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Hoffnung bei Alzheimer

Veröffentlicht von am 27. Februar 2026

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UKSH behandelt erste Patienten mit neuen Antikörper-Medikamenten.

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, sind erstmals Patientinnen und Patienten mit einer neuen Antikörper-Therapie gegen die Alzheimerkrankheit behandelt worden. Drei Betroffene haben die Therapie bereits begonnen – möglich wurde dies nach der Marktzulassung zweier Wirkstoffe durch die Europäische Kommission im vergangenen September.

Die neuen Medikamente greifen direkt in den Krankheitsprozess ein und sollen das Fortschreiten der Erkrankung deutlich verlangsamen. Für viele Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet das einen wichtigen Hoffnungsschimmer.

Therapie setzt an der Ursache an

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Bei Alzheimer lagern sich sogenannte Amyloid-Plaques im Gehirn ab – Eiweißablagerungen, die eine Kettenreaktion in Gang setzen und langfristig zum Untergang von Nervenzellen führen. Die neuen Antikörper-Medikamente richten sich gezielt gegen diese Plaques und helfen, sie abzubauen.

Damit setzt die Therapie erstmals direkt an der vermuteten Ursache der Erkrankung an – und nicht nur an ihren Symptomen.

„Studien haben gezeigt, dass die Wirkstoffe die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten in das nächste Stadium der Alzheimerkrankheit reduzieren und zu einem besseren Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen führen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Bartsch, Leiter der Demenzambulanz und leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie am UKSH.

Zugleich stellt er klar: „Die Alzheimerkrankheit ist eine chronisch voranschreitende Krankheit, die durch die neue Behandlung abgebremst wird. Sie führt aber nicht zu einer Heilung oder einem Rückgang der Erkrankung.“

Behandlung nur im frühen Stadium möglich

Die Therapie ist ausschließlich für Patientinnen und Patienten im frühen Stadium der Alzheimerkrankheit zugelassen. Die Verabreichung erfolgt als Infusion – je nach Wirkstoff alle zwei oder vier Wochen.

Die Behandlungsdauer variiert: Während einige Präparate über rund 18 Monate gegeben werden, ist bei anderen eine dauerhafte Therapie vorgesehen.

Vor Beginn der Behandlung sind umfangreiche Untersuchungen notwendig, da die Zulassungskriterien streng sind. Nach Einschätzung von Prof. Bartsch kommen in Schleswig-Holstein nur wenige hundert Betroffene für diese Therapie infrage. Neben dem Campus Kiel soll die Behandlung künftig auch am Campus Lübeck angeboten werden.

Alzheimer bleibt große gesellschaftliche Herausforderung

Alzheimer ist die häufigste Ursache für eine Demenz. Der schleichende Abbau von Nervenzellen beginnt oft viele Jahre vor den ersten spürbaren Symptomen wie Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung – Tendenz steigend.

Die neuen Antikörper-Medikamente gelten daher als bedeutender Fortschritt in der Behandlung – auch wenn sie keine Heilung versprechen. Sie könnten vielen Betroffenen wertvolle Zeit mit stabilerer Lebensqualität schenken.

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