Seenotretter im Training
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 21. April 2026
Ernstfall auf See geprobt: Große Rettungsübung der DGzRS vor Wilhelmshaven.
Schiffbrüchige retten, Verletzte versorgen, Havaristen sichern – was für die Seenotretter Alltag ist, wird jetzt unter realistischen Bedingungen intensiv trainiert: Vor Wilhelmshaven läuft aktuell die große Rettungsübung „SAREx 2026“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Trainingsszenarien wie am „Havaristen“ längsseits gehen (hier im Frühjahr vergangenen Jahres auf der Nordsee) erwarten die Seenotretter bei der SAREx Wilhelmshaven vom 22. bis 26. April. Archivfoto: Die Seenotretter – DGzRS, Alexander Krüger
Vom 22. bis 26. April sind dabei gleich mehrere Einheiten im Einsatz. Insgesamt sieben Rettungseinheiten der DGzRS, dazu externe Schiffe und mehrere Hubschrauber, üben gemeinsam den Ernstfall auf See.
Realistische Szenarien unter Zeitdruck
Das Besondere an der Übung: Die Besatzungen wissen vorher nicht, was sie erwartet. Die Szenarien werden erst mit der „Alarmierung“ bekannt gegeben – ganz wie im echten Einsatz. So sollen möglichst realistische Bedingungen geschaffen werden.
Im Fokus stehen vor allem:
● die Koordinierung komplexer Rettungseinsätze
● die Suche nach Schiffbrüchigen
● die medizinische Erstversorgung sowie der Transport von Verletzten
Gerade diese Abläufe müssen im Ernstfall perfekt sitzen – oft unter Zeitdruck und bei schwierigen Wetterbedingungen.
Training an Bord und im Hafen
Bereits am Donnerstag- und Freitagmorgen trainieren die Crews wichtige Handgriffe – sowohl auf See als auch im Hafen. Dazu gehören unter anderem:
● die Übergabe von Geretteten von Schiff zu Schiff
● Rettungen aus engen Schiffsinnenräumen
● internationale Suchmuster im SAR-Einsatz
● sowie Navigations- und Führungsaufgaben
Unterstützt werden die Übungen durch sogenannte Verletztendarsteller der Emergency Training Group (ETG) von I.S.A.R. Germany, die für besonders realitätsnahe Szenarien sorgen.

Große Beteiligung auf See und in der Luft
Mit dabei sind unter anderem die Seenotrettungskreuzer
HANS HACKMACK, EUGEN (Station Norderney) und PIDDER LÜNG (Station List).
Auch mehrere Seenotrettungsboote der Freiwilligen-Stationen nehmen teil, darunter: PETER HABIG (Wilhelmshaven), WOLFGANG PAUL LORENZ (Horumersiel), SECRETARIUS (Langeoog), PAUL NEISSE (Eiderdamm)
Zusätzlich unterstützen ein Zollschiff, mehrere Rettungshubschrauber sowie ein Marineflieger-Hubschrauber die Übung. Für realistische Einsatzlagen stehen außerdem Schiffe als „Havaristen“ bereit – darunter der Schlepper Fairplay 34.
Training für den Ernstfall
Die DGzRS betont: Unglücke auf See können jederzeit passieren – bei jedem Wetter. Deshalb ist regelmäßiges Training unerlässlich. Nur so können die Seenotretter im Ernstfall schnell und sicher handeln. Großübungen wie die SAREx finden regelmäßig statt – zuletzt unter anderem in der Lübecker Bucht, vor Büsum oder im Greifswalder Bodden. Wilhelmshaven ist in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal Austragungsort.
Archivfotos: Die Seenotretter – DGzRS
