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„Elbe 1“ kommt nach Föhr

Veröffentlicht von am 20. Mai 2026

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Legendäre „Rote Lady“ nimmt Kurs auf Föhr: Größtes Feuerschiff der Welt kommt nach Wyk.

Ein echtes Stück deutscher Seefahrtsgeschichte macht Anfang Juni Station auf Föhr: Das legendäre Feuerschiff „Elbe 1“ kommt nach Wyk. Für viele Schiffsfans, Technikliebhaber und maritime Nostalgiker dürfte das ein echtes Highlight werden. Denn die „Rote Lady“, wie das historische Schiff liebevoll genannt wird, gilt bis heute als das größte jemals gebaute Feuerschiff der Welt.

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Vom 4. bis 6. Juni 2026 liegt das imposante Schiff am Anleger 1 an der Alten Mole in Wyk. Am Freitag, 5. Juni, öffnet die Besatzung dann die Schotten für Besucherinnen und Besucher. Beim sogenannten „Open Ship“ können Gäste und Insulaner das schwimmende Denkmal zwischen 10 und 17 Uhr kostenlos besichtigen.

Schwimmender Leuchtturm mit bewegter Geschichte

Offiziell trägt das Schiff eigentlich den Namen „Bürgermeister O’Swald II“. Bekannt ist es allerdings vor allem als „Elbe 1“. Gebaut wurde das Feuerschiff während des Zweiten Weltkriegs auf der Meyer-Werft in Papenburg. Ende 1948 nahm die „Elbe 1“ schließlich ihren Dienst auf.

Mit einer Länge von mehr als 57 Metern war das Schiff jahrzehntelang als schwimmender Leuchtturm in der Elbmündung im Einsatz. Dort half die „Elbe 1“ Schiffen dabei, sicher ihren Weg durch die gefährlichen Gewässer der Nordsee zu finden. Erst 1988 wurde das Feuerschiff außer Dienst gestellt.vHeute gilt die „Rote Lady“ als bedeutendes maritimes Denkmal – und gleichzeitig als einziges noch voll seetüchtiges Feuerschiff Deutschlands.

Extreme Bedingungen auf der Nordsee

Die „Elbe 1“ wurde speziell für harte Einsätze auf See gebaut. Gewaltige Kreuzseen, Sturmfluten und Eisgang gehörten jahrzehntelang zum Alltag der Besatzung. Damit das Schiff den extremen Bedingungen standhalten konnte, erhielt der genietete Stahlrumpf sogar eine spezielle Eisverstärkung. Auf Position gehalten wurde die „Elbe 1“ von einem gewaltigen Pilzanker mit rund drei Tonnen Gewicht. Auch technisch war das Schiff für seine Zeit etwas Besonderes. Anfangs arbeitete im Maschinenraum sogar ein 500-PS-U-Boot-Motor. Erst 1970 bekam das Feuerschiff einen moderneren Antrieb mit 650 PS.

Dramatischer Unfall beinahe mit fatalem Ende

Fast hätte die Geschichte der „Roten Lady“ allerdings schon vor Jahrzehnten geendet. 1970 wurde das Feuerschiff von einem argentinischen Frachter gerammt und schwer beschädigt. Zeitweise drohte das Schiff sogar zu sinken. Am Ende konnte die „Elbe 1“ jedoch gerettet und repariert werden. Die damaligen Reparaturkosten lagen bei rund 1,6 Millionen D-Mark – eine enorme Summe für die damalige Zeit. Neben ihrer Funktion als Lichtsignal war die „Elbe 1“ übrigens auch Wetterstation, Beobachtungspunkt für den Schiffsverkehr und wichtiger Bestandteil der Seenotrettung in der Elbmündung.

„Open Ship“ in Wyk

Besonders spannend dürfte für viele der Freitag, 5. Juni, werden. Dann lädt die Besatzung von 10 bis 17 Uhr zum „Open Ship“ ein. Besucher können das historische Schiff kostenlos betreten und einen Blick hinter die Kulissen werfen – vom Deck bis hinein in die maritime Technik vergangener Jahrzehnte. Der betreuende Verein bittet allerdings um freiwillige Spenden, damit das historische Schiff weiterhin erhalten und seetüchtig bleiben kann.

Für Föhr bedeutet der Besuch der „Elbe 1“ auf jeden Fall ein außergewöhnliches maritimes Highlight direkt im Wyker Hafen – und vermutlich auch viele neugierige Blicke auf die berühmte „Rote Lady“.

Fotos: Feuerschiff Verein ELBE 1 von 2001 e.V.

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