Aquaföhr: Vier Szenarien für die Zukunft
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 18. Juni 2026
Aquaföhr vor Neuanfang – Vier mögliche Wege liegen jetzt auf dem Tisch
Trotz zugesagter Fördermittel in Höhe von 30 Millionen Euro zog die Stadt Wyk im April die Reißleine. Die Kosten für den geplanten Neubau des Aquaföhr waren auf bis zu 95 Millionen Euro gestiegen und machten das Projekt aus Sicht der Verantwortlichen nicht mehr tragbar. Nun beginnt die Suche nach einer neuen Lösung. Bei der 17. Sitzung der Wyker Stadtvertretung wurden am Donnerstagabend vier mögliche Zukunftswege vorgestellt, die das Aquaföhr in den kommenden Jahren nehmen könnte.

Bereits zu Beginn der Sitzung sorgte das Thema für Aufmerksamkeit. Die Stadtvertretung stimmte einem Antrag der KG-Fraktion zu, mögliche Alternativen für die Zukunft des Aquaföhr zügig zu prüfen und öffentlich zu diskutieren. Entsprechend gespannt wurde später Tagesordnungspunkt 15 „Aquaföhr – Weitere Vorgehensweise“ erwartet.

Von 14 Ideen zu vier realistischen Varianten
Wie Bürgermeister Uli Hess erklärte, wurde seit Ende April intensiv an neuen Lösungsansätzen gearbeitet. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung und weiteren Beteiligten seien insgesamt 14 verschiedene Szenarien untersucht und bewertet worden. Aus dieser Vielzahl hätten sich schließlich vier Varianten herauskristallisiert, die nun näher geprüft werden sollen.
Zur Diskussion stehen eine Instandsetzung des bestehenden Aquaföhr, ein kompletter Neubau in Holzmodulbauweise, ein Neubau mit einem privaten Investor inklusive Hotelbetrieb sowie Personalübernahme und ein Neubau auf einer anderen Fläche mit Unterstützung eines Investors. Dabei sei weiterhin auch ein potenzieller Hotelinvestor im Gespräch, der nach Angaben von Hess grundsätzlich Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert habe – unabhängig vom späteren Standort oder dem gewählten Modell.

Entscheidung soll im Herbst vorbereitet werden
Bis zum Herbst soll der Stadtvertretung eine belastbare Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden. Einen konkreten Termin wollte Bürgermeister Hess jedoch bewusst nicht nennen. Sybille Rotermund (FDP) sprach sich dafür aus, bereits im September konkrete Ergebnisse vorzulegen. Hess machte jedoch deutlich, dass er sich nicht auf einen festen Zeitpunkt festlegen wolle. Ziel sei es, so schnell wie möglich eine tragfähige Alternative präsentieren zu können, ohne dabei unter unnötigen Zeitdruck zu geraten.
„Was wollen wir – und was können wir uns leisten?“
Peter Schaper (SPD) machte während der Diskussion deutlich, dass die Beratungen weiterhin vollkommen ergebnisoffen geführt werden. Alle vier Varianten würden derzeit gleichberechtigt betrachtet. Dabei gehe es nicht nur um die Frage, was technisch möglich sei. Ebenso wichtig seien die finanziellen Auswirkungen. Immer wieder müsse man sich fragen, welche Lösung die Insel langfristig wolle und welche davon auch wirtschaftlich tragfähig sei.
Im bestehenden Lenkungskreis arbeiten derzeit Bürgermeister Uli Hess, seine beiden Stellvertreterinnen Silke Ofterdinger-Daegel (KG) und Birgit Hinrichsen (Grüne) sowie Vertreter aller Fraktionen mit. Dazu gehören Peter Schaper (SPD), Thomas Strelow (CDU), Till Müller (Grüne), Klaus Pott (FDP) und Jörg Brodersen (KG). Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen frühzeitig in die Beratungen einzubinden und gemeinsam eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Aqua Föhr zu entwickeln.

Sauna, Physiotherapie und Angebote für Kassenpatienten sollen erhalten bleiben
Für Peter Schaper (SPD) steht dabei bereits jetzt fest, dass wichtige Angebote des bisherigen Aquaföhr möglichst erhalten bleiben sollten. Insbesondere die Sauna, Physiotherapie und die Angebote für Kassenpatienten hätten für viele Insulanerinnen und Insulaner eine hohe Bedeutung. Gleichzeitig warb er um Verständnis dafür, dass nicht jede Information sofort öffentlich gemacht werden könne. Bei Gesprächen mit möglichen Investoren, Fördermittelgebern oder Bauunternehmen sei ein sensibles Vorgehen notwendig.
Dennoch zeigte sich Schaper optimistisch. Er sei überzeugt, dass am Ende eine Lösung gefunden werde – auch wenn diese möglicherweise anders aussehen werde als ursprünglich geplant. Zusätzlich verwies er auf neue Fördermöglichkeiten, die bereits im kommenden Jahr zur Verfügung stehen könnten.
Politik fordert Transparenz
Mehrere Stadtvertreter betonten während der Sitzung die Bedeutung einer offenen Kommunikation. Silke Ofterdinger-Daegel (KG) sprach sich dafür aus, Themen aus nichtöffentlichen Beratungen zumindest soweit wie möglich auch öffentlich zu erläutern.
Thomas Strelow (CDU) erklärte, man stehe beim Aquaföhr inzwischen praktisch wieder am Anfang. Umso wichtiger sei es nun, die Bürgerinnen und Bürger auf dem weiteren Weg mitzunehmen.
Auch Birgit Hinrichsen (Grüne) verwies auf positive Rückmeldungen von außen. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) habe die Entscheidung ausdrücklich begrüßt, das bisherige Projekt nicht unverändert weiterzuführen.
„Nicht zu jedem Preis“
Zum Ende der Diskussion machte Bürgermeister Uli Hess deutlich, dass ihm das Projekt weiterhin sehr am Herzen liege. Gleichzeitig stellte er klar, dass eine neue Lösung wirtschaftlich und inhaltlich überzeugen müsse. „Nicht zu jedem Preis“, machte Hess deutlich.
Für einen etwas lockereren Abschluss sorgte schließlich Dirk Hartmann (Grüne). Er gab zu bedenken, dass das neue Aquaföhr am Ende vielleicht sogar noch deutlich schöner werden könne als ursprünglich geplant – eine Bemerkung, die im Sitzungssaal für einige Lacher sorgte.
Am Ende stimmte die Stadtvertretung der Vorlage und dem vorgeschlagenen weiteren Vorgehen einstimmig zu.
Fotos: Stefan Gaul

Familie Aschau am 18. Juni 2026 at 23:51
Das ja mal Neuigkeiten. Danke für das schnelle veröffentlichen so sind wir auch vom Festland informiert 🙂
Inselkind am 18. Juni 2026 at 23:19
Danke für eure Aktualität das ist wirklich ein starkes + und eine Bereicherung für alle Insulaner und Fans