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Tag der offenen Gesellschaft

Veröffentlicht von am 10. Juni 2026

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Am 20. Juni heißt es auf Föhr – Tische raus, Stühle dazu und einfach mal wieder miteinander reden.

Wer Lust auf gute Gespräche, neue Begegnungen und vielleicht sogar neue Bekanntschaften hat, sollte sich den 20. Juni schon jetzt im Kalender markieren. Dann beteiligt sich auch Föhr am bundesweiten „Tag der offenen Gesellschaft“. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Tische rausstellen, Stühle dazu und miteinander reden. Nicht über soziale Netzwerke, nicht per Messenger und nicht durch einen Bildschirm getrennt – sondern ganz direkt von Mensch zu Mensch.

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Genau das gefällt auch Anna-Marleen Apel, der Leiterin der Stadtbücherei Wyk. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt sie, dass wir heute zwar ständig digital miteinander verbunden seien, echte Begegnungen aber oft zu kurz kämen. Deshalb freue sie sich besonders darauf, auf Föhr einen Ort zu schaffen, an dem Menschen wieder ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen können. Bei Kaffee, Kuchen und hoffentlich strahlendem Sonnenschein soll auf dem Schulhof der Stadtbücherei ein Treffpunkt entstehen, an dem es nicht um Termine, Verpflichtungen oder große Tagesordnungen geht, sondern einfach um Begegnungen.

Beitrag Tag der offenen Gesellschaft (1)

Gespräche statt Smartphone

Der Tag der offenen Gesellschaft findet bundesweit bereits seit 2017 statt. Jedes Jahr am dritten Samstag im Juni stellen Menschen, Vereine, Institutionen und Organisationen überall in Deutschland Tische und Stühle nach draußen und laden zum Austausch ein. Ziel ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, neue Perspektiven kennenzulernen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Unter dem diesjährigen Motto „Treffpunkt Offline“ soll ganz bewusst ein Gegenpol zu einer Welt geschaffen werden, die immer digitaler wird.

Für Anna-Marleen Apel passt dieses Motto perfekt in die heutige Zeit. Viele Menschen seien ständig online unterwegs, würden aber immer seltener echte Gespräche führen. Genau deshalb soll auf Föhr ein Ort entstehen, an dem man sich einfach dazusetzen, zuhören, erzählen und neue Menschen kennenlernen kann. Wer nicht sofort weiß, wie man mit Fremden ins Gespräch kommt, muss sich dabei keine Sorgen machen. Die bundesweite Initiative stellt sogenannte Gesprächskoffer mit Fragen und Gesprächsanregungen zur Verfügung, die den Einstieg erleichtern sollen.

Ein Schulhof voller Begegnungen

Geplant ist die Veranstaltung derzeit am 20. Juni von 10 bis 14 Uhr direkt auf dem Schulhof neben der Stadtbücherei Wyk. Die Bücherei selbst wird an diesem Tag ebenfalls länger geöffnet sein. Dort können Besucher nicht nur stöbern und Bücher ausleihen, sondern bei Bedarf auch Schutz suchen, falls das nordfriesische Wetter einmal nicht mitspielen sollte. Als zusätzliche Ausweichmöglichkeit stehen weitere Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Verfügung.

Die Resonanz auf die Idee ist schon jetzt erfreulich. Anna-Marleen Apel hat nach eigener Aussage „gefühlt die ganze Insel angeschrieben“, um Unterstützer für die Aktion zu gewinnen. Mit Erfolg: Das Dr. Carl-Häberlin-Friesen-Museum hat bereits einen Kuchen zugesagt, auch das Jugendzentrum sowie der Nordsee-Kurpark wollen sich beteiligen. Weitere Gespräche laufen derzeit noch. Die Hoffnung ist, dass sich aus vielen kleinen Beiträgen am Ende ein großes Gemeinschaftsprojekt entwickelt.

Beitrag Tag der offenen Gesellschaft (2)

Jeder kann mitmachen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Willkommen sind alle – Insulaner, Gäste, Familien, Vereine oder Einzelpersonen. Wer möchte, kann einfach vorbeikommen, sich an einen Tisch setzen und mitreden. Ebenso willkommen sind Menschen, die beim Aufbau helfen oder etwas zum gemeinsamen Buffet beitragen möchten.

Für die Büchereileiterin steht dabei vor allem eines im Vordergrund: ein zwangloses Miteinander. Anders als bei Sitzungen, Versammlungen oder offiziellen Veranstaltungen soll hier niemand eine bestimmte Rolle erfüllen oder eine feste Aufgabe haben. Es geht schlicht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich Zeit füreinander zu nehmen.

Der schönste Moment des Tages wäre für Anna-Marleen Apel deshalb ein ganz einfacher. Sie würde sich freuen, wenn sie irgendwann kurz innehält und auf einen Schulhof blickt, auf dem überall Menschen zusammensitzen, lachen, diskutieren und miteinander schnattern. Ein bisschen wie ein großes Insel-Wohnzimmer unter freiem Himmel.

Vielleicht ist genau das in einer Zeit voller Smartphones, Push-Nachrichten und sozialer Netzwerke wichtiger denn je: einfach mal wieder gemeinsam an einem Tisch sitzen und miteinander reden.

Foto: Stefan Gaul 

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