Hoffnung für Buckelwal „Timmy”
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 20. April 2026
„Er will frei sein“ – Föhrer Tierärztin sieht echte Chance für gestrandeten Buckelwal.
Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal „Timmy“ vor der Insel Poel sorgt bundesweit für Aufmerksamkeit – mittendrin: die Föhrer Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert. Sie ist Teil des Tierärzte-Teams vor Ort und macht nach ihren Beobachtungen klar: Der Wal hat eine Chance.

„Der atmet deutlich tiefer ein, das ist ein gutes Zeichen“, sagt sie. Durch den steigenden Wasserstand und die freigespülte Rinne könne Timmy mittlerweile wieder besser Luft holen. Für die Tierärztin ein entscheidender Fortschritt.

„Er liegt nicht in den letzten Zügen“
Während einige Experten die Situation kritisch einschätzen, widerspricht Bahr-van Gemmert aus eigener Erfahrung vor Ort deutlich: „Dass das ein Tier ist, das in den letzten Zügen liegt, haben wir nicht gesehen.“

Im Gegenteil: Der Wal zeige Aktivität, bewege sich und reagiere. Schon bei ersten Begegnungen habe sich sein Zustand verändert. „Er ist aktiver geworden, er merkt, dass wir ihm helfen“, schildert sie. Für sie steht fest: „Er hat eine reelle Chance.“

Kampf gegen Zeit – und Bürokratie
Die Arbeiten rund um den Wal laufen auf Hochtouren: Eine Rinne wurde freigespült, um ihm den Weg zurück ins offene Wasser zu ermöglichen. Doch nicht alles läuft so schnell, wie es nötig wäre. „Jeder Schritt muss genehmigt werden“, erklärt die Tierärztin. Alles, was vom ursprünglichen Konzept abweiche, müsse neu beantragt und schriftlich freigegeben werden. „Das verzögert uns natürlich – und jede Minute zählt.“ Trotzdem stellt sie klar: „Dass das alles dilettantisch läuft, stimmt nicht. Wir versuchen unser Bestes.“
„Das ist kein Tierschutz, ihn dort sterben zu lassen“
Für Bahr-van Gemmert ist die Situation eindeutig: Den Wal einfach auf der Sandbank liegen zu lassen, sei keine Option. „Er versucht, sich da rauszukämpfen. Das merken wir immer wieder.“ Ein langsames Sterben unter diesen Bedingungen – mit Schiffsverkehr, Lärm und Stress – komme für sie nicht infrage. „Das ist kein Tierschutz.“
Team überzeugt: Chance im offenen Meer
Das gesamte Team aus Tierärzten und Biologen ist sich laut Bahr-van Gemmert einig: Die beste Möglichkeit für Timmy liegt außerhalb der Sandbank. „Er will frei sein, das sehen wir alle – auch Nicht-Experten.“
Der Plan bleibt deshalb klar: Der Wal soll stabilisiert und dann in Richtung offene Nordsee begleitet oder transportiert werden. Wann genau das möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem vom Wasserstand und den Genehmigungen.
Ein Einsatz mit Signalwirkung
Für die Föhrer Tierärztin ist der Einsatz nicht nur fachlich, sondern auch emotional eine Ausnahmesituation. „So einen Fall hat es in Deutschland noch nicht gegeben“, sagt sie. Trotz aller Unsicherheiten bleibt sie überzeugt: „Der Wal hat die Chance verdient – und er soll sie bekommen.“
Fotos: Privat

Anja am 20. April 2026 at 9:30
Wir drücken auch alle Daumen von Zuhause für Timmy/Hope
Anke Riemann am 20. April 2026 at 8:38
Hope schafft es er schwimmt endlich