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Medizinische Versorgung auf Föhr 

Veröffentlicht von am 14. April 2026

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Neuer OP-Tisch auf Föhr: Hightech für die Insel – weniger Verlegungen, mehr Sicherheit.

Ein unscheinbares Gerät mit großer Wirkung: In der Inselklinik Föhr-Amrum sorgt ein neuer Hightech-OP-Tisch für spürbare Verbesserungen im Klinikalltag – und vor allem für die medizinische Versorgung der Inselbewohner. Operationen, die bisher nur eingeschränkt oder gar nicht möglich waren, können jetzt direkt auf Föhr durchgeführt werden.

Im OP-Bereich haben die beiden Chirurgen Dr. Dirk Langemeyer und Dr. Ingvo Müller erklärt, warum dieses neue Gerät ein echter Fortschritt ist – und was sich dadurch konkret verändert.

Mehr Möglichkeiten direkt auf der Insel

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Der neue OP-Tisch ist auf dem neuesten Stand der Technik und bringt deutlich mehr Flexibilität mit. „Dieser neue OP-Tisch hat deutlich mehr Lagerungsmöglichkeiten und bewältigt viel höhere Gewichte als sein Vorgänger – sogar in extremen Lagerungspositionen“, erklärt Dr. Dirk Langemeyer.

Per Fernbedienung lässt sich der Tisch nahezu in jede Position bringen: Oberkörper hoch, Beine angewinkelt oder komplett gedreht – selbst die sogenannte Beach-Chair-Position, die an einen Liegestuhl erinnert, ist möglich. „Genau, einer für alles – aber ein sehr guter“, sagt Langemeyer mit einem Schmunzeln.

Beitrag OP-Tisch (1)

Schulter-OPs jetzt erstmals möglich

Ein großer Fortschritt zeigt sich besonders bei bestimmten Eingriffen. „Wir können jetzt sogar Schulteroperationen machen – das ging vorher nicht“, so Langemeyer. Auch für Bauchspiegelungen oder die Versorgung von Knochenbrüchen bietet der Tisch neue Möglichkeiten. Dr. Ingvo Müller ergänzt: „Wir können den Tisch während der Operation jederzeit verändern – genau so, wie wir es gerade brauchen.“ Das bedeutet: präzisere Eingriffe und bessere Bedingungen für die Ärzte.

Mehr Sicherheit für Patienten

Neben den neuen Möglichkeiten spielt auch die Sicherheit eine zentrale Rolle. „Das alte Gerät war Baujahr 1994 und damit komplett überholt“, erklärt Langemeyer. „Wenn da ein Defekt aufgetreten wäre, hätten wir im schlimmsten Fall gar keinen OP-Tisch mehr gehabt.“ Diese Gefahr ist jetzt gebannt. Gleichzeitig ermöglicht der neue Tisch eine sichere Behandlung auch bei Patienten mit höherem Körpergewicht – ein wichtiger Punkt in der heutigen Medizin.

Weniger Verlegungen aufs Festland

Gerade für eine Insel ist das ein entscheidender Vorteil. „Jeder Eingriff, der hier auf der Insel gemacht werden kann, ist ein Gewinn – wenn man dafür nicht aufs Festland muss“, betont Müller. Vor allem bei häufigen Verletzungen wie Oberarm- oder Schulterbrüchen bedeutet das: kürzere Wege, schnellere Versorgung und weniger Belastung für die Patienten.

Beitrag OP-Tisch (2)

Breite Versorgung bleibt Herausforderung

Die medizinische Versorgung auf einer Insel ist komplex – das machen beide Chirurgen deutlich. „Wir versuchen, hier möglichst breit aufgestellt zu sein“, erklärt Langemeyer. „Wir können nicht immer sofort Hilfe von außen holen.“ Müller ergänzt: „Es ist wichtig, eine breite Basischirurgie anzubieten – auch wenn der Trend eigentlich immer mehr zur Spezialisierung geht.“

Rund 300 Operationen pro Jahr

Im OP-Saal der Inselklinik wird regelmäßig gearbeitet. „Ich würde sagen, etwa 300 bis 400 Operationen pro Jahr im OP“, schätzt Langemeyer. Dazu kommen noch zahlreiche kleinere Eingriffe in örtlicher Betäubung.

Ohne Unterstützung nicht möglich

So modern der neue OP-Tisch auch ist – günstig war er nicht. Rund 60.000 Euro hat die Anschaffung gekostet. Für die Inselklinik allein wäre das kaum zu stemmen gewesen. „Wir sind ein sehr kleines Krankenhaus und haben nur sehr begrenzte Fördermittel“, erklärt Langemeyer.

Deshalb ist der Förderverein der Klinik eingesprungen – und hat die Finanzierung ermöglicht. „Ohne den Förderverein und die Unterstützung der Bevölkerung wäre das nicht möglich gewesen“, betont Müller. Gleichzeitig wird klar: Der Verein sucht weiterhin neue Mitglieder.

Blick in die Zukunft

Auch wenn der neue OP-Tisch ein großer Schritt ist – Wünsche gibt es weiterhin. „Unser nächstes großes Projekt ist ein neuer Endoskopieturm“, sagt Müller. Dieser wird für minimalinvasive Eingriffe benötigt – also Operationen über kleine Schnitte.

Ein großer Schritt für die Insel

Der neue OP-Tisch zeigt eindrucksvoll, wie wichtig moderne Technik auch in kleineren Kliniken ist. Für die Inselklinik Föhr-Amrum bedeutet er mehr Möglichkeiten, mehr Sicherheit – und für die Menschen auf Föhr und Amrum vor allem eines: bessere medizinische Versorgung direkt vor Ort.

Fotos: Stefan Gaul 

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