Aktueller Titel

Titel

Artist

Background

Meinung: Mehr Mut wäre ein Anfang

Veröffentlicht von am 6. Juni 2026

AD
AD

Thema Tourismus-Debatte auf Föhr: Meinung von unserem Reporter Stefan Gaul.

Wer am Mittwoch im Kurgartensaal dabei war, konnte eines nicht übersehen: Den Menschen auf Föhr ist ihre Insel nicht egal.

Werbung

Rund 100 Besucher kamen zur Tourismusdebatte. Darunter Gewerbetreibende, Vermieter, Vereinsvertreter, Kulturschaffende, langjährige Gäste und Insulaner. Sie kamen nicht, um einfach nur ihrem Frust freien Lauf zu lassen. Sie kamen, weil ihnen Föhr am Herzen liegt.

Natürlich gab es Kritik. Teilweise deutliche Kritik sogar. An Veranstaltungen, an Kommunikation, an der touristischen Entwicklung und an mancher Entscheidung der vergangenen Jahre. Doch wer genau hingehört hat, konnte etwas anderes erkennen. Die meisten Menschen im Saal wollten nicht meckern. Sie wollten mitmachen.

Genau das zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Nachmittag. Da waren Unternehmer mit Ideen. Da waren Menschen, die Veranstaltungen organisieren möchten. Da waren Ehrenamtliche, die sich einbringen wollen. Da waren Kulturschaffende, die ihre Erfahrungen teilen möchten. Und da waren langjährige Gäste, die ihre Sicht auf die Insel schilderten. Immer wieder war herauszuhören: Wir wollen uns einbringen. Wir wollen gehört werden. Wir wollen gemeinsam etwas bewegen.

Die vielleicht wichtigste Frage des Nachmittags lautete deshalb nicht, ob im Tourismus aktuell alles richtig läuft. Die wichtigere Frage lautet: Wie schaffen wir es, die Menschen einzubinden, die längst bereitstehen?

Besonders hängen geblieben ist bei mir die Forderung von Benedikt König nach mehr Mut. Mehr Mut, neue Dinge auszuprobieren. Mehr Mut, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen. Mehr Mut, Ideen nicht jahrelang zu diskutieren, sondern einfach einmal umzusetzen. Denn genau daran mangelt es auf Föhr aus Sicht vieler Menschen nicht: an Ideen.

Ideen gab es an diesem Nachmittag reichlich. Vorschläge für Veranstaltungen, für die Vermarktung der Insel, für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Vereinen, Tourismus und Politik. Was vielen Teilnehmern jedoch fehlte, war das Gefühl, dass aus diesen Ideen auch tatsächlich etwas entsteht.

Vielleicht liegt genau darin die größte Chance für Föhr. Nicht in einem neuen Werbeslogan. Nicht in der nächsten Marketingkampagne. Und auch nicht in einer weiteren Arbeitsgruppe. Sondern darin, die Menschen zusammenzubringen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen.

Denn eines wurde am Mittwoch ebenfalls deutlich: Föhr verfügt über engagierte Unternehmer, kreative Köpfe, starke Vereine und Menschen, die etwas bewegen wollen. Diese Energie sollte man nicht verpuffen lassen.

Was an diesem Nachmittag allerdings ebenfalls auffiel: Im Publikum saßen viele Gewerbetreibende, Vereinsvertreter, Kulturschaffende, langjährige Gäste und engagierte Insulaner. Erstaunlich wenige waren dagegen aus der Kommunalpolitik zu sehen.

Gerade weil es um die Zukunft eines der wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel ging, hätte diese Diskussion deutlich mehr politische Präsenz verdient gehabt. Schließlich sind die Gemeindevertretungen und politischen Gremien diejenigen, die viele Entscheidungen am Ende mittragen oder auf den Weg bringen müssen.

Natürlich kann niemand zu einer solchen Veranstaltung verpflichtet werden. Dennoch hinterlässt es einen faden Beigeschmack, wenn sich rund 100 Menschen an einem Mittwochnachmittag Zeit nehmen, um über die Zukunft Föhrs zu diskutieren, während viele gewählte Vertreter der Inselgemeinden nicht vor Ort sind, um zuzuhören. Denn Zuhören gehört genauso zur Politik wie Entscheiden.

Deshalb sollte die wichtigste Erkenntnis dieses Nachmittags nicht sein, wer Recht hatte und wer nicht. Die wichtigste Erkenntnis lautet vielmehr: Die Menschen wollen miteinander reden. Nicht übereinander.

Und wenn aus dieser Veranstaltung am Ende genau das entsteht, dann war sie weit mehr als nur eine interessante Diskussion.

Dann war sie vielleicht der Anfang von etwas Gutem. Und dafür braucht es vor allem eines: Mehr Mut.

Fotos: Stefan Gaul u. Benjamin Lehmann 

Kategorisiert unter
AD

Deine Meinung

Hinterlasse eine Nachricht

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert*



AD
AD

Weitere Artikel

Nächster Beitrag

Flugplatz Wyk


Thumbnail
Vorheriger Artikel

Dialog auf Föhr


Thumbnail
AD