Schwerer Unfall in Dagebüll
Veröffentlicht von Stefan Gaul am 28. Mai 2026
Schweinelaster kippt um – Großeinsatz mit 500 Ferkeln am Kreisel.
Ein schwerer Unfall mit einem Schweinetransporter hat am Dienstagmittag in Dagebüll für einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Veterinäramt gesorgt. Im Bereich des Kreisverkehrs an der L9/L191 war ein mit 500 Ferkeln beladener Lkw auf die Seite gekippt. Für die Einsatzkräfte begann damit ein außergewöhnlicher Einsatz, der nicht nur technisches Geschick, sondern vor allem auch viel Ruhe und koordinierte Zusammenarbeit erforderte.
Als die ersten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dagebüll am Einsatzort eintrafen, bot sich ihnen ein dramatisches Bild. Der Schweinelaster lag auf der Seite, der Fahrer hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits selbst aus dem Fahrzeug befreien können. Die Tiere befanden sich glücklicherweise noch im Anhänger. „Unser Glück war, dass die 500 Ferkel noch im Laster waren und nicht querfeldein über den Kreisel und die Straße liefen“, erklärte Wehrführer Klaus Jessen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Großeinsatz mit vielen Beteiligten
Schnell wurde klar, dass dieser Einsatz alles andere als ein gewöhnlicher Verkehrsunfall werden würde. Neben der Feuerwehr Dagebüll wurden deshalb auch die Feuerwehren aus Lindholm und Risum alarmiert. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte außerdem vom Rettungsdienst, der Polizei, der Amtswehrführung, dem Veterinäramt und mehreren Landwirten aus der Umgebung.
Gerade die Zusammenarbeit mit den Landwirten spielte eine entscheidende Rolle. Während die Einsatzkräfte die Lage absicherten, bereiteten die Helfer bereits Hecken und Anhänger vor, um die Tiere nach und nach aus dem umgestürzten Transporter bergen und abtransportieren zu können. „Jeder wusste, was er zu tun hat. Das war ein sehr gutes Zusammenspiel aller Einsatzkräfte und so soll das auch sein“, so Jessen.

Deutlich weniger tote Tiere als befürchtet
Zunächst war die Sorge groß, dass bei dem Unfall zahlreiche Tiere ums Leben gekommen sein könnten. Nach Angaben des Wehrführers hatten selbst Vertreter des Veterinäramtes bei einem solchen Szenario mit deutlich höheren Verlusten gerechnet.
Letztlich verlief die Bergung der Tiere jedoch deutlich glimpflicher als zunächst befürchtet. Von den insgesamt 500 Ferkeln kamen nach Angaben von Klaus Jessen acht Tiere ums Leben. Viele weitere konnten gerettet und in andere Anhänger umgeladen werden. „Das war eine Zahl, womit das Veterinäramt bei so einem schweren Unfall nicht gerechnet hatte“, erklärte Jessen weiter.
Der Fahrer des Lasters erlitt bei dem Unfall leichte Verletzungen. Er wurde noch an der Einsatzstelle medizinisch versorgt und anschließend zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. Laut Jessen gehe es ihm inzwischen aber wieder gut.

Einsatz nach rund zweieinhalb Stunden beendet
Nach etwa zweieinhalb Stunden konnten die Feuerwehren die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Für die weitere Verkehrsregelung sowie die Bergung des umgestürzten Lasters wurde anschließend ein Fachunternehmen angefordert. Der Bereich rund um den Kreisel blieb über mehrere Stunden gesperrt.
Es ist bereits der zweite schwere Unfall mit einem Viehtransporter innerhalb kurzer Zeit in Nordfriesland. Erst wenige Tage zuvor war in den Reußenkögen ebenfalls ein Schweinelaster verunglückt. Dort kamen deutlich mehr Tiere ums Leben.
Fotos: Freiwillige Feuerwehr Dagebüll
