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Danke an Föhr

Veröffentlicht von am 9. Juni 2026

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Nach medizinischem Notfall auf Föhr: Autorin Julia Gais-Lemmer bedankt sich für außergewöhnliche Hilfsbereitschaft.

Eigentlich wollte Julia Gais-Lemmer auf Föhr nur zur Ruhe kommen. Die Autorin, Trauerrednerin und ehemalige Bestatterin hatte sich gemeinsam mit ihrem Mann eine Auszeit auf der Insel genommen. Zwischen Fahrradtouren, Nordseeluft und der Arbeit an ihrem neuen Buch sollte es vor allem ein entspannter Urlaub werden. Doch dann kam alles anders.

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Bei einem Ausflug nach Oevenum erlitt die Urlauberin plötzlich einen medizinischen Notfall und verlor das Bewusstsein. Was sie danach erlebte, hat sie so sehr bewegt, dass sie ihre Geschichte in einem emotionalen Facebook-Beitrag teilte – und nun auch unserer Redaktion davon erzählte. Vor allem eines möchte sie: Danke sagen.

Plötzlich wurde aus dem Urlaub ein Rettungseinsatz

An den eigentlichen Vorfall kann sich Julia Gais-Lemmer nur noch bruchstückhaft erinnern. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie mit dem Fahrrad unterwegs und machte eine Pause in Oevenum, als sie plötzlich zusammenbrach. „Ich wurde dann erst wieder wach, als die Sanitäter da waren“, erzählt sie. Zwar sei sie zwischenzeitlich immer wieder bei Bewusstsein gewesen, habe die Stimmen der Rettungskräfte gehört und ihre Umgebung wahrgenommen. Doch sprechen oder sich bewegen konnte sie kaum noch. „Ich konnte eigentlich nur noch einen Finger bewegen, um zu zeigen: Ich lebe noch.“

Während Rettungsdienst und Feuerwehr die Versorgung übernahmen und sie schließlich in die Inselklinik gebracht wurde, spielte sich rund um ihren Mann eine ganz andere Geschichte ab – eine Geschichte von Hilfsbereitschaft, die sie erst später vollständig erfahren sollte.

Beitrag – Notfall im Urlaub auf Föhr (1)

Fremde Menschen wurden zu Helfern

Wie viele Menschen sich an diesem Tag um sie und ihre Familie kümmerten, wurde ihr erst nach und nach bewusst. Ihr Mann erzählte ihr später von zahlreichen Menschen, die sofort ihre Unterstützung anboten.

Ein Urlauberpaar kümmerte sich um den gemeinsamen Dackel und bot sogar an, ihn vorübergehend in der eigenen Ferienwohnung aufzunehmen. Andere Menschen wollten ihren Mann mitsamt Fahrrädern zurück zur Unterkunft bringen. Die Gastgeber auf Hof Asten kümmerten sich um den Hund, während ihr Mann im Krankenhaus bei ihr war. Selbst das Kleine Landcafé meldete sich nach dem Facebook-Beitrag und fragte, ob Hilfe oder Essen benötigt werde. „Das war unfassbar“, sagt Julia Gais-Lemmer. „Wir sind zwar nicht zum ersten Mal auf Föhr, aber trotzdem keine Einheimischen. Und dann trotzdem so eine Solidarität zu erfahren, das ist nicht selbstverständlich.“

Menschlichkeit, die unter die Haut geht

Besonders bewegt hat sie die Selbstverständlichkeit, mit der geholfen wurde. Niemand habe gefragt, wer sie sei oder woher sie komme. Niemand habe gezögert. „Ich bin sehr gerührt von so viel Menschlichkeit“, sagt sie. Noch heute bekomme sie Tränen in die Augen, wenn sie daran denke, wie viele Menschen einfach da waren, um zu helfen.

Dabei hebt sie ausdrücklich nicht nur die privaten Helfer hervor, sondern auch die professionellen Einsatzkräfte. Die Sanitäter, die Feuerwehr, die Mitarbeiter der Inselklinik und das Pflegepersonal hätten sich außergewöhnlich um sie gekümmert. „Wenn man irgendwo bewusstlos werden und eine Klinik brauchen muss, dann kann ich Föhr wirklich empfehlen“, sagt sie mit einem Lächeln.

Worte sind ihr Beruf

Dass Julia Gais-Lemmer ihre Dankbarkeit so offen formuliert, kommt nicht von ungefähr. Worte spielen in ihrem Leben eine besondere Rolle. Die Autorin schreibt seit ihrer Kindheit Geschichten, veröffentlicht Bücher und arbeitet als Trauerrednerin. „Es gibt nichts Schöneres, als Menschen mit Worten zu erreichen“, erzählt sie. Ob bei Lesungen, Hochzeiten oder Trauerfeiern – sie liebe es, Menschen zu berühren, zum Nachdenken zu bringen oder ihnen Trost zu spenden. Vielleicht war es deshalb auch für sie selbstverständlich, ihre Erfahrungen öffentlich zu teilen. Nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern um den Menschen zu danken, die ihr in einer schwierigen Situation zur Seite standen.

Beitrag – Notfall im Urlaub auf Föhr (2)

Ein Urlaub, der in Erinnerung bleibt

Inzwischen geht es der Autorin wieder gut. Bereits kurze Zeit nach dem Vorfall habe sich ihr Zustand deutlich verbessert. Trotzdem bleibt das Erlebnis für sie unvergesslich. „Man denkt immer: Wenn auf einer Insel etwas passiert, ist das schwierig“, sagt sie. „Aber ich kann das überhaupt nicht bestätigen. Medizinisch und menschlich wurde ich hier rundum bestens betreut.“ Und trotz aller Aufregung hat sie bereits eine klare Entscheidung getroffen: Der nächste Urlaub wird wieder nach Föhr führen.

Einladung an die unbekannten Helfer

Besonders gerne würde Julia Gais-Lemmer diejenigen Menschen kennenlernen, die ihr und ihrem Mann damals geholfen haben. Viele Namen kennt sie bis heute nicht. Deshalb richtet sie über unsere Redaktion noch einmal eine persönliche Einladung aus: Wer an diesem Tag geholfen hat und sich angesprochen fühlt, darf sich gerne bei ihr melden. Denn manchmal entstehen die schönsten Geschichten nicht in Büchern, sondern mitten im echten Leben.

Foto: Stefan Gaul 

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