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Christoph 42

Veröffentlicht von am 11. Juni 2026

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Lebensrettende Neuerung für Nordfriesland und die Inseln – Christoph 42 fliegt jetzt mit Blut und Plasma an Bord.

Wenn bei einem schweren Verkehrsunfall jede Minute zählt oder ein Patient durch innere Blutungen akut in Lebensgefahr schwebt, kann künftig bereits am Einsatzort eine entscheidende Behandlung beginnen. Der Rettungshubschrauber Christoph 42 der DRF Luftrettung in Rendsburg-Schachtholm startet seit Anfang April mit Blut- und Plasmakonserven an Bord zu seinen Einsätzen.

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Für Schleswig-Holstein und insbesondere auch für die Inseln bedeutet das einen wichtigen Fortschritt in der Notfallmedizin. Denn bislang konnten Blutprodukte in der Regel erst im Krankenhaus verabreicht werden. Künftig können schwer verletzte Patienten bereits vor Ort versorgt und stabilisiert werden – noch bevor der Transport in eine Klinik beginnt.

Schnelle Hilfe bei massivem Blutverlust

Vor allem bei schweren Verkehrsunfällen, Arbeitsunfällen oder inneren Blutungen kann ein starker Blutverlust innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Genau hier setzt die neue Ausstattung von Christoph 42 an. „Mit Erythrozytenkonzentraten und Plasma steht uns nun eine weitere Therapiemöglichkeit direkt am Einsatzort zur Verfügung, um Menschen, die schwere Verletzungen erlitten haben, optimal zu versorgen“, erklärt Dr. Kai Berndt, Leitender Hubschrauberarzt an der Station Rendsburg.

Die Einsatzkräfte können Patienten nun bereits an der Unfallstelle mit Blutprodukten versorgen, noch bevor sie ein Krankenhaus erreichen. Das kann insbesondere dann entscheidend sein, wenn technische Rettungsmaßnahmen Zeit in Anspruch nehmen oder längere Transportwege notwendig sind.

Besonders wichtig für Inseln und ländliche Regionen

Gerade für Schleswig-Holstein mit seinen vielen Inseln und weitläufigen ländlichen Regionen hat die Neuerung eine besondere Bedeutung. Bis eine schwer verletzte Person ein geeignetes Krankenhaus erreicht, vergeht häufig wertvolle Zeit. „Schleswig-Holstein ist ein überwiegend ländlich geprägtes, weitläufiges Flächenland, zu dem auch viele Inseln gehören“, betont Dr. Kai Berndt.

Für Patienten auf Föhr, Amrum, Sylt oder den Halligen kann die Möglichkeit einer frühzeitigen Blutgabe deshalb einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bedeuten. Die Versorgung beginnt dort, wo der Rettungshubschrauber landet – und nicht erst im Schockraum einer Klinik.

Universal-Blut für den Notfall

Damit die Blutprodukte jederzeit einsatzbereit sind, hält die DRF Luftrettung direkt an der Station Rendsburg-Schachtholm ein eigenes Depot mit sogenannten Universal-Blutpräparaten vor. Zum Einsatz kommen Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 sowie gefriergetrocknetes Plasma der Blutgruppe AB. Diese Kombination kann unabhängig von der Blutgruppe des Patienten verabreicht werden und eignet sich deshalb besonders für Notfälle, in denen keine Zeit für umfangreiche Untersuchungen bleibt. Die Blutkonserven werden vom Institut für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel geliefert. Das Plasma stammt aus der Apotheke der Schön Klinik Rendsburg.

Erfahrungen bereits sehr positiv

Die DRF Luftrettung sammelt bereits seit mehreren Jahren Erfahrungen mit Blutprodukten an Bord ihrer Rettungshubschrauber. Bereits 2019 startete ein Hubschrauber in Greifswald als erster Rettungshubschrauber Deutschlands standardmäßig mit Blut und Plasma an Bord.  Seitdem wurde das Konzept schrittweise ausgeweitet. Neben Greifswald, Mannheim, Regensburg, Stuttgart und Berlin-Marzahn gehört nun auch Rendsburg zu den Stationen mit dieser Ausstattung.

Nach Angaben der DRF Luftrettung wurden deutschlandweit bereits mehr als 170 Patienten präklinisch mit Blutprodukten versorgt. Die bisherigen Erfahrungen seien äußerst positiv. Auch Fachgesellschaften sehen in der frühzeitigen Gabe von Blutprodukten einen wichtigen Baustein bei der Versorgung schwer verletzter Patienten.

Mehr als 1.500 Einsätze im vergangenen Jahr

Wie wichtig Christoph 42 für die Region ist, zeigen auch die Einsatzzahlen. Allein im vergangenen Jahr wurde der Rettungshubschrauber zu 1.513 Einsätzen alarmiert. Immer wieder führt ihn sein Weg dabei auch nach Nordfriesland und auf die Inseln, wenn schnelle medizinische Hilfe gefragt ist. Mit der neuen Möglichkeit, Blut und Plasma bereits am Einsatzort zu verabreichen, erweitert sich das Spektrum der Notfallversorgung erheblich. Patienten mit schweren Verletzungen oder lebensbedrohlichen Blutungen können künftig schon dort behandelt werden, wo jede Minute zählt – auf einer Landstraße, an einem Unfallort, auf einer Hallig oder auf einer der nordfriesischen Inseln.

Gerade für Föhr, Amrum und die gesamte Region ist das eine wichtige Nachricht. Denn wenn ein Rettungshubschrauber alarmiert wird, geht es meist um Situationen, in denen jede Minute über Leben und Tod entscheiden kann. Dass die Besatzung von Christoph 42 nun zusätzlich Blut- und Plasmakonserven mitführen kann, bedeutet ein weiteres Stück Sicherheit für die Menschen in Schleswig-Holstein – und damit auch für die Bewohner und Gäste unserer Inseln.

Fotos: Stefan Gaul u. DRF Luftrettung 

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