Einsatzbilanz Christoph Europa 5 im Jahr 2025
Veröffentlicht von Pit am 2. Februar 2026
Wenn jede Minute zählt: „Christoph Europa 5“ fliegt deutlich mehr Einsätze – Luftrettung gewinnt weiter an Bedeutung.
Die Luftrettung bleibt ein unverzichtbarer Baustein der Notfallversorgung – das zeigt die aktuelle Jahresbilanz der DRF Luftrettung eindrucksvoll. Besonders deutlich wird das am Beispiel von „Christoph Europa 5“, dem in Niebüll stationierten Rettungshubschrauber, der regelmäßig auch zu Einsätzen auf Föhr, Amrum und in der gesamten nordfriesischen Region startet.

Deutlicher Anstieg der Einsätze in Niebüll
Im Jahr 2025 wurde „Christoph Europa 5″ insgesamt 1.555-mal alarmiert.
Davon entfielen:
● 1.138 Einsätze auf die Notfallrettung
● 417 Einsätze auf Interhospital-Transporte, also Verlegungen kritisch kranker oder verletzter Patientinnen und Patienten zwischen Kliniken
Zum Vergleich: 2024 rückte der Niebüller Hubschrauber 1.312-mal aus. Damit ist die Zahl der Einsätze innerhalb eines Jahres spürbar gestiegen – ein klares Zeichen dafür, wie wichtig schnelle Hilfe aus der Luft gerade in einer strukturell weitläufigen Region wie Nordfriesland ist.


Luftrettung in Schleswig-Holstein stark gefordert
Nicht nur in Niebüll, sondern landesweit waren die rot-weißen Hubschrauber der DRF stark im Einsatz. Alle in Schleswig-Holstein stationierten DRF-Hubschrauber zusammen kamen 2025 auf 3.068 Alarmierungen.
Landes- und bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Die DRF Luftrettung verzeichnete 36.407 Einsätze – ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig: Einsätze bei Dunkelheit nahmen weiter zu, ein Trend, der sich seit mehreren Jahren abzeichnet.
Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfälle – häufige Alarmierungsgründe
Wie schon in den Vorjahren waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen der häufigste Grund für Notfalleinsätze. Dazu zählen unter anderem Herzinfarkte und Schlaganfälle, bei denen jede Minute über Leben und bleibende Schäden entscheiden kann.

Auch Unfälle und schwere Stürze führten regelmäßig zur Alarmierung der Luftrettung. In 226 Fällen kam 2025 zusätzlich eine Rettungswinde zum Einsatz – ein Plus von 41 Prozent. Sie wird genutzt, wenn Einsatzorte am Boden nur schwer oder gar nicht erreichbar sind, etwa in unwegsamem Gelände oder auf engem Raum.
Moderne Technik direkt am Einsatzort
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Luftrettung liegt in der hochmodernen medizinischen Ausstattung der Hubschrauber. Die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF können bereits am Einsatzort erweiterte Diagnostik durchführen:
● Mobile Ultraschallgeräte zur schnellen Erkennung innerer Verletzungen
● Blutgasanalysegeräte, die seit 2023 flächendeckend im Einsatz sind
Beteiligung an Forschungsprojekten, etwa zur Früherkennung von Hirnblutungen
Diese sogenannte Point-of-Care-Diagnostik ermöglicht es, frühzeitig die richtige Therapie einzuleiten und die bestgeeignete Zielklinik auszuwählen – ein entscheidender Vorteil, gerade bei langen Transportwegen.
24-Stunden-Luftrettung wird immer wichtiger
An 13 DRF-Stationen in Deutschland waren die Crews 2025 rund um die Uhr einsatzbereit, an weiteren Stationen mit erweiterten Randzeiten. Rund ein Viertel aller Einsätze dieser Standorte fand bei Dunkelheit statt.
Die DRF betont daher erneut, dass Notfälle keine Uhrzeit kennen – und fordert eine bedarfsgerechte Ausweitung der 24-Stunden-Luftrettung, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten.
Moderne Flotte für anspruchsvolle Einsätze

Die DRF Luftrettung setzt auf eine der modernsten Flotten Europas. Die Hubschrauber der Typen H135 und H145 sind unter anderem ausgestattet mit:
● digitalem Helionix-Cockpit
● Vier-Achsen-Autopilot
● Wetterradar und Anti-Kollisions-System
● leistungsstarker Medizintechnik für Tag- und Nachtflüge
Ein weiterer Schritt ist bereits beschlossen: Zehn neue H140-Hubschrauber wurden 2025 bei Airbus Helicopters bestellt – ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Luftrettung.
Fazit: Lebensrettende Rolle – auch für die Inseln
Die Zahlen zeigen deutlich: „Christoph Europa” 5 aus Niebüll ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung in Nordfriesland. Gerade für Inseln und küstennahe Regionen bleibt die Luftrettung oft der schnellste und entscheidende Weg, um Patientinnen und Patienten rechtzeitig in spezialisierte Kliniken zu bringen.
Mit steigenden Einsatzzahlen, moderner Technik und wachsendem Bedarf – insbesondere bei Nacht – wird die Bedeutung der Luftrettung weiter zunehmen.
Fotos: Stefan Gaul u. DRF Luftrettung
