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Hund im Sommer schützen: Expertin von Föhr gibt wichtige Tipps

Veröffentlicht von am 28. Juni 2026

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Sommer auf den Inseln: Hitze kann für Hunde lebensgefährlich werden – Expertin von Föhr gibt jetzt wichtige Tipps

Sommer, Sonne, Strand – für viele Hunde ist das die schönste Zeit des Jahres. Doch genau jetzt lauern zahlreiche Gefahren, die viele Hundehalter unterschätzen. Überhitzte Autos, heißer Asphalt, Sandkoliken, Zecken oder Probleme beim Baden können für Vierbeiner schnell lebensgefährlich werden. Unsere Redaktion hat deshalb Claudia Werner von der Hundepension „Tierisch Menschlich“ auf Föhr besucht. Die erfahrene Hundebetreuerin erklärt, worauf Hundebesitzer jetzt besonders achten sollten – und warum oft schon kleine Unachtsamkeiten dramatische Folgen haben können.

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Ein Anruf, der Leben retten kann

Auslöser für das Gespräch war ein Social-Media-Beitrag von Claudia Werner, der auf Föhr viele Menschen erreicht hat. Dahinter steckt ein echter Vorfall: Eine besorgte Passantin entdeckte an einem heißen Tag einen großen Hund, der in einem schwarzen Auto saß und bereits stark hechelte. Zwar war das Fenster einen kleinen Spalt geöffnet, doch für Claudia Werner war schnell klar, wie ernst die Situation werden konnte. „Im schlimmsten Fall wäre das sein Todesurteil gewesen“, sagt sie. Deshalb riet sie der Anruferin sofort, die Polizei zu verständigen. „Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.“ Denn vielen Menschen sei gar nicht bewusst, wie schnell sich ein Fahrzeug im Sommer aufheizt. Bereits nach rund 15 Minuten können im Innenraum Temperaturen von bis zu 60 Grad entstehen – selbst wenn das Auto zuvor im Schatten stand oder ein Fenster leicht geöffnet ist. Nach ihrer Erfahrung passieren die meisten Sommernotfälle nicht aus bösem Willen, sondern weil Gefahren unterschätzt werden. „Es gibt so viele Sachen, die vermeidbar sind, weil sie aus Unachtsamkeit passieren und nicht aus bösem Willen.“ Gerade neue Hundehalter oder Menschen, die im Alltag unter Zeitdruck stehen, würden viele Risiken gar nicht erkennen. Deshalb sei Aufklärung so wichtig.

Spaziergänge, Fahrradfahren und heißer Asphalt

An heißen Tagen empfiehlt Claudia Werner, längere Spaziergänge möglichst in die kühlen Morgen- oder Abendstunden zu legen. Hunde würden meist selbst zeigen, wenn ihnen die Temperaturen zu schaffen machen. Starkes Hecheln, häufiges Stehenbleiben oder das Bedürfnis, sich hinzulegen, seien deutliche Warnzeichen. Besondere Vorsicht gilt auch beim Fahrradfahren. Viele Hunde laufen aus Freude neben ihren Besitzern her und überschreiten dabei ihre körperlichen Grenzen. „Der Hund muss trainiert sein. Man beginnt ja selbst auch nicht sofort mit einer langen Strecke“, erklärt Claudia Werner. Alter, Gewicht, Gesundheitszustand, Felllänge und Geschwindigkeit spielten dabei eine wichtige Rolle. Manche Hunde würden bis zur völligen Erschöpfung weiterlaufen, nur um mit ihren Menschen Schritt zu halten. Hinzu kommt der heiße Asphalt, der schnell zu schmerzhaften Verbrennungen an den Pfoten führen kann. Deshalb gilt: Wer selbst den Asphalt mit der Hand kaum berühren kann, sollte seinen Hund dort ebenfalls nicht laufen lassen.

Strand, Meer und weitere Sommergefahren

Eine Gefahr, die nach Aussage von Claudia Werner viele Hundehalter überhaupt nicht kennen, sind sogenannte Sandkoliken. Besonders beim Ballspielen am Strand verschlucken Hunde häufig Sand, weil sich dieser mit Speichel und Meerwasser vermischt. „Das ist tatsächlich eine der Gefahren, die jedes Jahr wieder auftreten und sehr schmerzhaft für die Hunde sein können.“ Auch Wasser bedeutet nicht automatisch Sicherheit. Vor allem stehende Gewässer können problematisch sein, weil sich dort Bakterien bilden. Trinkt der Hund dieses Wasser oder leckt später sein Fell ab, kann es zu Magen- und Darmproblemen kommen. Doch selbst in der Nordsee gibt es Risiken. Claudia Werner weist auf die sogenannte Wasserrute hin – eine schmerzhafte Entzündung im Schwanzbereich, die nach längerem Baden und anschließendem Auskühlen auftreten kann. Ihr Rat lautet deshalb, Hunde nach dem Baden gut abzutrocknen, in Bewegung zu halten und nicht unnötig lange im Wasser zu lassen. So lasse sich das Risiko deutlich reduzieren und der Strandtag bleibe für Mensch und Tier entspannt.

Zecken, Grannen und ein wichtiger Appell

Neben der Hitze gehören auch Zecken und Flöhe zu den typischen Sommergefahren. Ob natürliche Mittel oder Präparate vom Tierarzt – über die passende Vorsorge müsse jeder Hundehalter selbst entscheiden. Wichtig sei vor allem, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen, da Zecken gefährliche Krankheiten übertragen können. Weniger bekannt sind sogenannte Grannen – trockene Pflanzenteile von Getreideähren, die sich in Haut oder Ohren festsetzen und dort schmerzhafte Entzündungen verursachen können. Deshalb empfiehlt Claudia Werner, Hunde möglichst nicht durch Getreidefelder laufen zu lassen. Auch beim Grillen sei Aufmerksamkeit gefragt. Grillanzünder, Holzkohle, Dünger oder andere Chemikalien sollten grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Hunden aufbewahrt werden. „Die Hunde sind neugierig. Sie schnuppern überall und können dadurch gefährliche Stoffe aufnehmen.“ Zum Abschluss richtet Claudia Werner noch einen Appell an alle Hundehalter: „Man sollte seinen Hund artgerecht halten. Dafür muss man sich einfach ein bisschen mit dem Thema beschäftigen.“ Wer unsicher sei, solle lieber einmal mehr nachfragen. „Es gibt so viele Informationen. Man kann mich auch jederzeit anrufen. Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig.“ Mit etwas Aufmerksamkeit, ausreichend Wasser, Schatten und Rücksicht auf die Bedürfnisse des Vierbeiners steht einem entspannten Hundesommer auf Föhr nichts im Wege.

Fotos: Stefan Gaul u. Claudia Werner

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