Aktueller Titel

Titel

Artist

Background

Hoffnung für Buckelwal „Timmy”

Veröffentlicht von am 20. April 2026

AD
AD

„Er will frei sein“ – Föhrer Tierärztin sieht echte Chance für gestrandeten Buckelwal.

Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal „Timmy“ vor der Insel Poel sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit – mittendrin: die Föhrer Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert. Sie ist Teil des Tierärzte-Teams vor Ort und macht nach ihren Beobachtungen klar: Der Wal hat eine Chance.

„Der atmet deutlich tiefer ein, das ist ein gutes Zeichen“, sagt sie. Durch den steigenden Wasserstand und die freigespülte Rinne könne Timmy mittlerweile wieder besser Luft holen. Für die Tierärztin ein entscheidender Fortschritt.

„Er liegt nicht in den letzten Zügen“

Werbung

Während einige Experten die Situation kritisch einschätzen, widerspricht Bahr-van Gemmert aus eigener Erfahrung vor Ort deutlich: „Dass das ein Tier ist, das in den letzten Zügen liegt, haben wir nicht gesehen.“

Im Gegenteil: Der Wal zeige Aktivität, bewege sich und reagiere. Schon bei ersten Begegnungen habe sich sein Zustand verändert. „Er ist aktiver geworden, er merkt, dass wir ihm helfen“, schildert sie. Für sie steht fest: „Er hat eine reelle Chance.“

Kampf gegen Zeit – und Bürokratie

Die Arbeiten rund um den Wal laufen auf Hochtouren: Eine Rinne wurde freigespült, um ihm den Weg zurück ins offene Wasser zu ermöglichen. Doch nicht alles läuft so schnell, wie es nötig wäre. „Jeder Schritt muss genehmigt werden“, erklärt die Tierärztin. Alles, was vom ursprünglichen Konzept abweiche, müsse neu beantragt und schriftlich freigegeben werden. „Das verzögert uns natürlich – und jede Minute zählt.“ Trotzdem stellt sie klar: „Dass das alles dilettantisch läuft, stimmt nicht. Wir versuchen unser Bestes.“

„Das ist kein Tierschutz, ihn dort sterben zu lassen“

Für Bahr-van Gemmert ist die Situation eindeutig: Den Wal einfach auf der Sandbank liegen zu lassen, sei keine Option. „Er versucht, sich da rauszukämpfen. Das merken wir immer wieder.“ Ein langsames Sterben unter diesen Bedingungen – mit Schiffsverkehr, Lärm und Stress – komme für sie nicht infrage. „Das ist kein Tierschutz.“

Team überzeugt: Chance im offenen Meer

Das gesamte Team aus Tierärzten und Biologen ist sich laut Bahr-van Gemmert einig: Die beste Möglichkeit für Timmy liegt außerhalb der Sandbank. „Er will frei sein, das sehen wir alle – auch Nicht-Experten.“

Der Plan bleibt deshalb klar: Der Wal soll stabilisiert und dann in Richtung offene Nordsee begleitet oder transportiert werden. Wann genau das möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem vom Wasserstand und den Genehmigungen.

Ein Einsatz mit Signalwirkung

Für die Föhrer Tierärztin ist der Einsatz nicht nur fachlich, sondern auch emotional eine Ausnahmesituation. „So einen Fall hat es in Deutschland noch nicht gegeben“, sagt sie. Trotz aller Unsicherheiten bleibt sie überzeugt: „Der Wal hat die Chance verdient – und er soll sie bekommen.“

Fotos: Privat

Kategorisiert unter
AD

Deine Meinung

Hinterlasse eine Nachricht

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.


Weitere Artikel

Vorheriger Artikel

Spende für Inselklinik


Thumbnail
AD