste.

Einkaufen bis spät am Abend – und das ganz ohne Personal: Was in vielen Städten längst zum Alltag gehört, hält jetzt auch auf Föhr Einzug. Der Frischemarkt Hückstädt in Nieblum geht neue Wege und wird zum Hybridmarkt. Das bedeutet: einkaufen auch ohne Personal – gesteuert über Ausweis, Technik und Selbstbedienung. Hinter dem Konzept steht Geeske Christiansen, die den Familienbetrieb in fünfter Generation führt und ihn jetzt grundlegend neu aufgestellt hat.

Foto: Stefan Gaul 

Einkaufen per Ausweis – auch spät am Abend

Wer künftig spät einkaufen möchte, kommt trotzdem in den Laden. „Draußen gibt es einen Scanner – da legt man einfach seinen Personalausweis oder Führerschein rein“, erklärt Christiansen. „Wenn man über 18 ist, wird der Zugang freigegeben und die Tür geht auf.“ Im Markt läuft dann alles wie gewohnt – nur eben ohne Personal: Produkte auswählen, selbst scannen, mit EC-Karte bezahlen und wieder rausgehen. Einige Einschränkungen gibt es: Hochprozentiger Alkohol und Zigaretten sind außerhalb der regulären Öffnungszeiten nicht erhältlich. Alles andere schon.

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Mehr Freiheit für Insulaner und Gäste

Gerade auf Föhr ist das ein echter Fortschritt. Denn viele Märkte schließen bisher am frühen Abend. „Für uns auf Föhr ist das schon ein Gewinn, dass man länger einkaufen kann“, sagt Christiansen. „Und auch für Gäste – wenn sie spät ankommen, können sie sich hier noch schnell etwas holen.“ Ob spontane Pizza nach der Ankunft oder ein schneller Einkauf nach Feierabend – das Konzept schafft neue Möglichkeiten im Alltag.

Umbau mit Herausforderungen

Der Weg dahin war allerdings alles andere als einfach. Monate voller Planung, Technik und Umbau stecken im neuen Markt. „Wir haben einen komplett neuen Server, neue Kassen, unglaublich viele Kabel und natürlich Kameras installiert“, erzählt Christiansen. „Wer im Winter hier war, hat gesehen, wie wild das aussah.“ Hinzu kommt: Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1637 – keine leichte Ausgangslage für moderne Technik. „Zwischendurch hatte ich schon Momente, wo ich dachte: Das ist vielleicht eine Nummer zu groß“, sagt sie offen. „Aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“

Foto: Stefan Gaul 

KI unterstützt beim Einkauf

Auch im Detail zeigt sich, wie modern der Markt geworden ist. Die Obst- und Gemüsewaage arbeitet mit künstlicher Intelligenz. „Die erkennt automatisch, was du drauflegst – und lernt sogar dazu“, erklärt Christiansen.

Mehr als nur ein Geschäftsmodell

Für Christiansen geht es nicht nur um längere Öffnungszeiten. Der Hybridmarkt soll auch die Nahversorgung auf der Insel stärken. „Uns geht es darum, etwas für die Struktur hier zu tun – für die Föhrer und auch für die Gäste“, sagt sie. Gerade Zeiten ohne Personal – etwa abends, im Winter oder an Sonntagen – könnten so künftig besser abgedeckt werden.

Zwischen Skepsis und Neugier

Die Reaktionen auf der Insel sind unterschiedlich – aber zunehmend positiv. „Am Anfang gab es auch kritische Stimmen“, erzählt Christiansen. „Aber je mehr man sieht, desto neugieriger werden die Leute.“ Viele wollen das System inzwischen selbst ausprobieren – oft ganz bewusst mit Unterstützung vor Ort.

Eröffnung mit Spendenaktion

Am Samstag, den 21. März, wird der neue Hybridmarkt offiziell eröffnet. Geplant ist ein Tag der offenen Tür von 15 bis 19 Uhr – mit Einblicken ins System, Verpflegung und der Möglichkeit, alles direkt zu testen. Auf Geschenke verzichtet Christiansen bewusst: „Ich möchte lieber etwas zurückgeben. Deshalb stellen wir Spendenboxen auf – das Geld geht an einen Verein von der Insel.“

Foto: Stefan Gaul 

Blick nach vorn

Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem eines:
Dass das System funktioniert – und sich im Alltag etabliert. „Natürlich wird es am Anfang noch Dinge geben, die wir verbessern müssen“, sagt sie. „Aber ich hoffe, dass es irgendwann ganz selbstverständlich läuft.“ Fest steht schon jetzt: Mit dem Hybridmarkt in Nieblum beginnt auf Föhr eine neue Ära des Einkaufens – flexibler, digitaler und ein Stück unabhängiger von klassischen Öffnungszeiten.

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