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Wolfgang Kubicki auf Föhr

Veröffentlicht von am 22. Mai 2026

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„Deutschland rutscht gerade weg“ – Wolfgang Kubicki im großen Inselradio-Föhr-Interview.

Vom Golfturnier der FDP Föhr-Amrum direkt hinein in die große Bundespolitik: Wolfgang Kubicki war am vergangenen Samstag zu Gast auf Föhr – und nahm sich dabei ausführlich Zeit für ein großes Interview mit unserer Redaktion. Und schnell wurde klar: Dieses Gespräch ging weit über einen normalen Inselbesuch hinaus. Denn Kubicki sprach ungewöhnlich offen über die Krise der FDP, die aktuelle Bundesregierung, Friedrich Merz, die wirtschaftliche Lage in Deutschland, die wachsende gesellschaftliche Spaltung – und auch über die Zukunft Föhrs.

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Foto: Inselradio Föhr 

Der 74-jährige Schleswig-Holsteiner steht aktuell selbst im Zentrum der politischen Aufmerksamkeit. Nach dem Rückzug von Henning Höne ist Kubicki inzwischen der einzige Kandidat für den Bundesvorsitz der FDP. Eine Partei, die nach mehreren Wahlniederlagen tief in der Krise steckt. Genau darüber sprach Kubicki auf Föhr mit bemerkenswerter Offenheit.

Beitrag Wolfgang Kubicki auf Föhr (1)

Kubicki: „Deutschland rutscht gerade weg“

Besonders deutlich wurde der FDP-Politiker beim Blick auf die aktuelle Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Kubicki zeigte sich regelrecht überrascht darüber, wie sehr sich Merz aus seiner Sicht verändert habe. Wörtlich sagte er im Interview, vom früheren Friedrich Merz sei „fast nichts mehr übrig geblieben“. Auch insgesamt sieht Kubicki Deutschland derzeit in einer schwierigen Lage. Die Menschen hätten zunehmend Angst um ihre Zukunft, ihre Arbeitsplätze und ihre wirtschaftliche Sicherheit. Besonders deutlich sprach er über die Sorgen vieler Arbeitnehmer, Unternehmer und Familien. „Wenn die Leute die Planbarkeit ihres Lebens verlieren, wenn sie Angst um ihre Existenz haben, dann ändern sie auch ihr Verhalten“, erklärte Kubicki. Genau das bekomme inzwischen auch der Tourismus zu spüren – gerade in Regionen wie Schleswig-Holstein und auf Inseln wie Föhr.

Sorge um Wirtschaft, Arbeitsplätze und KI

Ein großes Thema im Gespräch war außerdem die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Kubicki kritisierte hohe Staatsausgaben, Bürokratie und fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig warnte er vor den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf viele Berufe. Dabei sprach er auch ganz konkret über Journalismus, Banken und den Arbeitsmarkt allgemein. Viele Menschen hätten heute Angst, in wenigen Jahren durch KI ersetzt zu werden. Diese Unsicherheit dürfe die Politik nicht ignorieren. „Angst frisst Seele auf“, sagte Kubicki wörtlich im Interview.

Beitrag Wolfgang Kubicki auf Föhr (2)

Deutliche Worte zur politischen Stimmung

Auch die zunehmende gesellschaftliche Spaltung und die gereizte politische Debattenkultur waren Thema. Kubicki beklagte, dass in Deutschland andere Meinungen immer seltener ausgehalten würden. Genau das sei aus seiner Sicht ein Grund dafür, warum Parteien an den politischen Rändern immer stärker würden. Er plädierte für mehr offene Diskussionen, klare Sprache und ehrliche politische Auseinandersetzungen. Menschen wollten keine „Agentursprache“, sondern klare Positionen hören. „Die Leute wollen Klartext“, sagte Kubicki.

Flugplatz Wyk: Infrastruktur erhalten statt abbauen

Natürlich ging es im Interview auch um Föhr selbst. Besonders wichtig war Kubicki dabei die Zukunft des Flugplatzes in Wyk. Der FDP-Politiker sprach sich klar dafür aus, Infrastruktur auf Inseln zu erhalten statt zurückzubauen. Dabei verwies er auch auf mögliche Zukunftstechnologien wie Flugtaxis und die Bedeutung funktionierender Verkehrsverbindungen für Inselregionen. Gleichzeitig erwähnte er die bekannte Investorengruppe rund um Unternehmer Frederik Paulsen, die sich laut Kubicki stark für den Erhalt des Flugplatzes engagiere.

Beitrag Wolfgang Kubicki auf Föhr (3)

Kubicki glaubt weiter an die FDP

Trotz der schwierigen Lage seiner Partei zeigte sich Kubicki kämpferisch. Er erinnerte an frühere FDP-Comebacks und machte deutlich, dass er die Partei noch lange nicht abgeschrieben sieht. Sein Ziel sei es, die FDP innerhalb eines Jahres wieder dauerhaft über fünf Prozent zu bringen und die kommenden Landtagswahlen erfolgreich zu bestreiten. Dabei setzt Kubicki vor allem auf klare Positionen, wirtschaftspolitische Kompetenz und eine stärkere öffentliche Wahrnehmung der Liberalen.

Inselbesuch zwischen Politik und Golfplatz

Neben der großen Politik blieb im Gespräch aber auch Platz für Persönliches. Kubicki sprach über seine Verbindung zu Schleswig-Holstein, seine Aufenthalte auf Föhr und seine Lieblingsorte auf der Insel. Besonders das Friesische Museum und das Weingut von Frederik Paulsen erwähnte er dabei ausdrücklich.

Beitrag Wolfgang Kubicki auf Föhr (4)

Am Ende ging es für Wolfgang Kubicki dann noch auf den Golfplatz – bei eher typisch nordfriesischem Wetter. Das ausführliche Gespräch auf Föhr dürfte allerdings deutlich länger in Erinnerung bleiben als das anschließende Turnier.

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