Weltkrebstag am 4. Februar: „Gemeinsam einzigartig“
Veröffentlicht von Pit am 2. Februar 2026
UKSH beteiligt sich an europäischem Projekt zur personalisierten Medizin – und bietet zum Weltkrebstag Workshops für Patientinnen und Patienten.
„Gemeinsam einzigartig!“ ist das Motto des Weltkrebstages am 4. Februar. Die Einzigartigkeit jedes Menschen, der an Krebs erkrankt ist, und die Besonderheit jedes Tumors stehen im Fokus der personalisierten Krebsmedizin. Zum Weltkrebstag rückt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) personalisierte Krebsmedizin in den Fokus – in der Versorgung ebenso wie in der europäischen Zusammenarbeit. Ergänzend bieten das Universitäre Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH) und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft am 4. Februar kreative Workshops für Betroffene an.

Foto: UKSH
EU-Projekt zur personalisierten Krebsmedizin
Das UKSH und die Universität zu Lübeck sind mit ihrer onkologischen Expertise Teil eines europäischen Projektes, das gerade gestartet ist. Fachleute aus 29 Ländern arbeiten in der „Joint Action on Personalised Cancer Medicine (JA PCM)“ daran, personalisierte Krebsmedizin in der Versorgung besser und vergleichbarer umzusetzen – mit Fokus auf Qualität, Zugangsgerechtigkeit und Kooperation über Ländergrenzen hinweg. Das von der EU finanzierte vierjährige Projekt bringt Ministerien, Krankenhäuser, Universitäten, Krebsregister und Patientenorganisationen zusammen.
Mit Partnern aus Dänemark und Polen leitet Prof. Dr. Nikolas von Bubnoff, Vorstand des UCCSH und Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Campus Lübeck, ein Teilprojekt, bei dem die gemeinsame Erhebung und Erschließung von Daten personalisierter Krebsmedizin im Vordergrund steht. „Unser Ziel ist es unter anderem, neue therapeutische Optionen für bestehende Arzneimittel zu finden und Patientinnen und Patienten einen erweiterten Zugang zu innovativen Behandlungswegen zu ermöglichen“, sagt Prof. von Bubnoff.
Neue Therapieoptionen
Personalisierte Krebsmedizin steht für einen Wandel in der Onkologie: weg von standardisierten Therapien und hin zu maßgeschneiderten Strategien, die auf die molekularen Eigenschaften eines Tumors und die Genetik und Biologie des einzelnen Menschen abgestimmt sind. Die Herangehensweise bringt neue Optionen für Patientinnen und Patienten, denen Standardtherapien nicht oder nicht mehr helfen oder mit einer seltenen Erkrankung, für die noch keine Therapie zugelassen ist. Am UCCSH – dem Zusammenschluss aller onkologischen Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck – ist die Präzisionsonkologie fest in die Versorgung integriert.
Koordiniert vom campusübergreifenden „Zentrum für Personalisierte Medizin – Onkologie“ können neue Biomarker und Studienerkenntnisse sofort in die klinische Praxis umgesetzt werden. „Hier wird der Einsatz neuartiger Verfahren wie Liquid Biopsy oder spezielle Genprofil-Tests erprobt – Techniken, die ein immer präziseres Bild der individuellen Tumorbiologie zeichnen“, sagt Prof. Dr. Niklas Gebauer, stellvertretender Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Campus Lübeck.
Herzstück des Zentrums ist das Molekulare Tumorboard, in dem sich Fachleute unter anderem aus der Onkologie, Pathologie, Genetik, Molekularbiologie und Bioinformatik gemeinsam über jeden Fall beraten. Auch externe Kooperationspartner und die organbezogenen Tumorkonferenzen werden einbezogen. Bei über 1.000 Patientinnen und Patienten des UKSH und aus onkologischen Praxen in ganz Schleswig-Holstein hat die Fachkonferenz bereits Empfehlungen für die weitere Behandlung entwickelt.
„Wir haben für unser Zentrum eine digitale Infrastruktur aufgebaut, die in Deutschland besonders ist. So können wir große Datenmengen in kurzer Zeit analysieren. Unser Ziel ist es, die Erkenntnisse aus der personalisierten Diagnostik auch in die Breite der Versorgung zu tragen, so dass sie allen Krebspatientinnen und -patienten zugutekommen“, sagt Prof. Dr. Hauke Busch, Direktor des Instituts für Experimentelle Dermatologie, Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck, der das Zentrum gemeinsam mit Prof. Gebauer leitet.
Weltkrebstag: Workshops für Patientinnen und Patienten
Kunst kann helfen, mit belastenden Situationen umzugehen und die eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Das UCCSH und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft bieten am Mittwoch, 4. Februar, jeweils von 17 bis 20 Uhr, im UKSH Gesundheitsforum kreative Workshops für Krebspatientinnen und -patienten.
In Kiel können Krebserkrankte einen Einblick in das therapeutische Schreiben erhalten. In Lübeck sind Patientinnen und Patienten eingeladen, mit Pinsel, Farben oder Zeichenstift auf kreative Entdeckungsreise gehen. Die Teilnahme ist jeweils kostenfrei.
