Kollision vor Helgoland
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 8. Juni 2026
Dramatische Kollision vor Helgoland: Mast bricht nach Zusammenstoß mit Museumsfeuerschiff.
Ein schwer beschädigtes Segelboot, ein gebrochener Mast und ein nächtlicher Rettungseinsatz vor Helgoland: In der Nacht zum Sonntag sind das Museumsfeuerschiff „Bürgermeister O’Swald II“ – vielen auch als ehemaliges Feuerschiff Elbe 1 bekannt – und ein Segelboot vor Helgoland kollidiert. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und die Besatzung des Mehrzweckschiffes „Neuwerk“ brachten das manövrierunfähige Boot anschließend sicher in den Hafen.


Besonders bemerkenswert: Die „Bürgermeister O’Swald II“ war erst am Wochenende zuvor noch bei uns auf Föhr zu Gast und hatte im Hafen von Wyk festgemacht. Nun geriet das historische Schiff vor Helgoland in einen folgenschweren Unfall auf See.
Notruf unmittelbar nach der Kollision
Der Zusammenstoß ereignete sich kurz nach 1 Uhr nachts etwa eine Seemeile, also knapp zwei Kilometer, vor der Hafeneinfahrt von Helgoland. Nach Angaben der DGzRS setzte die Besatzung des Museumsfeuerschiffes sofort einen Notruf über den internationalen Not- und Anrufkanal UKW 16 ab.
Im Hafen von Helgoland nahm die Besatzung des Mehrzweckschiffes „Neuwerk“ den Funkspruch auf und informierte umgehend die Besatzung des Seenotrettungskreuzers HERMANN MARWEDE, der auf Helgoland stationiert ist. Zeitgleich liefen sowohl das Beiboot der „Neuwerk“ als auch die HERMANN MARWEDE aus.
Segler stehen unter Schock
Als die Rettungskräfte den Unfallort erreichten, war zunächst unklar, ob sich möglicherweise Personen im Wasser befanden. Erst nach dem Übersteigen auf das beschädigte Segelboot konnte Entwarnung gegeben werden. Wie DGzRS-Sprecherin Antke Reemts gegenüber unserer Redaktion erklärte, befanden sich ein niederländischer Segler und eine niederländische Seglerin an Bord. Beide blieben körperlich unverletzt, standen jedoch erheblich unter Schock. „In der ersten Phase nach der Alarmierung stand nicht fest, was der Besatzung des Sportbootes passiert ist. Man wusste zunächst nicht, ob sich möglicherweise sogar Menschen im Wasser befinden“, schilderte Reemts.
Mast brach unter voller Besegelung
Die Schäden am Segelboot waren erheblich. Durch die Kollision brach der Mast unter voller Besegelung. Das gesamte Rigg mit Mast, Großsegel und Vorsegel stürzte ins Wasser. Ein Sanitäter der „Neuwerk“ kümmerte sich zunächst um die Besatzung. Gleichzeitig stieg ein Maschinist der HERMANN MARWEDE auf das Boot über und überprüfte die Schäden am Rumpf.
Besonders kritisch war dabei die Gefahr weiterer Beschädigungen durch die schlagenden Teile des Mastes. Diese hätten den Rumpf beschädigen und zu Wassereinbruch führen können. „Die Gefahr besteht natürlich immer, dass durch schlagende Teile beispielsweise der Rumpf beschädigt wird und es dann auch zu Wassereintritt kommt“, erklärte Antje Reemts.
Schleppaktion in den Hafen
Nachdem die Situation an Bord gesichert war, stellten die Seenotretter mit dem Tochterboot VERENA eine Schleppverbindung her. Anschließend wurde das schwer beschädigte Segelboot langsam und kontrolliert in den Hafen von Helgoland geschleppt. Dabei spielte auch das Wetter den Rettungskräften in die Karten. Der Wellengang war vergleichsweise moderat, sodass die Bergung sicher durchgeführt werden konnte. Im Hafen wurden die beiden Niederländer schließlich von Freunden in Empfang genommen.
Ermittlungen laufen
Wie es zu der Kollision zwischen dem historischen Museumsfeuerschiff und dem Segelboot kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Die Wasserschutzpolizei Helgoland hat die Ermittlungen aufgenommen und untersucht nun die genaue Ursache des Unfalls.
Für die Seenotretter bleibt vor allem eine Erkenntnis: Trotz des erheblichen Sachschadens und der dramatischen Situation auf See wurde bei dem Unfall niemand verletzt. „Das allergrößte Glück war, dass die Besatzung des Sportbootes bis auf einen sehr starken Schock unverletzt geblieben ist“, so DGzRS-Sprecherin Antke Reemts.
Fotos: Stefan Gaul u. Die Seenotretter – DGzRS
