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„Giazzo” kommt nach Föhr 

Veröffentlicht von am 6. Juni 2026

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Neustart im ehemaligen Letj Lembecks – Mit neapolitanischer Pizza und großen Plänen will „Giazzo” in Borgsum durchstarten.

Fast 28 Jahre lang gehörte das Letj Lembecks fest zu Borgsum. Für viele Insulaner, Urlauber und Stammgäste war das Restaurant weit mehr als nur eine Gastronomie – es war ein fester Bestandteil des Dorflebens. Entsprechend groß war die Überraschung, als im vergangenen Herbst nach fast drei Jahrzehnten die Türen geschlossen wurden. Seitdem wurde auf der Insel immer wieder spekuliert, wie es mit dem markanten Standort direkt gegenüber der Borgsumer Mühle weitergehen könnte. Nun steht fest: In die Räume zieht neues Leben ein. Mit GIAZZO entsteht dort derzeit eine neue Pizza-Adresse, die auf hochwertige Zutaten, handwerkliche Herstellung und ein bewusst reduziertes Konzept setzt.

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Noch prägen Handwerker, Werkzeug und Baumaterialien das Bild. Doch zwischen den laufenden Arbeiten ist die Vorfreude bereits deutlich spürbar. Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist Fabienne Peter, die gemeinsam mit ihrem Mann die neue Filiale auf Föhr eröffnen wird. Für sie ist das Vorhaben nicht einfach nur ein weiteres gastronomisches Projekt. Vielmehr ist es eng mit ihrer persönlichen Geschichte auf der Insel verbunden.

Von der Urlauberin zur Gastronomin auf Föhr

Dass Fabienne Peter einmal ein Restaurant auf Föhr eröffnen würde, war ursprünglich überhaupt nicht geplant. Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie ein ganz anderes Berufsleben. Sie war selbstständig als Therapeutin tätig und verbrachte ihre freie Zeit normalerweise auf Fernreisen. Erst die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass das Paar neue Urlaubsziele suchte und Deutschland für sich entdeckte.
Dabei führte der Weg irgendwann auch nach Föhr. „Liebe auf den ersten Blick“, sagt Fabienne Peter heute rückblickend über ihren ersten Aufenthalt auf der Insel.
Was zunächst als Urlaub begann, entwickelte sich schnell zu einer engen Verbindung. Immer häufiger zog es das Ehepaar auf die Nordseeinsel. Die Ruhe, die Landschaft und die besondere Atmosphäre hinterließen Eindruck. Vor zwei Jahren entschied sich Fabienne Peter schließlich für einen eigenen Wohnsitz auf Föhr.
„Sobald ich auf die Fähre fahre, lasse ich eigentlich alles hinter mir“, erzählt sie.
Diese Begeisterung für die Insel ist auch heute noch deutlich spürbar. Als sie erfuhr, dass die Gastronomiefläche im ehemaligen Letj Lembecks frei werden würde, war das für sie zunächst genauso überraschend wie für viele andere Föhrer. Gleichzeitig erkannte sie darin eine einmalige Chance.
Das Gebäude kannte sie bereits gut, schließlich besitzt sie selbst eine Wohnung im Haus. Hinzu kommt die besondere Lage direkt gegenüber der Borgsumer Mühle, umgeben von Natur und an einer Strecke, die von zahlreichen Radfahrern und Urlaubern genutzt wird. „Es wäre doch schade, wenn die Menschen hier vorbeikommen und nicht mehr einkehren können“, sagt sie.

Warum Giazzo nach Borgsum kommt

Die Idee, genau hier eine „Giazzo-Filiale” zu eröffnen, entstand nicht aus dem Nichts. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt Fabienne Peter bereits seit November vergangenen Jahres eine Filiale der Marke in Hessen. Dort sei das Konzept von Anfang an hervorragend angenommen worden.
„Wir haben schon mega Erfolg damit“, sagt sie offen. Giazzo ist Teil eines Franchise-Systems, das sich derzeit von Hessen aus zunehmend in Deutschland ausbreitet. Doch für Fabienne Peter ist es nicht nur die Marke selbst, die sie überzeugt hat. Es ist vor allem die Philosophie dahinter.

Beitrag Neueröffnung Giazzo auf Föhr (1)

„GIAZZO ist eine Franchise-Kette mit Herz und Geschmack“, beschreibt sie das Konzept.

