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Warum wir mit Kindern über Gefahr sprechen müssen

Veröffentlicht von am 18. Januar 2026

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Wenn Vertrauen trügt: Warum wir mit Kindern über Gefahr sprechen müssen.

Ein Moment, der alles hätte verändern können – und zum Glück gut ausgegangen ist. Leefke Johanna Junge hat mit unserer Redaktion über einen Vorfall gesprochen, der ihr als Mutter bis heute unter die Haut geht. Es ist eine Geschichte, die nicht Angst machen soll, sondern sensibilisieren. Und die zeigt, wie wichtig Aufklärung, Gespräche und Prävention für Kinder sind – überall.

Foto: Stefan Gaul 

Ein ganz normaler Schulweg in Artlenburg – bis plötzlich alles anders ist

Es war ein gewöhnlicher Tag. Leefkes Sohn hatte mittags Schulschluss und machte sich allein auf den rund 700 Meter langen Heimweg in Artlenburg. Nach etwa 250 Metern wurde er aus einem Auto heraus von einem fremden Mann angesprochen. Der Fahrer forderte ihn auf, auf einen Parkplatz zu kommen, um „kurz zu reden“. Doch der Junge reagierte instinktiv richtig: Er lief weg, suchte Schutz – und hatte Glück. Ausgerechnet an diesem Tag entschied sich seine Mutter spontan, ihn abzuholen. Kurz darauf sprang er aufgeregt ins Auto und erzählte, was passiert war.

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Ein Kind, das richtig gehandelt hat

Was folgte, beeindruckt selbst erfahrene Polizisten: Der Junge konnte das Fahrzeug detailliert beschreiben – Farbe, Bauart, Verschmutzungen, sogar Kleidung und Aussehen des Fahrers. Diese Angaben deckten sich später mit Beobachtungen anderer Anwohner in Artlenburg. Über ein teilweise gemerktes Kennzeichen konnte das Fahrzeug identifiziert werden. Die Ermittlungen laufen inzwischen über die örtliche Polizei hinaus beim Landeskriminalamt in Lüneburg. Für Leefke war spätestens in diesem Moment klar: Das war real. Und es hätte schlimmer ausgehen können.

„Man will gar nicht darüber nachdenken – und tut es doch“

Im Gespräch beschreibt sie offen, wie schwer es ist, die Gedanken an mögliche Szenarien loszulassen. Was wäre passiert, wenn ihr Sohn stehen geblieben wäre? Wenn niemand in der Nähe gewesen wäre? Diese Fragen, sagt sie, bleiben. Und sie verändern den Blick – nicht nur bei ihr, sondern bei vielen Familien im Umfeld.

Prävention ohne Panik – wie bereitet man Kinder richtig vor?

Leefke betont, dass es nicht darum geht, Kindern Angst zu machen. Aber auch nicht darum, sie in falscher Sicherheit zu wiegen.
In ihrer Familie wurde bereits vorher über solche Situationen gesprochen:

● Was tun, wenn dich jemand anspricht?
● Weglaufen, laut sein, Aufmerksamkeit erzeugen
● Niemals zu Fremden ins Auto steigen
● Sicherheitsorte kennen

Besonders wichtig sei ihr dabei: Kindern klarzumachen, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen oder Paare Gefahr bedeuten können – und dass Erwachsene Kinder nicht aus Autos heraus ansprechen oder um Hilfe bitten.

Wunsch nach mehr Aufklärung – früh und regelmäßig

Ein Punkt, der Leefke besonders bewegt: Erst nach dem Vorfall wurde das Thema an der Schule aktiv aufgegriffen. Für sie kommt das zu spät.

Ihr Wunsch: Präventionsarbeit sollte bereits im Vorschulalter beginnen – in Kitas, Schulen und Vereinen. Nicht als einmaliges Thema, sondern regelmäßig und altersgerecht.

Und heute?

Dem Jungen geht es gut. Er ist stolz, dass er richtig gehandelt hat – auch wenn ihm die Aufmerksamkeit inzwischen manchmal unangenehm ist. Für die Familie ist klar: Der Alltag wird langsam wieder normaler, aber die Wachsamkeit bleibt. „Man schaut danach mit anderen Augen“, sagt Leefke. „Und genau deshalb wollte ich darüber sprechen.“

Eine Geschichte, die uns alle angeht

Dieser Vorfall in Artlenburg ist nicht dazu da, Angst zu schüren. Aber er erinnert daran, dass Sicherheit kein Selbstläufer ist – und dass offene Gespräche Kinder stärken können. Man kann nicht alles verhindern. Aber man kann Kinder vorbereiten.

Foto: Stefan Gaul 

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Deine Meinung
  1. Wilhelm Regier   am   19. Januar 2026 at 1:38

    Bei Corona war Sicherheit ja ach so wichtig
    .. .. Das war Heuchelei, wie wir heute wissen.

    Genauso behaupte und weiß ich, dass die Sicherheit unserer Kinder von den Eltern ausgeht und ausgehen muss. D
    Denn Schule… Da können wir uns nicht drauf’ verlassen ! Da liegt viel zu viel im Argen……….

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