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Tourismus auf Föhr: „Wie verändert sich Föhr?“

Veröffentlicht von am 6. Januar 2026

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Langjährige Urlauber zwischen Sorge und Liebe zur Insel.

Seit Jahrzehnten gehört Föhr fest zu ihrem Leben: Franziska und Freddy aus der Schweiz verbringen ihren Urlaub seit vielen Jahren regelmäßig auf der Insel. In einem ausführlichen Telefonat mit unserer Redaktion haben sie offen darüber gesprochen, wie sie die Veränderungen auf Föhr wahrnehmen – ehrlich, nachdenklich und ohne Vorwürfe. Es ist der Blick von Menschen, die die Insel lieben, ihr aber zugleich mit wachsender Sorge begegnen.
Für Freddy gab es eigentlich nie eine Alternative: Urlaub bedeutete immer Föhr. Als er Franziska kennenlernte, brachte er sie selbstverständlich mit auf die Insel – und auch ihre Kinder sind inzwischen echte Föhr-Fans. Franziska beschreibt dieses Gefühl bis heute mit „Schmetterlingen im Bauch“, sobald der Urlaub näher rückt.

Foto: Privat 
Beitrag Interview mit Franzi und Freddi (1)

Ankommen beginnt schon vor der Insel

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Der Moment, in dem der Alltag endgültig zurückbleibt, kommt für die beiden schon vor der Fähre: die Fahrt über die Landstraßen Richtung Dagebüll Mole, der Blick auf die Deiche, die Schafe – dann beginnt für sie das Abschalten. Auf Föhr angekommen, wird zuerst das Auto abgestellt. Der erste Weg führt immer zu Fuß über die Promenade, um zu schauen, was sich verändert hat, was neu ist – und was vielleicht fehlt.

Beitrag Interview mit Franzi und Freddi (2)

Preise als immer größeres Problem

Besonders deutlich sprechen Franziska und Freddy über die Preisentwicklung. Sie buchen ihre Unterkünfte inzwischen bis zu zwei Jahre im Voraus, um überhaupt noch etwas Bezahlbares zu finden. Für sie ist klar: Die Grenze dessen, was Familien stemmen können, sei erreicht – teilweise bereits überschritten. Ihr Wunsch für die Zukunft ist eindeutig: wieder mehr bezahlbare Unterkünfte, damit Föhr auch langfristig ein Urlaubsziel für Familien bleibt.
Gastronomie: wichtig – aber kaum noch erreichbar

Beitrag Interview mit Franzi und Freddi (3)

Ein zentrales Thema für die Familie ist die Gastronomie. Essen gehen gehört für sie zum Urlaub dazu – doch genau hier sehen sie große Probleme. Die Preise schrecken sie mittlerweile häufig ab, zugleich empfinden sie das Angebot als rückläufig. Franziska und Freddy fragen sich offen, wie Insulaner diese Preise dauerhaft zahlen sollen – und ob Gastronomiebesuche für viele nicht längst zur Ausnahme geworden sind. Auch die zunehmenden Leerstände fallen ihnen seit einigen Jahren deutlich auf. Sie beobachten diese Entwicklung kritisch und mit Sorge, weil sie das Bild der Insel spürbar verändert.

Freizeitangebote bei schlechtem Wetter

Ein weiterer Punkt betrifft die Angebote für Kinder, besonders bei schlechtem Wetter. Franziska erinnert sich daran, dass sie früher in ihrer eigenen Kindheit mehrmals pro Woche im Olympic war. Heute sei das so nicht mehr möglich, da entsprechende Angebote oft nur noch am Wochenende stattfinden. Gerade für Familien wünschen sie sich wieder mehr Indoor-Möglichkeiten, um auch Regentage gut überbrücken zu können.

Beitrag Interview mit Franzi und Freddi (4)

Lob für einzelne Angebote

Bei aller Kritik gibt es auch Lob: Die Piraten-Tage sowie das Kinder- und Familienprogramm von MaikeMoin empfinden sie als echte Bereicherung. Solche Angebote zeigen für sie, welches Potenzial Föhr weiterhin hat – gerade für Familien.

Die Sorge vor „Sylt 2.0“

Insgesamt haben Franziska und Freddy das Gefühl, dass sich Föhr durch die hohen Preise zunehmend in Richtung „Sylt 2.0“ entwickelt. Eine Entwicklung, die sie kritisch sehen – nicht aus Neid oder Ablehnung, sondern aus Angst, dass Föhr damit einen Teil seines besonderen Charakters verliert.

Liebe zur Insel bleibt

Trotz aller Sorgen ist eines unmissverständlich: Sie lieben Föhr. Jedes Jahr treffen sie sich hier mit Freunden, darunter auch Insulaner. Föhr ist für sie mehr als ein Urlaubsziel – es ist ein Ort der Verbundenheit, der Erinnerungen und der Begegnungen.

Ihr Wunsch zum Schluss ist ein hoffnungsvoller: Dass Föhr einen Weg findet, sich positiv weiterzuentwickeln, ohne seine Seele zu verlieren – und dass die Insel auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem sich Familien, Stammgäste und Insulaner gleichermaßen zuhause fühlen können. Ein Gespräch, das nachhallt – und eine Frage, die viele bewegt: Wie soll sich Föhr künftig entwickeln – und für wen?

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