Während viele Restaurants versuchen, möglichst viele Gerichte anzubieten, verfolgt Giazzo einen anderen Ansatz. Hier dreht sich alles um Pizza. Keine riesige Speisekarte, keine unzähligen Gerichte, sondern ein klarer Fokus auf ein Produkt.
Für Fabienne Peter ist genau das einer der größten Vorteile. „Wenn man sich nur auf die Pizza konzentriert, dann hat man auch die Zeit, alles dafür selbst zu machen.“
Und genau das geschieht bei Giazzo. Der Teig wird selbst hergestellt, die Zutaten werden frisch verarbeitet und viele Arbeitsschritte erfolgen in Handarbeit. Besonders stolz ist sie auf die lange Teigruhe von 72 Stunden. „Dadurch arbeiten die Enzyme im Teig und machen ihn bekömmlicher. Gleichzeitig verändert sich der Geschmack deutlich.“

Hochwertige Zutaten statt überladener Pizzen

Wer an klassische Lieferpizza denkt, hat häufig Bilder von überladenen Belägen und schweren Teigen vor Augen. Genau davon möchte sich Giazzo bewusst abheben.
Die verwendeten Zutaten stammen überwiegend aus Italien. Salami, Käse und weitere Spezialitäten werden gezielt ausgewählt. Gemüse wird frisch vorbereitet, gegrillt oder eingelegt. Selbst bei den Garnelen wird auf besondere Zubereitung geachtet. „Vom Teig über die Zutaten – alles echtes Handwerk“, betont Fabienne Peter.

Interessant ist dabei, dass sich auch ihr persönlicher Geschmack durch die intensive Beschäftigung mit dem Produkt verändert hat. „Früher hätte ich wahrscheinlich die Pizza mit den meisten Zutaten genommen“, erzählt sie lachend. „Heute merke ich immer mehr, dass weniger oft mehr ist.“ Ihre aktuelle Lieblingspizza? Gleichzeitig soll die Speisekarte aber auch besondere Kreationen bieten. Trüffelkäse, luftgetrocknete Spezialitäten oder spezielle italienische Wurstsorten sollen dafür sorgen, dass auch erfahrene Pizza-Liebhaber Neues entdecken können.

„Da sind auch ein paar ganz außergewöhnliche Pizzen dabei“, verspricht sie.

Die Insel bringt besondere Herausforderungen mit sich

So groß die Vorfreude ist, so groß sind teilweise auch die Herausforderungen. Denn eine Restaurant-Eröffnung auf einer Nordseeinsel funktioniert anders als auf dem Festland. Bereits die Anlieferung von Möbeln, Küchentechnik und Ausstattung erfordert deutlich mehr Planung. Auch die spätere Versorgung mit Zutaten ist komplexer. Viele Lieferketten enden zunächst auf dem Festland und müssen anschließend über weitere Partner auf die Insel gebracht werden. „Die Insel an sich ist logistisch schon eine Herausforderung“, sagt Fabienne Peter. Dazu kommt das Gebäude selbst. Während die Pizzaöfen in anderen Filialen elektrisch betrieben werden, wird aktuell geprüft, ob in Borgsum künftig mit Gas gearbeitet wird. Für das Team wäre das eine neue Erfahrung.

Trotzdem blickt man den kommenden Wochen entspannt entgegen. Die Küche ist bereits durchgeplant, die Einrichtung ausgewählt und auch für den Gastraum gibt es klare Vorstellungen. 

Moderne Elemente sollen auf eine gemütliche Atmosphäre treffen

„Qualität ist wichtig, aber genauso wichtig ist Gemütlichkeit und Wohlfühlen.“
Anfang Juli soll es losgehen
Wenn die Arbeiten wie geplant verlaufen, könnte die Eröffnung bereits Anfang Juli stattfinden. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht, doch die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Geplant ist zunächst ein Restaurantbetrieb mit Sitzplätzen vor Ort sowie einem Abholservice. Ein Lieferservice soll folgen, allerdings erst dann, wenn sich das Team eingespielt hat und die Abläufe sicher funktionieren. „Wir wollen erst einmal sauber starten und dann Schritt für Schritt weitergehen“, erklärt Fabienne Peter.
Für die Eröffnung selbst sind bereits besondere Aktionen geplant. Wie schon am Standort in Hessen soll es ein Eröffnungswochenende mit 50 Prozent Rabatt geben, damit möglichst viele Gäste die Gelegenheit haben, das Konzept kennenzulernen. Außerdem haben sich bereits Vertreter der Giazzo-Zentrale angekündigt, die den Start auf Föhr begleiten möchten.

Beitrag Neueröffnung Giazzo auf Föhr (2)

Am meisten freut sich Fabienne Peter allerdings auf etwas ganz anderes.
„Ich freue mich darauf, die Insel mit unserer Pizza zu beglücken. Ich freue mich darauf, den Gastraum wieder voll zu sehen und meine Herzlichkeit weiterzugeben.“
Nach Monaten des Leerstands dürfte genau das auch viele Föhrer freuen. Denn eines wird bei dem Gespräch schnell deutlich: Hier entsteht nicht einfach nur eine neue Pizzeria. Hier möchte jemand einen bekannten Standort wieder mit Leben füllen – und gleichzeitig ein Stück italienische Pizza-Kultur nach Borgsum bringen.

Fotos: Stefan Gaul. 

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