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Der Winterzirkus fällt aus

Veröffentlicht von am 8. Januar 2026

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Mehr als eine abgesagte Show: Wie der Winterzirkus dennoch Spuren hinterlässt.

Eigentlich hätte am Freitagabend die Nationalparkhalle voller Applaus sein sollen. Fast 50 Kinder, bunte Kostüme, leuchtende Augen – der Winterzirkus sollte der krönende Abschluss einer intensiven Probenwoche werden. Doch die aktuelle Wetterlage machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung: Die Aufführung musste kurzfristig abgesagt werden. Was bleibt, ist dennoch weit mehr als eine ausgefallene Show. Denn in den vergangenen Tagen ist in der Nationalparkhalle etwas ganz Besonderes entstanden – getragen von Kreativität, Teamarbeit und großem Engagement.

Ein FSJ-Projekt mit Vorgeschichte

Organisiert wurde das Projekt von Luzie und Ewa, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Circus Waldoni in Darmstadt absolvieren. Ein eigenes FSJ-Projekt gehört dort fest zum Jahr dazu – und genau daraus entwickelte sich die Idee für den Winterzirkus auf Föhr. Wie Ewa im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt, stand von Beginn an fest, dass sie ihr Projekt gemeinsam umsetzen möchten. Inspiration lieferte ein ähnliches Zirkusprojekt, das bereits vor sieben oder acht Jahren auf Föhr stattgefunden hatte. Die Idee: Das Format wieder aufleben lassen – mit neuen Kindern, neuen Impulsen und frischer Energie. Zu zweit sei das Projekt zudem deutlich angenehmer umzusetzen, da sich Aufgaben sinnvoll aufteilen lassen.

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Klare Rollen, gemeinsames Ziel

Die beiden Organisatorinnen verteilten ihre Aufgaben bewusst. Luzie kümmerte sich vor allem um die organisatorischen Abläufe: Kontakte herstellen, Termine koordinieren, Absprachen treffen und den Rahmen schaffen, in dem das Projekt stattfinden konnte. Ewa behielt den kreativen Überblick über die entstehende Show und achtete darauf, dass aus den vielen einzelnen Ideen am Ende ein stimmiges Gesamtbild entstehen konnte. Dabei gab es keinen starren Plan. In den ersten Proben ging es vor allem darum, verschiedene Zirkusdisziplinen auszuprobieren. Die Kinder konnten unterschiedliche Genres kennenlernen und anschließend selbst entscheiden, welche Nummer sie später zeigen möchten. Aus diesen einzelnen Bausteinen wurde die geplante Show Schritt für Schritt zusammengesetzt – bunt gemischt, lebendig und ganz individuell.

Föhr, Schnee und ein besonderes Gefühl

Für Ewa war es der erste Aufenthalt auf Föhr. Ursprünglich aus Heidelberg, mit einer Station in Aachen, erlebte sie die Insel gleich von einer besonderen Seite: winterlich, verschneit und ruhig. Die Kombination aus Insel und Schnee habe sie überrascht – und begeistert. Durch Luzie habe sie sich schnell zurechtgefunden und sich nicht wie eine Touristin, sondern als Teil des Ganzen gefühlt.
Zirkus begleitet Ewa schon seit ihrer frühen Kindheit. Seit vielen Jahren steht sie selbst in der Manege und gibt dieses Wissen heute an Kinder weiter. Luzie hingegen ist auf Föhr aufgewachsen und sammelte ihre ersten Zirkuserfahrungen beim Circus Mytilus. Nach dem Abitur führte ihr Weg nach Darmstadt – nun kehrte sie mit einem eigenen Projekt auf ihre Heimatinsel zurück.

Mehr als eine abgesagte Show

Auch wenn die große Aufführung am Ende nicht stattfinden konnte, war die Enttäuschung nur ein Teil der Geschichte. Viel größer war das, was in dieser Woche entstanden ist: neue Erfahrungen, Mut, Gemeinschaft und das Gefühl, gemeinsam etwas geschaffen zu haben.

Unsere Redaktion war bei den Proben dabei und konnte erleben, wie viel Einsatz hinter dem Projekt steckt. Die Arbeit der Kinder, der Trainerinnen und der beiden Organisatorinnen soll deshalb nicht ungesehen bleiben – auch ohne Applaus von der Tribüne. Manchmal ist es nicht die Bühne, die zählt. Sondern der Weg dorthin.

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