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Der Winter auf Hallig Süderoog

Veröffentlicht von am 3. Februar 2026

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Leben am Rand der Nordsee: Winter auf Hallig Süderoog zwischen Sturm, Stille und Zusammenhalt.

Wie fühlt sich Winter an, wenn man mitten im Wattenmeer lebt – ohne Nachbarn, ohne Stromanschluss, dafür mit Wind, Gezeiten und viel Verantwortung? Auf der Hallig Süderoog leben genau vier Menschen ganzjährig: Nele Wree, ihr Mann Holger Speer-Wree und ihre beiden Töchter Fenja und Ilvy. Ein Haus, eine Warft, eine Familie – und ringsum das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer.

Süderoog ist etwas Besonderes: Sie ist die einzige dauerhaft bewohnte Hallig in der streng geschützten Zone 1 des Nationalparks Wattenmeer. Nele und Holger arbeiten für den Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz und kümmern sich um diese einzigartige Landschaft – bei jedem Wetter, zu jeder Jahreszeit.

Gut vorbereitet statt überrascht

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Als Sturmtief „Elly“ Nordfriesland erreichte, blieb auf Süderoog die große Aufregung aus. Nicht, weil das Wetter harmlos war – sondern weil Vorbereitung hier zum Alltag gehört. „Wir schauen eigentlich ständig auf Wetter, Tide und Vorhersagen“, erzählt Holger. Wer auf einer Hallig lebt, könne es sich nicht leisten, überrascht zu werden.

Süderoog hat keine externe Stromversorgung. Strom entsteht über einen Dieselgenerator, geheizt wird mit Holz, gekocht mit Gas. Bevor der Winter beginnt, werden Batterien, Brennstoffe, Vorräte und Tierfutter aufgefüllt. Das passiert nicht erst im Dezember – sondern schon im Sommer und Herbst. „Wir müssen immer damit rechnen, auch mal zwei oder drei Wochen komplett abgeschnitten zu sein“, sagt Holger. Und genau deshalb ist alles da, was man braucht.

Tiere im Blick – auch die wilden

Während Schafe und andere Hoftiere gut geschützt im Stall waren, zeigte sich der Winter besonders für Wildvögel als Herausforderung. Kälte, Wind und gefrorene Flächen machten Nahrung knapp.
Viele Vögel suchten die Nähe der Warft, einige waren sichtbar geschwächt. Für die Familie war klar: helfen, wo es geht. Futterstellen wurden kontrolliert, Vogelhäuschen gefüllt – Verantwortung endet auf Süderoog nicht an der Haustür.

Wenn der Winter plötzlich leicht wird

So hart der Winter sein kann – er hat auch eine andere Seite. Nach dem Sturm kam Sonne, Frost und etwas, das man auf einer Hallig nicht jedes Jahr erlebt: echter Winterspaß.

Die Töchter tobten stundenlang draußen, bauten Schneemänner, fuhren Schlitten – und standen plötzlich auf Schlittschuhen. Kleine, gefrorene Wasserflächen auf der Salzwiese wurden zur Eisbahn. „Die Schlittschuhe hatten sie gerade zu Weihnachten bekommen – und dann passte alles“, erzählt Holger. Ein seltener Moment, der bleibt.

Besonders war auch der Zeitpunkt: Durch Schulausfall und ein kleines Wetterfenster konnten die Kinder rechtzeitig auf die Hallig geholt werden. Lernen fand dann im Homeoffice statt – mit Blick auf Schnee, Watt und Himmel.

Ein Winter, der noch nicht fertig ist

Sein Fazit fällt ruhig und positiv aus. Die Familie hat den bisherigen Winter gut gemeistert. Doch Holger bleibt realistisch:
„Wenn der Winter zurückkommt, dann meist im Februar.“ Auf Süderoog rechnet man nicht mit Extremen – sondern mit allem.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Halligleben und Festland: Hier wird nicht gegen das Wetter gearbeitet, sondern mit ihm gelebt.

Am Ende bleibt das Bild einer Hallig, die aussieht wie ein Herz – und einer Familie, die genau das lebt: Zusammenhalt, Verantwortung und eine tiefe Verbundenheit mit diesem besonderen Ort mitten im Wattenmeer.

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Deine Meinung
  1. Familie Aschau   am   3. Februar 2026 at 16:20

    Der Beitrag ist ja mal richtig schön und spannend zu hören liebes Radioteam von Föhr. Ruhig mehr von der Nachbarn und Festland macht euer Programm noch spannender hören sehr gerne täglich zu.

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